
Pike laut Anwälten nach Hinrichtungsversuch wieder bei Bewusstsein
Quellen (12)
- USA: Frau nach gescheiterter Hinrichtung wieder bei Bewusstsein | tagesschau.detagesschau.de
- Christa Pike is conscious and speaking after she survived Tennessee’s execution attempt, her attorneys say | CNNedition.cnn.com
- Anwälte fordern milderes Urteil: Christa Pike nach gescheiterter Hinrichtung wieder bei Bewusstsein - n-tv.den-tv.de
- Christa Pike ist laut Anwälten bei Bewusstseinzdfheute.de
- Christa Pike’s Lawyer Says She’s Awake, Speaking After Failed Execution - Newsweeknewsweek.com
- Christa Pike's attorneys renew push for commuted sentence after botched execution: "Take death off the table" - CBS Newscbsnews.com
- Tennessee governor halts executions after Christa Gail Pike survives lethal injection : NPRnpr.org
- Nos. 26-5696; 26A414 In the Supreme Court of the United States CHRISTA GAIL PIKE,supremecourt.gov
- Tennessee prison system head to resign after failed Christa Pike execution - CBS Newscbsnews.com
- Hearing set to decide fate of evidence from Christa Pike’s botched executionwvlt.tv
- Christa Pike - US-amerikanische Überlebende der Giftspritze nach gescheitertem Hinrichtungsversuch wieder bei Bewusstseindeutschlandfunk.de
- No. ---------- In the Supreme Court of the United States EXECUTION SCHEDULED: SEPTEMBER 30, 2026, AT 10:00 AM (CDT)supremecourt.gov
Christa Pike werde nach Angaben ihrer Anwälte weiterhin intensivmedizinisch behandelt, ihre Prognose sei unklar, mindestens sei mit einer langen Genesungszeit zu rechnen. Sie habe laut ihren Anwälten bei dem Versuch schwere Schäden an beiden Armen erlitten und sei weiterhin mit Handschellen und Fußfesseln ans Krankenhausbett gefesselt.
Der 30. September 2026
Pike war 1996 wegen des Mordes an ihrer früheren Mitschülerin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden, die sie zusammen mit ihrem Freund und einer Bekannten aus Eifersucht in ein stillgelegtes Kraftwerk gelockt hatte und dort folterte und tötete. Sie war zur Tatzeit 18 Jahre alt, Slemmer 19. Ihre Hinrichtung wäre die erste einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen. Am Mittwoch hatte ein Bundesberufungsgericht die Hinrichtung zunächst gestoppt, der US Supreme Court hob den Aufschub aber noch am selben Tag auf. Laut der Erwiderung des Bundesstaats Tennessee war Tennessee im Januar 2025 zu einem Protokoll mit Pentobarbital als einzigem Medikament zurückgekehrt, nachdem es zuvor ein Drei-Medikamenten-Protokoll eingeführt hatte.
Um 7:27 Uhr abends öffneten Vollzugsbeamte die Vorhänge zur Hinrichtungskammer, Pike lag auf einer Liege festgeschnallt. Das Team versuchte laut ihren Anwälten eine Stunde lang mit mindestens sieben Nadeln, einen intravenösen Zugang zu legen. Nach Angaben ihrer Anwälte war der Bundesstaat vorab über Pikes bekannte Schwierigkeiten bei Venenzugängen gewarnt worden. Bis 8:26 Uhr sei laut Hinrichtungszeugen die zweite Dosis Pentobarbital verabreicht worden, Pike habe zwischenzeitlich den Kopf gehoben und gefragt, ob sich ihr Arm so anfühlen solle. Sie war bis 8:53 Uhr schnarchend zu hören, bevor das Mikrofon abgeschaltet wurde. Anschließend wurde sie laut ihren Anwälten lebend und laut schnarchend mit dem Krankenwagen aus dem Gefängnis gebracht. Die Reporterin Catherine Sweeney, die über die Hinrichtungen des Vorjahres und die meisten des laufenden Jahres berichtet hatte, sagte, nichts daran sei normal gewesen, der Ablauf sei sehr schlecht verlaufen.
Rücktritt des Strafvollzugsleiters und Hinrichtungsabsage
Gouverneur Bill Lee stoppte nach dem gescheiterten Versuch die letzte für 2026 angesetzte Hinrichtung des Bundesstaats und ordnete eine unabhängige Überprüfung unter dem früheren US-Staatsanwalt Ed Stanton an. Stanton hatte bereits 2022 eine Hinrichtung überprüft und damals festgestellt, dass Tennessee sein eigenes Verfahren nicht eingehalten hatte. Lee erklärte, die Vollstreckung eines rechtmäßig verhängten Urteils gehöre zu den schwerwiegendsten Aufgaben des Staates, die Bevölkerung Tennessees erwarte eine rechtmäßige, verfassungsgemäße und wirksame Durchführung. Lee kündigte zudem an, dass Frank Strada, der Leiter der Strafvollzugsbehörde, zurücktreten werde. Strada erklärte, er glaube, seine Behörde habe nach dem festgelegten Protokoll gehandelt, halte seinen Rücktritt aber während der Überprüfung für im besten Interesse der Bevölkerung. Der Rücktritt wurde laut CBS News am Samstag für Oktober angekündigt; ein genauer Zeitpunkt wurde nicht genannt.
Die Strafvollzugsbehörde erklärte, sie habe jeden Schritt des vom Büro des Attorney General genehmigten Protokolls befolgt. Das Protokoll sieht eine zweite Dosis vor, falls der Gefangene nach der ersten noch lebt, regelt aber nicht, was geschehen soll, wenn er auch danach noch lebt. Robin Maher vom Death Penalty Information Center nannte Pikes Überleben beispiellos: Sieben andere Gefangene hätten zuvor Probleme beim Legen der Venenzugänge überlebt, niemand aber nach tatsächlicher Verabreichung der Mittel. Es war in diesem Jahr bereits das zweite Mal, dass Tennessee eine Hinrichtung nicht durchführen konnte: Im Mai war der Giftspritzenversuch gegen Tony Carruthers abgebrochen worden, nachdem das Team über eine Stunde erfolglos einen Venenzugang gesucht hatte. Die republikanische Senatorin Marsha Blackburn, die kandidiert, um Lee im Januar als Gouverneurin nachzufolgen, forderte stattdessen die Rückkehr zum elektrischen Stuhl.
Stand vor der Anhörung am Mittwoch
Pikes Anwälte beantragten vor dem Davidson County Chancery Court die Sicherung aller Beweise zum Hinrichtungsversuch, eine Anhörung dazu ist für Mittwoch um 11 Uhr angesetzt, anschließend ist eine Pressekonferenz der Anwälte angekündigt. Der Antrag listet laut dem Anwaltsteam mindestens sieben verwendete Nadeln auf, von denen eine beim Herausziehen um 90 Grad verbogen worden sei. Die Anwälte vermuten, dass Pentobarbital wegen falsch platzierter Zugänge ins umliegende Gewebe statt in die Blutbahn gelangte. Die genaue Ursache der gescheiterten Hinrichtung ist weiterhin ungeklärt. Der Anästhesiologe Joel Zivot, der das Anwaltsteam beriet, sagte, Pike sei zwar ohne Beatmungsgerät ansprechbar, bleibe aber ernsten Risiken ausgesetzt; es könne Wochen oder Monate dauern, bis Ärzte das Ausmaß ihrer Genesung vollständig einschätzen könnten.
Pikes Anwälte fordern weiterhin, ihre Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer Bewährung umzuwandeln, einen entsprechenden Antrag hatte der Gouverneur vor dem Hinrichtungsversuch abgelehnt. Wie der Bundesstaat nun mit ihr verfahren wird, ist noch nicht entschieden.
Kommentare