
Pestverdacht in Sibirien: WHO und USA fordern Infos
Quellen (13)
- USA News: Wegen Verdachtsfall Lungenpest: Trump will mit Putin telefonieren - Politik - SZ.desueddeutsche.de
- Lungenpest-Verdacht: WHO und USA fordern Infos von Russlandzdfheute.de
- WHO Chief says Russia reports no plague cases in Irkutsk after lab worker's death, no high-threat pathogens among contacts - The Tribunetribuneindia.com
- Testing and monitoring underway in suspected Russia plague death | UN Newsnews.un.org
- Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X: „Since the first media reports, @WHO has been actively following up on the reported death of a laboratory worker at the Irkutsk Antiplague Research Institute in Irkutx.com
- UN Geneva - Multimedia Newsroom : Irkutsk suspected plague death - WHOunognewsroom.org
- US CDC says it’s ‘aware of and closely monitoring’ Russian plague case | Health | Al Jazeeraaljazeera.com
- Роспотребнадзор сообщил о спокойной обстановке в Иркутской областиinterfax.ru
- Russia says no plague found in contacts of Siberian lab worker who diednbcnews.com
- Russland: WHO fordert Transparenz nach Tod von Laborantin in Russland | DIE ZEITzeit.de
- Facing Russian stonewalling, Trump admin ramps up pressure for info as it struggles to plan for potential plague fallout | CNN Politicsedition.cnn.com
- Laborantin stirbt in Sibirien: Trump will nach russischem Lungenpest-Verdachtsfall mit Putin sprechen - n-tv.den-tv.de
- Frau gestorben: Pestfall in Russland – Trump bietet Putin Hilfe an - WELTwelt.de
Eine Mitarbeiterin des Instituts zur Bekämpfung von Pestkrankheiten ist laut Süddeutscher Zeitung am Freitag im Kreiskrankenhaus der sibirischen Stadt Schelechow gestorben.
Der Tod am 2. Oktober
Das Institut untersucht nach WHO-Angaben gefährliche Krankheitserreger einschließlich Pest in einem Teil Sibiriens, in dem Pest natürlich bei Wildtieren vorkommt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, die Frau sei am 2. Oktober gestorben, nachdem sie wegen einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Erste Medienberichte brachten den Fall mit Lungenpest nach einer angeblich versehentlichen Exposition im Labor in Verbindung.
Wie die WHO reagierte
Nach eigenen Angaben erfasste das interne Überwachungssystem der WHO am 2. Oktober Medienberichte über den Verdachtsfall und begann, die Lage zu beobachten. Am folgenden Tag kontaktierte die Organisation die russischen Gesundheitsbehörden im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften, um Umstände, Labortests und mögliche internationale Auswirkungen zu klären. Ihre erste Risikobewertung stufte die Gefahr für Irkutsk als moderat bis niedrig ein, für Russland insgesamt als niedrig und für die europäische WHO-Region als sehr niedrig, die Einschätzung sollte bei neuen Informationen aktualisiert werden. Die US-Gesundheitsbehörde CDC bewertete das Risiko für die Vereinigten Staaten als gering, betonte aber die Notwendigkeit, infizierte Personen rasch zu erkennen und zu behandeln.
Russlands Darstellung: keine Pest, keine Laborunfälle festgestellt
Die russische Gesundheitsaufsicht Rospotrebnadzor erklärte, bei den Kontaktpersonen der Mitarbeiterin seien zwei Fälle von Covid-19 und zwei Rhinovirusinfektionen festgestellt worden, aber keine weiteren Erreger gefährlicher Infektionskrankheiten. Am 5. Oktober teilte die Behörde mit, die medizinische Beobachtung von 60 Prozent der Kontaktpersonen sei bereits abgeschlossen. Später berichtete die WHO unter Berufung auf russische Stellen, die Beobachtung aller identifizierten Kontaktpersonen sei inzwischen beendet und bei den Kontaktpersonen seien keine hochgefährlichen Erreger nachgewiesen worden. Eine von Rospotrebnadzor-Chefin Anna Popowa entsandte Expertenkommission bestätigte zudem, am Institut seien keine Unfälle beim Umgang mit Krankheitserregern festgestellt worden. Kremlsprecher Dmitri Peskow verwies Fragen nach den Laborergebnissen und einer möglichen Obduktion an Rospotrebnadzor und erklärte, die Behörde liefere umfassende Informationen.
WHO und USA drängen auf mehr Transparenz
Tedros forderte am 6. Oktober einen zeitnahen, vollständigen und transparenten Informationsaustausch, um widersprüchliche Berichte zu klären und mögliche Risiken für die öffentliche Gesundheit genau einzuschätzen. Die WHO bat zugleich um weitere Angaben zur Ursache der schweren Lungenentzündung, zum Erreger, der die Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ausgelöst habe, sowie zu Medienberichten über einen zweiten Beschäftigten mit ungeklärter Lungenentzündung. US-Außenminister Marco Rubio sagte, es sei an Russland, mehr Informationen mit der Welt zu teilen; er nannte Spekulationen über das Ausmaß angesichts der begrenzten Angaben unverantwortlich. Nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person gegenüber CNN eskalierten die USA ihre Anfrage mit einer förmlichen diplomatischen Mitteilung, einer sogenannten Demarche. US-Präsident Donald Trump kündigte an, bald mit Wladimir Putin über den Fall zu telefonieren, ein Termin stehe bereits fest.
Der Gesundheitsrechtsexperte Lawrence Gostin von der Georgetown University bezweifelte, dass man dem Kreml ohne unabhängige Kontrolle vollständige Informationen abnehmen könne; er bewertete die Forschung des Instituts als hochriskant bei mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen.
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