
NOAA: Gelbaugen-Felsenbarsch an Pazifikküste wiederaufgebaut
Quellen (10)
- Fishery Stock Status Updates | NOAA Fisheriesfisheries.noaa.gov
- Q3-2026-rebuiltmapfisheries.noaa.gov
- Yelloweye Rockfish Declared Recovered | Oregon Department of Fish & Wildlifemyodfw.com
- Status of Yelloweye Rockfish off the U.S. West Coast in 2025pcouncil.org
- 45764 Federal Register / Vol. 91, No. 138 / Tuesday, July 21, 2026 / Proposed Rules person specified under FOR FURTHER ADDRESSES: You may submit comments plan agovinfo.gov
- Andrea N. Odell, Kiva L. Oken und Marissa L. Baskett, Ecological Applications: The outcomes of integrating biological interactions into rebuilding plans depend on prey specializationdoi.org
- Oregon's yelloweye rockfish fishery to reopen after 25 years | Jefferson Public Radioijpr.org
- Federal Register, Volume 91 Issue 182 (Tuesday, September 22, 2026)govinfo.gov
- Q3-2026-overfishing-and-overfished-stocks-map-updated-3fisheries.noaa.gov
- Amendment 38 to the Pacific Coast Groundfish Fishery Management Plan: 2027-2028 Groundfish Harvest Specifications and Management Measures | NOAA Fisheriesfisheries.noaa.gov
In der zu seiner am 16. Oktober 2026 aktualisierten Statusübersicht mit Stichtag 30. September 2026 gehörenden Liste wiederaufgebauter Bestände nennt NOAA Fisheries für den Gelbaugen-Felsenbarsch an der Pazifikküste das Wiederaufbaujahr 2026. Nach Angaben des Oregon Department of Fish and Wildlife reiht sich die Art neben Canary-, Widow- und Bocaccio-Felsenbarsch in die Kategorie der erholten Bestände ein, Jahre früher als geplant. Zugrunde liegt laut der zugrunde liegenden Bestandsbewertung ein geschätzter Bestand von 40,1 Prozent des unbefischten Niveaus zu Jahresbeginn 2025, knapp oberhalb des Managementziels von 40 Prozent.
2002 hatte die US-Fischereibehörde den Bestand laut einem Regelungsentwurf für überfischt erklärt, danach begrenzte ein Wiederaufbauplan die Fangmenge jahrzehntelang erheblich. Zum Wiederaufbau trugen nach Angaben des ODFW auch der Schutz von Jungfisch-Lebensräumen und die Beifangregulierung bei.

Späte Geschlechtsreife und Fangbeschränkungen
Die Art wird laut der zugrunde liegenden Studie erst mit 15 bis 20 Jahren zu 50 Prozent geschlechtsreif und kann bis zu 150 Jahre alt werden, was sie weniger produktiv macht als den Lingcod. Russum sagte laut Jefferson Public Radio, die Erholung der Art zeige, dass die Fangbeschränkungen funktioniert hätten.
Wie belastbar die Zahl ist
Die Bestandsbewertung schätzt die Laichleistung Anfang 2025 auf 477,63 Milliarden Eier, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 384 bis 571 Milliarden, gegenüber einem unbefischten Niveau von geschätzt 1190 Milliarden Eiern. Der Anteil am unbefischten Bestand wird mit 0,401 angegeben, das Konfidenzintervall reicht jedoch von 0,349 bis 0,453 und schließt damit Werte unterhalb des Managementziels von 0,40 ein. Die Autoren der Bewertung schreiben selbst, die geschätzten Standardabweichungen von Laichleistung und Überfischungsgrenze unterschätzten wahrscheinlich die tatsächliche Unsicherheit, weil mehrere zentrale Modellparameter festgesetzt werden mussten.
Vorschlag vom 22. September 2026
Die US-Fischereibehörde NMFS veröffentlichte am 22. September 2026 einen Regelungsvorschlag, der die Wiederaufbauplan-Vorgaben für Gelbaugen-Felsenbarsch und den kalifornischen Bestand des Quillback-Felsenbarschs aus dem Grundfisch-Bewirtschaftungsplan entfernen und Fangvorgaben für 2027-28 für Grundfische vor Washington, Oregon und Kalifornien festlegen soll. Der Vorschlag stützt sich laut NMFS auf die Empfehlungen des Pacific Fishery Management Council aus dessen Sitzungen im April und Juni 2026, der zudem empfahl, den Bestand 2026 als wiederaufgebaut einzustufen. Stellungnahmen zu dem Entwurf mussten bis zum 22. Oktober 2026 eingehen; ob die Regelung inzwischen endgültig beschlossen ist, lässt sich den ausgewerteten Quellen nicht entnehmen.

Ab 2027 soll begrenzter Fang wieder erlaubt sein
Laut dem am 6. September 2026 veröffentlichten Bericht von Jefferson Public Radio sollen Oregons Fischereiflotten 2027 erstmals seit 25 Jahren wieder Gelbaugen-Felsenbarsche behalten und verkaufen dürfen. Die für 2027 und 2028 vorgesehenen Mengen sind laut dem Bericht klein im Vergleich zu Fanggrenzen anderer Arten, gelten aber als bedeutender Meilenstein der Erholung. Der Fischereimanager des Oregon Department of Fish and Wildlife, Troy Buell, besprach die Änderung mit Fischern in Port Orford; laut Buell lassen sich künftig wieder Alter, Länge und Reife der Tiere erfassen, weil die meisten Daten über die Art aus der Fischerei stammen. Konkret sieht der Regelungsvorschlag des ODFW vor, im Mai die Entnahme eines Gelbaugen-Felsenbarschs in der Freizeitfischerei zu erlauben und eine begrenzte kommerzielle Fischerei zuzulassen, mit einem küstenweiten Limit von 116 Tonnen für 2027. Die Leiterin der Abteilung Meeresfischerei beim ODFW, Lynn Mattes, sagte, man setze viele Puffer ein, darunter einen Fangzielwert 20 Prozent unter dem möglichen Niveau. Nach ihren Angaben könnten erlaubte Entnahmen zudem mehr Daten über die Bestände vor Oregon liefern, als in den vergangenen Jahren möglich war.
Im Vergleich: 54 Erholungen
Zum Stichtag 30. September 2026 listet NOAA in seiner Übersicht überfischter Bestände 41 Bestände als überfischt und 14 als von Überfischung betroffen, während insgesamt 54 Bestände als wiederaufgebaut gelten. Umgekehrt habe die sehr niedrige Fangquote des Gelbaugen-Felsenbarschs laut der Studie auch den Lingcod-Fang eingeschränkt, weil beide Arten gemeinsam mit bodennahen Fanggeräten gefangen werden können.
Die Unsicherheiten
Offen bleibt, wie die vorgeschlagene Regelung nach Ablauf der Stellungnahmefrist am 22. Oktober 2026 endgültig aussieht und ob die für 2027 geplanten Fangmengen tatsächlich in Kraft treten. Auch die Bestandsschätzung selbst bleibt unsicher, weil ihr Konfidenzintervall Werte unterhalb des Managementziels einschließt und die Autoren wichtige Modellparameter festsetzen mussten. Die Lingcod-Fischerei verlängerte im Modell die Wiederaufbauzeit des Gelbaugen-Felsenbarschs unabhängig von der Beutespezialisierung des Lingcod, wobei der Wiederaufbau bei einem spezialisierten Räuber schneller verlief als bei einem generalistischen. Die Fischereimanager gehen laut ODFW vorsichtig vor, weil die Art eine andere Lebensgeschichte hat als andere Fische und eher küstenfern vorkommt.
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