Millionen Flussheringe kehren in Maines Flüsse zurück
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Millionen Flussheringe kehren in Maines Flüsse zurück

Laut vorläufiger Zählung des Maine Department of Marine Resources sind bis zum 21. September 2026 am Fischlift Milford im Penobscot River 5.852.487 Flussheringe erfasst worden. An mehreren anderen Flüssen Maines wurden ebenfalls hohe, aber jeweils deutlich kleinere Zahlen registriert, während die Zählsaison noch bis November läuft.

Quellen (10)
  1. Trap Count Statistics | Department of Marine Resourceswww1.maine.gov
  2. Penobscot River Restoration Project (PRRP) Ecological Monitoring Dataapps-nefsc.fisheries.noaa.gov
  3. Alewife | Department of Marine Resourcesmaine.gov
  4. Penobscot River Salmon Run Surges for Second Straight Year | NOAA Fisheriesfisheries.noaa.gov
  5. Restoring Atlantic Salmon and Reviving Tribal Connections in the Penobscot River Watershed | NOAA Fisheriesfisheries.noaa.gov
  6. Maine River Herring Fact Sheet | Department of Marine Resourcesmaine.gov
  7. REVIEW OF THE ATLANTIC STATES MARINE FISHERIES COMMISSION FISHERY MANAGEMENT PLAN FOR SHAD AND RIVER HERRING (Alosa spp.) FOR THE 2023 FISHING YEARasmfc.org
  8. Additional Commercial River Herring Fisheries Approved for Maine | Department of Marine Resourcesmaine.gov
  9. Microsoft Word - Amendment2_FINAL.docxasmfc.org
  10. Historical Trap Counts These data are compiled by the Department of Marine Resources (MDMR) using fishway counts provided by agencies and power companies. "NC" maine.gov
1. Oktober 2026, 7:48 Uhr1122 Wörter · 6 Min. Lesezeit

Am Fischlift Milford im Penobscot River hat das Maine Department of Marine Resources in einer vorläufigen Zählung bis zum 21. September 2026 5.852.487 Flussheringe registriert, dazu 8803 American Shad, 1386 mehrjährige Atlantische Lachse und 1539 Meerneunaugen. Die Flusshering-Zahl fasst Alewife und Blueback Herring zusammen, eine reine Alewife-Zahl liefert die Zählung nicht.

Mehr als ein Fluss: die Zahlen im Überblick

Auch am Kennebec River kamen bis zum 21. September 2026 an der Station Lockwood Dam 145.253 Flussheringe durch den Fischpass, dazu 80 mehrjährige Atlantische Lachse, 15 junge Grilse-Lachse und 17 Streifenbarsche. Am Saco River wurden an der Station Cataract bis zum 20. September 170.056 Flussheringe und 1215 American Shad gezählt, an der Station Skelton 93.660 Flussheringe. Am Union River bei Ellsworth kamen 223.830 Flussheringe durch, am Androscoggin River bei Brunswick waren es 55.457, am Penobscot selbst zusätzlich an der Station Orono 211.491. Am St. Croix River war die Station Woodland Dam bereits am 8. Juni geschlossen worden, bis dahin wurden dort 404.082 Flussheringe gezählt. Am Kennebec River zählte die Station Benton Falls Dam bis zum 17. Juni bereits 4.075.670 Flussheringe, die zweithöchste Einzelzahl aller Stationen.

alewife

Das DMR weist diese Zahlen ausdrücklich als vorläufig aus. Die Daten stammen aus Fischpasszählungen, die Behörden, Energieunternehmen und ein Fischer der Behörde liefern, erhoben an Anlagen, die laut DMR in der Regel von Mai bis Anfang November betrieben werden. An manchen Standorten fehlen trotz dokumentierter Fischwanderung Zahlen: Am Weldon Dam am Penobscot wurden Flussheringe im Fischpass dokumentiert, aber nicht gezählt, die Fangstelle am Narraguagus River in Cherryfield ist inzwischen ganz außer Betrieb.

Wie der Penobscot zum Vorzeigefluss wurde

Flusshering und die eng verwandte Alewife sind anadrome, also meerwandernde Fische: Sie werden in Süßwasserseen und flüssen geboren, verbringen aber den größten Teil ihres Lebens im Meer und kehren zum Laichen zurück. Historisch reichte das Verbreitungsgebiet der Alewife laut DMR von South Carolina bis Neufundland in Kanada, doch Mühlen und Wasserkraftdämme haben die Wanderung in vielen Flusssystemen blockiert und das heutige Verbreitungsgebiet stark eingeschränkt. In weiten Teilen Südmaines versperrten Dämme den Fischen seit den 1700er Jahren den Weg, seit 1990 dreht eine Wiederherstellungsbewegung diesen Trend nach DMR-Angaben um.

Am Penobscot selbst war das Penobscot River Restoration Project darauf ausgerichtet, selbsterhaltende Bestände meerwandernder Fischarten durch gezielten Staudammrückbau, verbesserte Fischpässe und eine Neuausrichtung der Wasserkraftnutzung wiederherzustellen. Es gipfelte im Rückbau der Staudämme Great Works 2012 und Veazie 2013, ein dritter Damm namens Howland wurde 2016 außer Betrieb genommen und mit einer Umgehung passierbar gemacht. Der Fischlift am verbliebenen Milford-Damm, an dem 2026 hohe Zahlen gemessen wurden, war 2014 vom Wasserkraftbetreiber Brookfield Renewable Energy Group installiert und öffnete den Flussabschnitt oberhalb des Damms, der sonst nicht passierbar gewesen wäre. Nach Angaben von NOAA Fisheries wurden seit 2010 im Einzugsgebiet des Penobscot 15 Staudämme entfernt, darunter zwei große am Fluss selbst, an weiteren 13 Dämmen wurden die Fischpässe verbessert. Zu den Projektpartnern zählten unter anderem die Penobscot Nation, American Rivers, die Atlantic Salmon Federation, Maine Audubon, der Natural Resources Council of Maine, The Nature Conservancy, Trout Unlimited, der U.S. Fish and Wildlife Service und der Bundesstaat Maine. Chuck Loring Jr., Direktor für natürliche Ressourcen der Penobscot Nation, erklärte, sein Volk habe Alewife traditionell auch zur Düngung seiner Gärten genutzt.

Landesweit betreibt das DMR seit 1969 ein Programm zum Bau von Fischpässen, allerdings nennen die Angaben der Behörde unterschiedliche Zahlen für denselben Zeitraum und dasselbe Gebiet zwischen Cumberland und Washington County: einmal ist von 13 installierten Fischpässen die Rede, an anderer Stelle von 17 installierten und 19 unterhaltenen Fischpässen.

Die Erholung zeigt sich auch bei anderen Arten: 2023 zählte das DMR am Penobscot 1520 Atlantische Lachse, nach NOAA-Angaben die höchste Zahl seit mehr als einem Jahrzehnt. 2020 kehrten bereits 1426 Lachse zurück gegenüber 1076 im Vorjahr, eine deutliche Verbesserung gegenüber 2014, als nur 248 Tiere zum Laichen zurückkehrten. American Shad stieg laut NOAA von 2000 Tieren im Jahr 2015 auf mehr als 11.000 im Jahr 2020. Dennoch bleibt der Fluss, der laut NOAA den größten verbliebenen Lauf des Atlantischen Lachses in den USA beherbergt, laut NOAA Fisheries nur ein Bruchteil dessen, was er einst war: Nach Schätzung des NOAA-Ingenieurs Matthew Bernier zogen früher bis zu 100.000 Atlantische Lachse, zig Millionen Flussheringe und 3 bis 5 Millionen American Shad durch das Einzugsgebiet.

Für Maine wurde ein solcher Plan 2010, 2017, 2020 und 2024 genehmigt, ein eigener Plan für American Shad 2020. In ihrer jüngsten Bestandsbewertung von 2024 stufte die ASMFC die küstenweiten Populationen von Alewife und Blueback Herring im Vergleich zu historischen Werten weiterhin als erschöpft ein. Zugleich stellte sie fest, dass die Region Northern New England, zu der Maine zählt, positivere Trends zeigt als weiter südlich gelegene Bundesstaaten, obwohl dort ebenfalls umfangreich Dämme zurückgebaut und Lebensräume wiederhergestellt wurden, warum das so ist, blieb nach eigenen Angaben der Kommission unklar. Insgesamt dürften die meisten Bestandsindizes heute höher liegen als 2009, auch wenn seit der Einführung der Regelung kaum eindeutige statistische Trends festgestellt wurden.

Im Vergleich: Fischpässe von Sewall Pond bis Wight Pond

Wie groß der frühere Einbruch war, zeigt eine Zahl der Fischereikommission: Die kommerziellen Anlandungen von Flusshering an der gesamten US-Ostküste fielen von 13,7 Millionen Pfund im Jahr 1985 auf unter eine Million Pfund im Jahr 2007, ein Rückgang um 93 Prozent. Vor diesem Hintergrund fallen einzelne lokale Erfolge ins Gewicht: In der Gemeinde Penobscot ersetzte die Stadt 2017 einen Damm am Wight Pond durch einen verbesserten Fischpass, seither hat sich die jährliche Alewife-Zählung dort mehr als verdoppelt. Am Sewall Pond brachte der Einbau eines Fischpasses unter der Route 127 im Jahr 2014 den bis dahin größten Fortschritt, der Flusshering-Lauf dort ist seitdem gewachsen. Auch am Pennamaquan River bei Pembroke reagierte die Population nach Fischpassverbesserungen positiv, mit weiter steigenden Rückkehrzahlen. Bereits im Februar 2025 genehmigte das zuständige ASMFC-Gremium deshalb für Sewall Pond, Wight Pond, den Pennamaquan River sowie für Chemo Pond und Pushaw Lake neue kommerzielle Fangrechte für Flusshering. Jeff Pierce, Executive Director der Alewife Harvesters of Maine, nannte die Entscheidung damals eine „Erfolgsgeschichte für Flusshering und Maine-Gemeinden“. Am Kennebec River zeigt die Station Benton Falls Dam, wie stark solche Zahlen von Jahr zu Jahr schwanken: Die Zählung stieg von 2.752.123 Tieren im Jahr 2011 über einen Höchststand von 5.579.901 im Jahr 2018 auf 3.552.813 im Jahr 2021. Dass Bestandserholung nicht automatisch höhere Fangmengen bedeutet, zeigen die küstenweiten kommerziellen Anlandungen: Sie lagen 2023 bei 2,79 Millionen Pfund, kaum weniger als die 2,82 Millionen Pfund im Jahr 2022, aber weiterhin weit unter dem Niveau von 1985.

Die offene Frage: zu hohe Sterblichkeit trotz Erholung

Selbst die ASMFC kann nicht genau erklären, warum Maine und die übrige Region Northern New England bessere Trends zeigen als Bundesstaaten weiter südlich, die ähnliche Wiederherstellungsarbeit geleistet haben. Nach ihrer Bewertung ist die Gesamtsterblichkeit erwachsener Tiere bei der Hälfte der Blueback-Herring-Bestände und bei 65 Prozent der Alewife-Bestände weiterhin zu hoch.

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