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Meta streicht 8.000 Stellen für KI-Kurs

Meta streicht 8.000 Stellen für KI-Kurs

Meta kündigt an, ab 20. Mai rund 8.000 Stellen zu streichen, etwa zehn Prozent der globalen Belegschaft. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 201 Milliarden Dollar und plant gleichzeitig KI-Investitionen von bis zu 600 Milliarden Dollar bis 2028.

23. April 2026, 22:33 Uhr 748 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Meta verbucht Rekordgewinne und entlässt gleichzeitig Tausende: Der Facebookkonzern hat angekündigt, ab dem 20. Mai 2026 rund 8.000 Stellen zu streichen, etwa zehn Prozent der globalen Belegschaft von 78.865 Mitarbeitern. Weitere Entlassungswellen folgen in der zweiten Jahreshälfte 2026, besonders in der Hardwaresparte Reality Labs. Die Begründung von Konzernchef Mark Zuckerberg: Projekte, die früher ganze Teams erforderten, könne nun eine einzige Person mit den richtigen KI-Werkzeugen erledigen.

Rekordgewinne, radikaler Abbau

Die Schere zwischen Metas finanzieller Lage und dem angekündigten Stellenabbau ist auffällig. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 201 Milliarden Dollar, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im vierten Quartal 2025 nahm Meta 59,9 Milliarden Dollar ein und übertraf damit die Analystenerwartungen deutlich. Der Gewinn je Aktie lag bei 8,88 Dollar, erwartet worden waren 8,21 Dollar.

Gleichzeitig bereitet Zuckerberg eine historische KI-Offensive vor: Für 2026 allein plant Meta Investitionsausgaben von 115 bis 135 Milliarden Dollar, vor allem in Rechenzentren und Prozessoren. Bis 2028 sind 600 Milliarden Dollar KI-Infrastrukturinvestitionen in den USA geplant. "Es ist die richtige Strategie, die Kapazitäten aggressiv vorab aufzubauen, damit wir auf die optimistischsten Szenarien vorbereitet sind", sagte Zuckerberg.

Was Zuckerberg meint und was das bedeutet

In internen Mitteilungen formulierte Zuckerberg die Logik hinter dem Abbau: "Projekte, für die man früher große Teams brauchte, können jetzt von einer einzigen, sehr talentierten Person erledigt werden." Das ist keine abstrakte Vision, sondern eine Organisationsentscheidung: Meta baut Managementebenen ab, fasst Teams zusammen und verlagert repetitive Aufgaben auf KI-gestützte Prozesse.

Besonders hart trifft es Reality Labs, Metas Sparte für Augmented und Virtual Reality. Für die zweite Jahreshälfte 2026 sind dort rund 1.500 weitere Stellen gefährdet, zusätzlich zu den 8.000 im Mai. Reality Labs hat seit seiner Gründung über 50 Milliarden Dollar Verluste angehäuft. Zuckerberg hatte die Sparte jahrelang als Zukunftsinvestition verteidigt; nun ordnet er die KI-Infrastruktur klar nach vorne.

Reaktionen: Betriebsrat verhandelt, Mitarbeiter kritisieren

In Deutschland sind nach Unternehmensangaben rund 100 Stellen betroffen. Der hiesige Betriebsrat hat Abfindungspakete für die Entlassenen ausgehandelt. In sozialen Netzwerken bezeichnen betroffene Mitarbeiter die Strategie als "KI-Wahnsinn" und sehen einen Widerspruch darin, dass ein Unternehmen mit Milliardenergebnissen erklärt, es müsse effizienter werden.

Metas Management weist diesen Einwand zurück. Das Argument lautet: Gerade weil der Konzern profitabel ist, kann er sich leisten, früh und konsequent umzustrukturieren. Wer jetzt nicht in KI-Kapazitäten investiere, riskiere, in fünf Jahren hinter Konkurrenten wie Google, OpenAI oder ByteDance zurückzufallen. Meta beschäftigt nach dem geplanten Abbau noch rund 70.000 Menschen weltweit.

Ein Muster, kein Einzelfall

Metas Schritt folgt einem Muster, das sich seit 2024 durch die gesamte Branche zieht. Google, Amazon, Microsoft und Salesforce haben in den vergangenen 18 Monaten zusammen über 100.000 Stellen gestrichen, jeweils mit Verweis auf KI-Automatisierung und Effizienzgewinne. Auffällig dabei: All diese Unternehmen meldeten gleichzeitig Rekordergebnisse. Das klassische Argument für Stellenabbau, nämlich Verluste oder schrumpfende Märkte, fehlt in diesen Fällen vollständig.

Das stellt die übliche Logik auf den Kopf. In früheren Konjunkturzyklen wurden Stellen vor allem dann gestrichen, wenn Umsätze sanken. Der aktuelle Zyklus folgt einer anderen Mechanik: Wachstum und Stellenabbau laufen parallel, weil KI-Investitionen nicht nur neue Kapazitäten schaffen, sondern bestehende Tätigkeiten ersetzen. Ob die versprochenen Effizienzgewinne tatsächlich eintreten, werden die Geschäftszahlen der nächsten Quartale zeigen.

Was als Nächstes kommt

Die erste Entlassungswelle beginnt am 20. Mai 2026; betroffene Mitarbeiter sollen in den Tagen davor schriftlich informiert werden. Weitere Wellen sind für Sommer und Herbst 2026 geplant, ohne feste Termine. Meta legt im Mai seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Sie werden zeigen, ob die KI-Investitionen bereits Wirkung auf Umsatz und Margen entfalten oder ob der Konzern gerade die Kosten einer Wette trägt, deren Auszahlung noch aussteht.

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