
Merz zieht Bilanz nach Asienreise
Quellen (9)
- Merz nach Asienreise: "Hat sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt" | tagesschau.detagesschau.de
- Reisen in die Boom-Region: Merz und Steinmeier gleichzeitig in Asien | tagesschau.detagesschau.de
- Kanzler-Statement an Ewha Womans University Seoul | Bundesregierungbundesregierung.de
- Japan-Germany Joint Leaders’ Statement October 28, 2026 Bilateral Cooperationmofa.go.jp
- 한-독일 정상회담 결과 관련 강유정 수석대변인 서면 브리핑 | 브리핑 | 뉴스룸 | 대한민국 청와대president.go.kr
- Korea and Germany Strengthen Cooperation on Economic Security and Advanced Industries < Press Releases < PRESS CENTER < Ministry of Trade, Industry and Resourcesenglish.motir.go.kr
- PM Lawrence Wong at the Q&A Segment of the Joint Press Conference with Federal Chancellor of the Federal Republic of Germany Friedrich Merz (Oct 2026) | Prime Minister's Office Singaporepmo.gov.sg
- Brussels, 4.3.2026 COM(2026) 100 final 2026/0068 (COD)single-market-economy.ec.europa.eu
- Merz in Asien: Was von der Reise des Kanzlers bleibtzdfheute.de
Laut einem Bericht von tagesschau ging es auf der Reise um Geschäfte mit einer Boomregion, Allianzen gegen Großmächte, Cybersicherheit und Verteidigung. Laut einem Statement der Bundesregierung war die mitgereiste Wirtschaftsdelegation nach Merz’ Eindruck mit den neuen Möglichkeiten für ihre Unternehmen sehr zufrieden. Dafür war er nach Angaben von tagesschau rund 35 Stunden in der Regierungsmaschine unterwegs, mit Stationen in Singapur, Tokio und zum Abschluss Seoul.
Warum die drei Länder laut Merz für den Abbau von Abhängigkeiten zentral sind
Merz hatte die Reise Mitte Oktober im Bundestag angekündigt und Singapur, Japan und Südkorea als zentral bezeichnet, um „kritische, einseitige Abhängigkeiten" abzubauen, wie ein tagesschau-Vorbericht vom 26. Oktober zeigt. Gemeint war damit vor allem die Volksrepublik China. Hintergrund waren laut dem Bericht Sorgen über unfaire Wettbewerbsbedingungen: hohe staatliche Subventionen, Überkapazitäten, aggressive Preise und eine künstlich niedrig gehaltene chinesische Währung belasteten demnach die deutsche Wirtschaft. Nach eigener Einschätzung von Merz finden 40 Prozent des Welthandels in der besuchten Region statt, dort seien zudem 60 Prozent der großen innovativen Unternehmen angesiedelt.
In Tokio traf Merz am 28. Oktober 2026 Japans Premierministerin Takaichi Sanae zu einem Gipfelgespräch, wie es in der gemeinsamen Erklärung beider Regierungen heißt. Beide vereinbarten, ihre Einsatzbereitschaft und ihre verteidigungsindustrielle Basis zu stärken, die nächsten „2+2"-Konsultationen zwischen den Außen- und Verteidigungsministerien frühzeitig einzuberufen und die Zusammenarbeit bei unbemannten Systemen zu fördern. Zudem lud Merz Japan als Partnerland zur Hannover Messe 2028 ein, Takaichi nahm die Einladung an; außerdem lud er die Premierministerin zu einem baldigen Deutschlandbesuch ein, die nächsten Regierungskonsultationen beider Länder sollen im folgenden Jahr in Berlin stattfinden. Im Präsidialamt empfing Präsident Lee Jae-myung Merz am 29. Oktober zu einem Gipfeltreffen, dem ersten offiziellen Südkoreabesuch des Kanzlers seit seinem Amtsantritt, wie das südkoreanische Präsidialamt mitteilte. Deutschland sei Südkoreas größter Handelspartner in Europa; beide Länder hielten vor allem bei Halbleitern, Autos und Arzneimitteln ein jährliches Handelsvolumen von mehr als 300억 US-Dollar. Südkoreas Handelsminister Kim Jung-kwan unterzeichnete am 30. Oktober laut dem Handelsministerium eine gemeinsame Absichtserklärung über einen Rahmen für eine Wirtschafts- und Hochtechnologiepartnerschaft mit dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium. Laut tagesschau war bei den Gesprächen mit Südkorea auch Cybersicherheit Thema. Zu Singapur sagte Premierminister Lawrence Wong bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merz, deutsche Industriekompetenz und Singapurs Investitionen in digitale Technologien könnten gemeinsam Fortschritte bei industrieller KI ermöglichen, etwa durch Robotik und automatisierte Lösungen in Fertigung und Logistik. Wong kündigte an, Singapur werde während seines ASEAN-Vorsitzes im kommenden Jahr mit Deutschland zusammenarbeiten, um EU und ASEAN näher zusammenzubringen, nannte ein Freihandelsabkommen zwischen beiden aber „herausfordernd und komplex".
Mehr Nervosität als erwartet
Der Industrial Accelerator Act, den die Europäische Kommission als Verordnungsvorschlag vorgelegt hat, soll einen Rahmen zur Beschleunigung industrieller Kapazitäten und Dekarbonisierung in strategischen Sektoren schaffen. Laut einer Analyse von ZDFheute löste die deutsch-französische Verständigung dazu, wonach Kaufprämien und öffentliche Aufträge nur noch an europäische Autos vergeben werden sollen, bei Japanern und Südkoreanern „mehr Nervosität" aus, als Merz erwartet hatte; er musste Sorgen über die Folgen für die dortige Industrie mehrfach zerstreuen. Merz selbst sagte, er habe diesen Befürchtungen „überall widersprochen" und wolle den europäischen Markt für Wettbewerber offenhalten; die Sorgen wolle er nach Berlin und zum nächsten Europäischen Rat mitnehmen. BDI-Hauptgeschäftsführungsmitglied Wolfgang Niedermark sagte laut tagesschau, Deutschland habe „vielleicht zu sehr" auf China als Industriepartner gesetzt und müsse aus geopolitischen Gründen sowie wegen des industriellen Wettbewerbs mit China das Risiko anders verteilen, forderte aber zugleich, mit China „weiter im Gespräch" zu bleiben. Offen bleibt laut der Analyse von ZDFheute, ob die engere Partnerschaft mit den Pazifikstaaten ein Gegengewicht zu den USA, China und Russland bilden kann.
Koalition der Willigen: Merz lädt für November nach Berlin ein
Merz kündigte an, die Unterstützungssignale aus der Region als Rückenwind für die „Koalition der Willigen" mitzunehmen, zu der er für November nach Berlin eingeladen hat; er versprach, im Engagement für die Ukraine „nicht nachzulassen". Zu möglichen weiteren Luftabwehrlieferungen sagte Merz, man diskutiere das „in der gebotenen Diskretion“ mit vielen Ländern, zugleich gebe es weltweit echte Lieferschwierigkeiten.
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