Belize will 30 Prozent seines Meeres schützen
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Belize will 30 Prozent seines Meeres schützen

Belize hat nach Angaben der Regierung rund 25 Prozent seines Meeresraums unter Schutz gestellt und will diesen Anteil auf 30 Prozent heben.

Quellen (8)
  1. PRESS RELEASE GOB Achieves the Delivery of Milestone 4 Under the Belize Blue Bonds Programpressoffice.gov.bz
  2. Frequently Asked Questions - Belize Sustainable Ocean Plan - BSOPbsop.coastalzonebelize.org
  3. Belize looks to the deep sea to complete its 30% ocean protection pledge | Focusing on Wildlifefocusingonwildlife.com
  4. Belize: 2022 Article IV Consultation-Press Release; and Staff Report in: IMF Staff Country Reports Volume 2022 Issue 133 (2022)elibrary.imf.org
  5. Draft Report: BSOP National Validation Sessionbsop.coastalzonebelize.org
  6. Belize looks to the deep sea to complete its 30% ocean protection pledgenews.mongabay.com
  7. Opposition Blindsided by Passage of Sustainable Ocean Plan | Greater Belize Media Opposition Blindsided by Passage of Sustainable Ocean Plangreaterbelize.com
  8. BELIZE SUSTAINABLE OCEAN PLAN | NATIONAL BPZ VALIDATION NATIONAL VALIDATION REPORT Biodiversity Protection Zones Expansionbsop.coastalzonebelize.org
31. Oktober 2026, 4:18 Uhr688 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Den geschützten Anteil beziffert die Regierung in einer Pressemitteilung der Regierung auf 25,05 Prozent; die Ausweitung soll laut dem Fahrplan des Blue-Bond-Abkommens bis zum 4. November 2026 erfolgen. Möglich wurde das laut einem 2022 veröffentlichten Bericht des Internationalen Währungsfonds durch einen Schuldentausch mit The Nature Conservancy, der die Staatsschulden Belizes um 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts senkte.

Der Belize Sustainable Ocean Plan, kurz BSOP, ist laut einer FAQ der offizielle Name für Belizes Meeresraumplan. Im Rahmen des Schuldentauschs kaufte Belize im November 2021 Auslandsschulden von 553 Millionen US-Dollar zu 55 Cent pro Dollar zurück; eine Tochtergesellschaft von The Nature Conservancy finanzierte den Rückkauf mit einem Darlehen über 364 Millionen US-Dollar. Rechtlich verankert wurde die Ausweitung auf 25,05 Prozent laut Regierung 2024 durch die Verordnungen SI Nos. 132 bis 135. Dabei entstanden bei Lighthouse Reef, Glover’s Reef und Bacalar Chico neue Zonen mit teilweisen Fischereisperren, die laut Mongabay in der Fischereigemeinschaft auf Widerstand stießen.

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Drei neue Zonen und ein enger Zeitplan

Um den nächsten Schritt zu erreichen, schlägt der BSOP-Entwurf laut Mongabay drei neue Meeresschutzgebiete mit zusammen etwa 1.652 Quadratkilometern vor. Das größte der drei Gebiete, die 1.220 Quadratkilometer große High Protection for Biodiversity Zone 8 mitten in Belizes Wirtschaftszone, war laut Mongabay bislang nicht aktiv geschützt, während das kleinste, eine 128 Quadratkilometer große Erweiterung bei Corona Reef vor Toledo, in einem Gebiet mit einer Laichansammlung mehrerer kommerziell wichtiger Fischarten liegt. Nach Angaben von Planungsleiter Samir Rosado aus dem BSOP-Team lehnten Beteiligte zusätzliche Küstenschutzzonen überwiegend ab, weil dieser Raum als ausgeschöpft gilt; mehr als 50 Prozent der Korallen und nahezu 40 Prozent des Seegrases liegen demnach bereits in Schutzgebieten, während die Tiefsee unterrepräsentiert ist. Am 8. September übergab CZMAI den Entwurf dem Kabinett zur Genehmigung; danach sollten laut Rosado noch Repräsentantenhaus und Senat zustimmen, bevor die neuen Gebiete amtlich veröffentlicht werden. Anfang Oktober brachte Premierminister John Briceño laut Greater Belize Media im Parlament einen entsprechenden Antrag ein, den das Medium als Verabschiedung wertete; Oppositionsführerin Tracy Panton kritisierte, die Unterlagen seien erst Stunden vor der Debatte vorgelegt worden und das Parlament damit zum bloßen Abnickorgan der Exekutive gemacht worden. Beverly Wade, CEO des Ministeriums für die blaue Wirtschaft, erklärte laut Mongabay, die Regierung bleibe dem Termin am 4. November verpflichtet. Wade verwies zugleich auf nicht näher erläuterte Flexibilitäten des Abkommens für unvorhergesehene Umstände im Gesetzgebungsverfahren.

Schutzkategorien und offene Fragen zur Umsetzung

Mit den drei Gebieten würden laut Mongabay rund 16,3 Prozent des Meeres hohen und 13,7 Prozent mittleren Schutz erhalten und damit die vertraglich verlangten mindestens 15 Prozent strengsten Schutzes übertreffen. Die 2024 eingerichteten Zonen mittleren Schutzes erlauben laut Regierung eine begrenzte, gut verwaltete Nutzung. Mitte Oktober beschrieb Rosado gegenüber Mongabay die Zustimmung des Senats sowie die amtliche Veröffentlichung weiterhin als ausstehende Schritte. Fischereiwissenschaftler Andrew Rosenberg warnte, Tiefseeschutz reiche ohne entschiedene Maßnahmen gegen Überfischung in flacheren Gewässern nicht für Nachhaltigkeit. Leandra Cho-Ricketts, Geschäftsführerin des Belize Fund, antwortete auf Mongabays Frage, ob die Finanzierung für die Schutzverpflichtung von 30 Prozent ausreiche, die Finanzierung decke nicht alle Bedürfnisse vor Ort, biete aber eine wichtige Grundlage für gemeinsame Bewirtschaftung und die zur Erfüllung der Regierungsverpflichtungen nötigen Maßnahmen. Der Validierungsbericht der CZMAI vom 24. September räumte ein, dass der endgültige Flächenanteil und die rechtliche Beschreibung des Schutzgebietsnetzes sowie die genauen Managementregeln für jede neue Zone noch nicht geklärt waren.

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Im Vergleich: Tiefsee statt Küste

Anders als 2024, als Fischer die Konsultationen und die anfängliche Entscheidung zu den Zonen bei Lighthouse Reef als überstürzt, schlecht organisiert und unzureichend informiert kritisierten, begrüßen lokale Fischer laut Mongabay die neuen Tiefseezonen, weil diese weit außerhalb ihrer Arbeitsgewässer liegen. Auch der aktuelle Plan stieß laut Mongabay während der Konsultationen zunächst auf Widerstand von Fischern.

Ausstehende Schritte und weitere Fristen

Nach dem in der Validierungssitzung vorgestellten vorläufigen Fahrplan sollte nach Stand Mitte Oktober noch die Einreichung des Pakets bei der Belize Blue Investment Company folgen. Verfehlt Belize einen Meilenstein, drohen laut Mongabay finanzielle Sanktionen, die nach Stand Mitte Oktober bislang nicht verhängt worden waren. Danach folgen weitere Fristen: Bis 2027 muss Belize mindestens drei Schutzgebiete für die IUCN Green List beantragen, bis 2029 müssen für sämtliche Zonen, auch die entfernten, bisher nicht bewirtschafteten Tiefseegebiete, genehmigte und unterzeichnete Managementpläne vorliegen.

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