Menopause-Apps: Qualitative Studie mit 29 Teilnehmerinnen
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Menopause-Apps: Qualitative Studie mit 29 Teilnehmerinnen

In einer qualitativen Studie mit 29 peri- und postmenopausalen Frauen im Vereinigten Königreich mit Menopause-App-Erfahrung berichten die Teilnehmerinnen von mehr Wissen und Selbstvertrauen hinsichtlich ihrer eigenen Menopause-Erfahrung. Die App Balance wurde zusätzlich bei einem Technologie-Summit ausgezeichnet, die Regierung sieht zugleich nur bei wenigen Femtech-Produkten ausreichend ausgereifte Evidenz für nationale Bewertung, zentrale Finanzierung oder unterstützte Einführung.

Quellen (6)
  1. DIGITAL HEALTH: Menopause apps: Personal health tracking, empowerment and epistemic injusticedoi.org
  2. Balance - Terms of use — Balancebalance-app.com
  3. Healthy life expectancy, UK - Office for National Statisticsons.gov.uk
  4. Streeting relaunches women’s health strategy to tackle ‘medical misogyny’ | NHS | The Guardiantheguardian.com
  5. Government response to the Women and Equalities Committee’s 12th report of session 2024 to 2026: menstrual health of girls and young women - GOV.UKgov.uk
  6. 5 pioneering women’s health innovations awardedbusinesscloud.co.uk
1. November 2026, 4:03 Uhr643 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Frauen in der Perimenopause oder Menopause, die entsprechende Apps nutzen, berichten laut einer qualitativen Studie zu Menopause-Apps von mehr Wissen und Selbstvertrauen im Umgang mit ihren Symptomen. Für die Studie zu Menopause-Apps von Sillence und Kolleginnen wurden 29 Frauen im Vereinigten Königreich im Jahr 2023 über soziale Medien, Plakate und Organisationen wie Menopause café rekrutiert. Die Apps dienten den Frauen laut der Studie auch dazu, dem Gefühl entgegenzuwirken, in der Gesundheitsversorgung nicht ernst genommen zu werden.

Was die App Balance bietet

Balance stammt laut den Nutzungsbedingungen von Balance von Newson Health Limited und soll weltweit evidenzbasierte, unvoreingenommene Informationen zu Perimenopause und Menopause bereitstellen. Nutzerinnen können darin ein eigenes Gesundheitstagebuch führen, einen freiwilligen Menopause-Fragebogen für einen Gesundheitsbericht ausfüllen und Statistiken zu Stimmung und Symptomen sowie einen Menstruationskalender einsehen. Der Download ist kostenlos, zusätzliche Funktionen wie Balance+ sind kostenpflichtig, genutzt werden darf die App ab 18 Jahren. Balance weist zugleich darauf hin, dass die Inhalte keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen und keine Garantie für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität besteht. Zum Zeitpunkt der Studie war Balance durch die Organisation for the Review of Care and Health Apps zertifiziert, die nach Angaben der Autorinnen Apps für den NHS und mehrere nationale Gesundheitsorganisationen weltweit prüft. Die Ergebnisse stammen aus Einzelinterviews von durchschnittlich 30 Minuten und einer Online-Reflexionsübung mit acht Impulsen, zwei der vier Autorinnen kannten Menopause-Apps bereits, die Erstautorin nutzte sie selbst und achtete nach eigener Darstellung bewusst auf mögliche Voreingenommenheit. Zwei Teilnehmerinnen hatten nach Angaben der Autorinnen ein Online-Forum mit einer App verwechselt, ihre Angaben wurden dennoch einbezogen.

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Warum Frauengesundheit in England Thema ist

Hintergrund ist auch, dass die gesunde Lebenserwartung im Vereinigten Königreich laut dem Bericht des Office for National Statistics 2022 bis 2024 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe 2011 bis 2013 fiel, obwohl die allgemeine Lebenserwartung leicht stieg. Männer konnten demnach im Schnitt mit 60,7 gesunden Jahren rechnen, das sind 77 Prozent ihres Lebens, Frauen mit 60,9 Jahren beziehungsweise 73 Prozent. Gesundheitsminister Wes Streeting erklärte laut einem Bericht des Guardian im April 2026 bei der Neuauflage der Frauengesundheitsstrategie für England, der NHS lasse Frauen im Stich. Ein Bericht des Frauen- und Gleichstellungsausschusses hatte zuvor festgestellt, dass gynäkologische und menstruelle Gesundheit von der Regierung nicht ausreichend priorisiert worden sei, die Ausschussvorsitzende Sarah Owen erklärte, fast eine halbe Million Frauen stünden auf gynäkologischen Krankenhauswartelisten, obwohl wirksame Behandlungen in der Primärversorgung möglich wären. Die Regierung kündigte an, die neue Strategie solle unter anderem einen Versorgungsstandard mit Schmerzlinderung bei Eingriffen wie dem Einsetzen einer Verhütungsspirale sowie Maßnahmen gegen lange Diagnosewartezeiten etwa bei Endometriose vorsehen.

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Wie belastbar die Evidenz hinter solchen Apps ist

Die britische Regierung erklärte am 26. Mai 2026 in ihrer Antwort auf den Ausschussbericht, es habe in den vergangenen Jahren eine erhebliche Ausweitung neuer Technologien für Frauengesundheit gegeben, sogenannte Femtech. Zugleich räumte sie ein, dass wegen der langjährigen Ungleichheit beim Zugang zu Finanzierung und der mangelnden Priorisierung der Frauengesundheit nur wenige Femtech-Produkte über eine für nationale Bewertung, zentrale Finanzierung oder unterstützte Einführung ausreichend ausgereifte Evidenzbasis verfügten. Ein großer Teil des Marktes richte sich direkt an Verbraucherinnen oder gelte als Wellness-Produkt, die Regierung sieht das Risiko, dass das Wachstum von Femtech ungedeckten klinischen Bedarf nicht adressiert und die Nutzung durch Verbraucherinnen gesundheitliche Ungleichheiten vergrößert.

Wie digitale Angebote auf der NHS-Website verlinkt werden

Seit Mai 2026 verweist die NHS-Website von ihren Seiten zur Menstruationsgesundheit auf den Periods information hub von Wellbeing of Women mit einem Menstruations-Symptomchecker, ein entsprechender Verweis aus der NHS App ist angekündigt. Die Regierung kündigte außerdem an, mit Wellbeing of Women zu prüfen, ob der Checker um weitere Beschwerden wie unregelmäßige Blutungen und psychische Symptome erweitert werden könnte. Laut einem Bericht von BusinessCloud vom 8. Oktober 2026 wurde Balance, die BusinessCloud als evidenzbasierte App mit personalisierten Informationen und Unterstützung zur Hormongesundheit beschreibt, gemeinsam mit den Projekten Gynomics, InViFlo, Söker Data und Synkit Health beim Women's Health Technology Summit 2026 ausgezeichnet.

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