Iran: Hormus-Öffnung nur nach US-Kurswechsel
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Iran: Hormus-Öffnung nur nach US-Kurswechsel

Iran erklärte am Samstag, ein Abkommen mit Oman über Schiffsrouten durch die Straße von Hormus sei 'sehr nah'. Die vollständige Öffnung der Meerenge knüpfte Außenminister Araghchi jedoch an fünf US-amerikanische Vorleistungen, darunter die Einhaltung des Juni-Memorandums.

Quellen (9)
  1. Al Jazeeraaljazeera.com
  2. Al Jazeera (Bedingungen)aljazeera.com
  3. Bloombergbloomberg.com
  4. US Newsusnews.com
  5. Deutschlandfunkdeutschlandfunk.de
  6. tagesschautagesschau.de
  7. Handelsblatthandelsblatt.com
  8. Deutschlandfunk (DAX)deutschlandfunk.de
  9. CNN Iran (Juni-Gespräche)cnn.com
9. August 2026, 4:04 Uhr724 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Fünf Tage nachdem US-Finanzminister Scott Bessent eine Hormus-Einigung noch „heute oder morgen“ für möglich gehalten hatte, formulierte Iran am Samstag seine Bedingungen öffentlich. Außenminister Abbas Araghchi sagte, die Verhandlungen mit Oman über Schiffsrouten durch die Meerenge seien „sehr nah“ an einem Abschluss. Eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus stellte Teheran jedoch unter Vorbehalt: Sie werde nicht stattfinden, solange die USA ihr Verhalten nicht grundlegend ändern.

Was Iran von Washington verlangt

Mohammad Bagher Zolghadr, Sekretär von Irans Oberstem Nationalen Sicherheitsrat, brachte es auf den Punkt: Die Straße von Hormus werde nie vollständig wiedereröffnet, bis die USA ihr Verhalten korrigieren. Auf die Frage, was das konkret bedeute, listet die iranische Seite fünf Punkte auf.

Erstens: die Einhaltung des Memorandums of Understanding vom Juni 2026. Das 14-Punkte-Dokument, das Trump und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian am 17. Juni fernschriftlich unterzeichnet hatten, enthielt unter anderem Zusagen zur Lockerung von Sanktionen und zur Schiffspassage. Iran wirft den USA vor, diese Zusagen verletzt zu haben. Zweitens: ein Ende der israelischen Angriffe auf den Libanon, die Teheran als Teil desselben Konflikts bewertet. Drittens: die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder, die durch Sanktionen blockiert sind. Viertens: ein Rückzug der US-Marine aus dem Persischen Golf. Fünftens: die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Südhäfen, die Washington seit Beginn des Konflikts aufrechterhält.

IRGC-Sprecher Hossein Mohebbi ergänzte, die Öffnung der Meerenge habe einen „eigenen spezifischen Mechanismus“ und sei nicht allein vom Iran-Oman-Abkommen abhängig. Die USA müssten sich den Bedingungen Irans unterwerfen.

Was Oman und Iran vereinbart haben

Von der Iran-Oman-Seite gibt es konkreteren Fortschritt. Die beiden Länder haben sich auf Koordinaten für Schiffsrouten geeinigt: Eingehender Verkehr soll künftig die nördliche Spur durch iranische Gewässer nutzen, ausgehender Verkehr die südliche Spur durch omanisches Territorium. Das ist ein technischer Rahmen, den beide Küstenstaaten der Meerenge akzeptieren. Die politische Hürde liegt anderswo.

Katar, Pakistan und Oman arbeiten gemeinsam als Vermittler zwischen Washington und Teheran. Katars Außenministerium hatte Anfang der Woche erklärt, die Gespräche seien in „sehr fortgeschrittenen Stadien“ angelangt. Außenminister Marco Rubio sagte am Dienstag, es habe Fortschritte gegeben, aber noch keine Einigung. Bessents Formulierung „heute oder morgen“ vom Montag blieb fünf Tage unerfüllt.

Warum das Juni-Memorandum belastet

Der Ausgangspunkt des Konflikts liegt weiter zurück. Am 28. Februar 2026 griffen US-amerikanische und israelische Streitkräfte Iran an, worauf Teheran die Straße von Hormus blockierte. Täglich passieren rund 20 Millionen Barrel Rohöl die nur 34 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman, etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung. Die Blockade trieb die Energiepreise in die Höhe und erschütterte die Finanzmärkte.

Das Juni-Memorandum sollte einen Weg aus der Krise weisen: Iran verpflichtete sich zu sicherer Passage für Handelsschiffe für 60 Tage, die USA zu Sanktionserleichterungen und einem Rückzug aus bestimmten Positionen. Drei Tage nach Unterzeichnung schloss Iran Hormus erneut, mit der Begründung, die USA hätten ihre Zusagen bereits gebrochen. Der Streit darum, wer das Memorandum tatsächlich verletzt hat, ist seitdem nicht beigelegt.

Märkte reagieren auf jede Bewegung

Die Hoffnung auf eine Annäherung hat die Finanzmärkte in dieser Woche erneut beflügelt. Der Deutsche Aktienindex erreichte ein neues Rekordhoch, der S&P 500 in New York ebenfalls. Rohöl der Nordseesorte Brent notiert rund um 86 US-Dollar, deutlich unter dem Höhepunkt zur Zeit der vollständigen Blockade, aber noch weit über dem Vorkrisenniveau. Analysten erwarten, dass eine vollständige Hormus-Öffnung den Preis um weitere 15 bis 20 Dollar drücken würde.

Die nächste Verhandlungsrunde soll laut Katar noch in dieser Woche stattfinden. Die Koordinaten der Schiffsrouten sind vereinbart, der politische Rahmen noch nicht. Solange die USA die Seeblockade iranischer Häfen nicht aufheben, hat Teheran nach eigener Darstellung keinen Anlass zur Vollöffnung. Ob Bessents nächster Zeitplan realistischer ist als der vom vergangenen Montag, wird sich an konkreten Schritten messen lassen.

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