Ifo-Index: Geschäftsklima der deutschen Autoindustrie auf Jahrestief
Wirtschaft

Ifo-Index: Geschäftsklima der deutschen Autoindustrie auf Jahrestief

Das Geschäftsklima der deutschen Automobilindustrie ist im September laut Ifo-Institut auf den tiefsten Stand des laufenden Jahres gefallen. Bereits zuvor hatte Volkswagen seine Prognose der operativen Umsatzrendite für 2026 von 4,0 bis 5,5 Prozent auf bis zu 1 Prozent gesenkt.

Quellen (9)
  1. Ifo-Institut meldet Einbruch: Stimmung in deutscher Autoindustrie fällt auf Jahrestieftagesspiegel.de
  2. Ifo-Index: Stimmung in deutscher Autoindustrie stürzt auf Jahrestiefberliner-zeitung.de
  3. Volkswagen AG updates its forecast for fiscal year 2026 | Volkswagen Groupvolkswagen-group.com
  4. Employment Trends 2035 | VDAvda.de
  5. Autoindustrie-Stellenabbau: Verband VDA warnt vor Jobwegfallzdfheute.de
  6. On May 30, the China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) re - Shanghai Metals Market (SMM)news.metal.com
  7. Porsche AG achieves further milestones and stabilises profitability - Porsche Newsroomnewsroom.porsche.com
  8. Krise in der Autoindustrie: Volkswagen senkt Gewinnprognose – Milliarden-Abschreibung auf Porsche | stuttgarter-zeitung.destuttgarter-zeitung.de
  9. Volkswagen senkt Gewinnerwartung für 2026 deutlichzdfheute.de
5. Oktober 2026, 11:03 Uhr455 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl erklärte laut Tagesspiegel: „Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise.“

Die befragten Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage so schlecht wie noch nie in diesem Jahr, während die Aussichten für die kommenden Monate bereits im August stark gesunken waren und auf niedrigem Niveau blieben. Auch den Auftragsbestand bewerteten die Unternehmen laut Tagesspiegel im September schlechter als im Vormonat; die Ertragslage sank nach Unternehmensangaben im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal. Zudem rechneten sie mit sinkenden Exporten und einem weiteren Rückgang der Beschäftigung, nachdem die Exporterwartungen zuvor noch gestiegen waren. In anderen Branchen wie der Elektro- und der Chemieindustrie hatte sich die Stimmung dagegen zuletzt deutlich aufgehellt.

Volkswagen hatte die Prognose der operativen Umsatzrendite bereits gesenkt

2025 hatte die Rendite noch bei 2,8 Prozent gelegen. Volkswagen begründete die Änderung mit einer Wertminderung des Firmenwerts von Porsche, dem schwierigen Marktumfeld vor allem in China und zusätzlichen Restrukturierungsaufwendungen.

Nach Unternehmensangaben sollen Sondereffekte von insgesamt rund 10 Milliarden Euro das operative Ergebnis 2026 belasten, davon waren 0,9 Milliarden Euro bereits im ersten Halbjahr verbucht. Bereinigt um diese Effekte läge die operative Umsatzrendite für das Gesamtjahr nach Konzernangaben bei etwa 4 Prozent. Die nicht zahlungswirksame Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert von Porsche beziffert Volkswagen auf rund 6 Milliarden Euro, die das dritte Quartal belasten soll. Grundlage dafür waren laut Volkswagen aktualisierte langfristige Planungsdaten, die Porsche selbst übermittelt hatte. Die Prognosen für Netto-Cashflow und Nettoliquidität im Automobilbereich bleiben laut Volkswagen unverändert.

Verband erwartet weitere Arbeitsplatzverluste

Als Ursache nannte Verbandspräsidentin Hildegard Müller eine anhaltende Standortkrise in Deutschland und Europa, verbunden mit hohen Steuern, teurer Energie, hohen Lohnkosten und starker Bürokratie. Müller forderte deshalb ein Umsteuern der EU hin zu mehr Flexibilisierung und Technologieoffenheit auf dem Weg zur Klimaneutralität; dadurch ließen sich ihrer Schätzung nach rund 50.000 Arbeitsplätze am Standort Deutschland erhalten.

Wachsender Druck aus China

Als einen Grund für die Schwäche der Branche nennen Ifo-Institut und Medienberichte wachsende Konkurrenz aus China, insbesondere bei Elektrofahrzeugen. Chinesische Hersteller drängten laut Tagesspiegel verstärkt auf den europäischen Markt, weil der eigene Markt schwächle und dort eine erhebliche Überproduktion bestehe; der US-Markt sei ihnen wegen der Handelspolitik versperrt. Der chinesische Herstellerverband CAAM hatte entsprechende Überkapazitätsvorwürfe laut SMM bereits im Mai als den industriellen Tatsachen widersprechend zurückgewiesen und für mehr Zusammenarbeit mit der EU geworben.

Porsche meldet für sich höheren operativen Halbjahresgewinn

Porsche meldete für das erste Halbjahr 2026 einen operativen Konzerngewinn von 1,35 Milliarden Euro nach 1,01 Milliarden Euro im Vorjahr, bei einem Umsatzrückgang auf 17,23 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite stieg auf 7,8 Prozent nach 5,5 Prozent im Vorjahr, während die Auslieferungen auf 122.306 Fahrzeuge zurückgingen.

Am 29. Oktober 2026 will Volkswagen seinen Bericht zum dritten Quartal veröffentlichen. Ifo-Erhebung, Volkswagen-Prognose und Verbandszahlen zeichnen damit das Bild einer Branche, die insgesamt unter anhaltendem Druck steht.

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