FDA erlaubt Fayuvi für MPS-IIIA-Kinder mit erhaltener Neuroentwicklung
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FDA erlaubt Fayuvi für MPS-IIIA-Kinder mit erhaltener Neuroentwicklung

Die FDA hat Fayuvi als erste Gentherapie gegen das Sanfilippo-Syndrom Typ A, eine seltene Erbkrankheit, die Gehirn und Nervensystem fortschreitend schädigt, für pädiatrische Patienten mit erhaltener neuroentwicklungsbezogener Funktion zugelassen. Laut der Patientenorganisation National MPS Society kämpften Betroffene und ihre Familien mehr als 15 Jahre für diesen Moment.

Quellen (8)
  1. FDA Approves First Gene Therapy Treatment for Sanfilippo Syndrome Type A, Developed at the Abigail Wexner Research Institute at Nationwide Children’s Hospitalnationwidechildrens.org
  2. Fayuvi (UX111): Gene Therapy for Sanfilippo Syndrome Type Adrugs.com
  3. FDA Approves First Gene Therapy for Sanfilippo Syndrome Type A | BioPharm Internationalbiopharminternational.com
  4. National MPS Society Responds: UX111 Decisionmpssociety.org
  5. ClinicalTrials.gov: Transpher A – Gene Transfer Study of UX111 in MPS IIIA (NCT02716246)clinicaltrials.gov
  6. ClinicalTrials.gov: Long-Term Follow-up Study of UX111 (AAV9-SGSH) in MPS IIIA Patients (NCT04360265)clinicaltrials.gov
  7. FDA Approves First Gene Therapy for Sanfilippo Syndrome Type A | CGTlive®cgtlive.com
  8. FDA approves first-ever gene therapy for Sanfilippo syndrome | STATstatnews.com
7. Oktober 2026, 7:51 Uhr452 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Entwickelt wurde die Therapie laut Nationwide Children's Hospital am Abigail Wexner Research Institute des Nationwide Children's Hospital in Columbus, Ohio; das Programm wurde 2013 von Abeona Therapeutics lizenziert und 2022 an Ultragenyx übertragen.

Was MPS IIIA im Körper verändert

Kinder mit MPS IIIA erben laut Drugs.com von beiden Eltern ein verändertes SGSH-Gen, das normalerweise die Anleitung zur Herstellung des Enzyms Sulfamidase liefert; ohne funktionierende Sulfamidase sammelt sich der komplexe Zucker Heparansulfat in Zellen an und schädigt Nervenzellen im Gehirn. Die Symptome beginnen im frühen Kindesalter mit einer Entwicklungsverzögerung, bevor Kinder bereits erlernte Fähigkeiten in Denken, Sprache und Bewegung wieder verlieren und Verhaltensprobleme auftreten. Nach Angaben von Nationwide Children's Hospital betrifft die Krankheit 1 von 70,000 Lebendgeburten, bis zur Zulassung war die Behandlung laut FDA auf die Behandlung von Symptomen beschränkt; es fehlte eine FDA-zugelassene Therapie zur Veränderung des zugrunde liegenden Krankheitsverlaufs.

sanfilippo-syndrom

Wie die Zulassungsstudie den Nutzen misst

Biochemisch zeigte sich laut Drugs.com ein Effekt: Der Heparansulfatwert in der Rückenmarksflüssigkeit sank im ersten Behandlungsmonat um mehr als die Hälfte und lag nach zwei Jahren bei 15 von 16 untersuchten Kindern weiterhin um mindestens die Hälfte unter dem Ausgangswert. Die Nachbeobachtung reicht laut Drugs.com im Median rund vier Jahre, die längste knapp acht Jahre; wegen der Seltenheit der Krankheit stammen die Zahlen aus kleinen Gruppen, längerfristige Ergebnisse über diesen Nachbeobachtungszeitraum hinaus sind noch unbekannt.

Nebenwirkungen und Auflagen bei der Infusion

Unter 27 mit der zugelassenen Dosis behandelten Kindern traten laut Drugs.com erhöhte Leberenzymwerte bei 85 Prozent, Erbrechen bei 67 Prozent, Verhaltensänderungen bei 56 Prozent, Durchfall bei 48 Prozent und Fieber bei 41 Prozent auf; fast alle Leberwerte normalisierten sich wieder. Die FDA warnt zudem vor dem Risiko einer thrombotischen Mikroangiopathie und, wie bei anderen AAV-Gentherapien, vor einem möglichen Langzeitrisiko, dass sich das eingebrachte Erbgut ins Genom einbaut und Tumore auslöst; in den Fayuvi-Studien selbst wurden laut Drugs.com keine Fälle der Gefäßerkrankung beobachtet.

Fayuvi ist laut der Patientenorganisation National MPS Society die erste Gentherapie für irgendeine Form von MPS und die erste FDA-Zulassung einer Gentherapie, die auf Heparansulfat im Nervenwasser als Krankheitsmarker aufbaut. Die Organisation verweist zugleich auf ihre frühere Arbeit für das Neugeborenenscreening bei MPS I und MPS II: Jeder Monat ohne Diagnose bedeute verlorene Hirnfunktion, die eine Gentherapie nicht zurückgeben könne, erklärte Präsidentin Terri Klein. Deshalb richte die Gesellschaft ihre Arbeit nun auf ein Neugeborenenscreening für das Sanfilippo-Syndrom, denn eine Behandlung rette die Entwicklung eines Kindes nur, wenn sie früh genug ansetze.

Behandlungszentren und Antikörpertests

Nationwide Children's Hospital kündigte an, selbst ein qualifiziertes Behandlungszentrum zu werden und Teil eines landesweiten Netzwerks mit den nötigen Einrichtungen und geschultem Personal für die Verabreichung von Fayuvi zu sein. Ultragenyx erhielt laut BioPharm International im Zusammenhang mit der Zulassung außerdem einen Priority Review Voucher.

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