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Wirtschaft
Heidelberger Druckmaschinen gründet Drohnenabwehrfirma Onberg in Brandenburg

Heidelberger Druckmaschinen gründet Drohnenabwehrfirma Onberg in Brandenburg

Der Druckmaschinenkonzern Heidelberger Druckmaschinen steigt mit einem US-israelischen Partner in die Drohnenabwehr ein. Das neue Joint Venture Onberg Autonomous Systems soll Brandenburg an der Havel zum deutschen Kompetenzzentrum für autonome Sicherheitssysteme machen.

14. April 2026, 18:24 Uhr 620 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Heidelberger Druckmaschinen, einer der weltweit führenden Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen, erschließt ein völlig neues Geschäftsfeld: Drohnenabwehr. Das im März 2026 gegründete Joint Venture Onberg Autonomous Systems soll in Brandenburg an der Havel Systeme entwickeln, die Drohnen über kritischer Infrastruktur neutralisieren. Hintergrund ist ein bundesweit festgestellter Anstieg von Drohnensichtungen an Flughäfen, Kasernen und Energieanlagen seit Beginn des Ukraine-Kriegs.

Partnerschaft mit US-israelischem Technologiegeber

Onberg Autonomous Systems entstand als Gemeinschaftsunternehmen zwischen einer Tochtergesellschaft von Heidelberger Druckmaschinen AG und Ondas Autonomous Systems, einem US-israelischen Unternehmen und Tochtergesellschaft von Ondas Holding Inc. Heidelberger Druckmaschinen hält 49 Prozent des Ventures und bringt Fertigungskapazitäten sowie ingenieurtechnisches Know-how ein. Ondas steuert die erprobte Kerntechnologie bei, ein System das in militärischen und zivilen Kontexten bereits eingesetzt wird.

Die Wahl des Standorts Brandenburg an der Havel ist strategisch. Die Stadt liegt im Zentrum einer Region mit wachsender Rüstungsinfrastruktur und bietet Industrieflächen für die geplante Serienfertigung. Laut Unternehmensangaben soll der Standort zu einem führenden Kompetenzzentrum für Drohnenabwehr und autonome Sicherheitssysteme ausgebaut werden. Als erste Zielmärkte hat Onberg Deutschland und die Ukraine benannt.

Technologie: Kamera, Radar und GPS-Störung

Das Kernsystem basiert auf einer intelligenten Kamera, die Drohnen im Luftraum erkennt, kombiniert mit Radar, Infrarot und Scannertechnologien. Sobald eine feindliche Drohne in einem geschützten Bereich identifiziert ist, unterbricht ein Störsender ihre GPS-Kommunikation. Das System kann damit Drohnen zum kontrollierten Absturz bringen, ohne eigene Munition einzusetzen. Zielkunden sind Flughäfen, Bundeswehrstandorte und Energieversorger.

Überraschend ist die Kombination aus ziviler Industrie und Rüstungstechnologie: Heidelberger Druckmaschinen ist kein Rüstungskonzern, sondern ein klassischer Maschinenbauer dessen Stammgeschäft durch den strukturellen Rückgang des Printmarkts unter Druck steht. Das Unternehmen sucht seit Jahren nach Wegen, sein Geschäftsmodell zu diversifizieren. Der Schritt in die Drohnenabwehr ist dabei ungewöhnlich radikal: kein naheliegender Technologietransfer, sondern ein Branchenwechsel durch strategische Partnerschaft.

Deutschland als Wachstumsmarkt für Drohnenabwehr

Der Markteintritt kommt zum richtigen Zeitpunkt. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs hat das Bundesinnenministerium die Bedrohungslage für kritische Infrastruktur in Deutschland mehrfach als erhöht eingestuft. Drohnensichtungen über Kasernen und Industrieanlagen nahmen laut Bundesbehörden signifikant zu. Gleichzeitig ist das Marktsegment für Drohnenabwehrsysteme bisher von US-amerikanischen und israelischen Anbietern dominiert. Onberg könnte als erstes gemeinsames Unternehmen mit deutschem, US-amerikanischem und israelischem Kapital in diesem Bereich eine Lücke füllen.

Nächste Schritte: Aufbau und erste Aufträge

Heidelberger Druckmaschinen verlängerte gleichzeitig die Verträge seines Vorstandsteams, was auf Stabilität im laufenden Umbau des Konzerns schließen lässt. Ob Onberg schnell genug skalieren kann, um bestehenden Anbietern Aufträge streitig zu machen, hängt vor allem davon ab, wie zügig Bundeswehr und deutsche Flughäfen konkrete Vergabeverfahren einleiten. Das Sondervermögen der Bundeswehr von 100 Milliarden Euro schafft dafür den finanziellen Spielraum. Erste Produkte aus Brandenburg sollen laut Unternehmensangaben noch 2026 ausgeliefert werden.

KI-gestützt erstellt

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