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Fraueneishockey: Olympiakomeback mit Viertelfinale

Fraueneishockey: Olympiakomeback mit Viertelfinale

Das deutsche Frauenteam im Eishockey hat bei den Winterspielen in Mailand und Cortina das Viertelfinale erreicht. Es war der erste Olympiaauftritt seit Sotschi 2014 und das beste Ergebnis seit zwölf Jahren.

20. April 2026, 18:34 Uhr 612 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Zwölf Jahre hatten die deutschen Frauen auf einen Olympiastart im Eishockey warten müssen. Bei den Winterspielen in Mailand und Cortina im Februar 2026 war es so weit: Das Team gewann die Gruppenphase als Zweiter und stand im Viertelfinale. Das Ergebnis überraschte viele, die erwartet hatten, dass ein Team nach so langer Olympiaabstinenz zunächst nur Erfahrung sammelt.

Qualifikation in Bremerhaven

Im Februar 2025 fand in der Eisarena Bremerhaven das finale Olympiaqualifikationsturnier statt. Vier Teams spielten im Rundumsystem: Jede Mannschaft spielte einmal gegen jede andere. Teilnehmer waren Deutschland, Österreich, Ungarn und die Slowakei. Das deutsche Team gewann alle drei Partien ohne Niederlage: 2:0 gegen Österreich, 6:1 gegen die Slowakei und 2:1 gegen Ungarn im abschließenden Spiel, das die Qualifikation besiegelte.

Die Olympiateilnahmen in Pyeongchang 2018 und Peking 2022 hatte das Team verpasst. Nach dem letzten Auftritt in Sotschi 2014 hatte der Deutsche Eishockeybund (DEB) systematisch in Nachwuchsförderung investiert und Spielerinnen ermutigt, den Schritt in professionelle Ligen zu wagen.

Gruppenphase und Viertelfinale in Mailand

Bei den Winterspielen spielte Deutschland in Gruppe B. Das Team schlug Japan mit 5:2 und bezwang den Gastgeber Italien mit 2:1. Laura Kluge vom Boston Fleet in der Professional Women's Hockey League (PWHL) erzielte den entscheidenden Treffer gegen Italien spät im Spiel. Deutschland beendete die Gruppenphase auf Rang zwei hinter Schweden.

Im Viertelfinale wartete Kanada, der klare Topfavorit des Turniers. Die Deutschen verloren 1:5. Das Ergebnis spiegelt den Unterschied in Kadertiefe und Spielerfahrung wider: Fast alle kanadischen Spielerinnen sind in der PWHL aktiv und spielen dort wöchentlich auf höchstem Niveau. Das deutsche Team hat erst begonnen, diese Professionalität aufzubauen.

Was sich verändert hat

Der Unterschied zu 2018 und 2022, als die Qualifikation scheiterte, liegt vor allem in der zunehmenden Professionalisierung einzelner Spielerinnen. Laura Kluge (Boston Fleet) und Katarina Jobst-Smith (Vancouver Goldeneyes) spielen in der stärksten Fraueneishockeyliga der Welt. Torfrau Sandra Abstreiter zählt zu den besten auf ihrer Position in Europa.

Auch der Nachwuchs entwickelt sich. Die Zwillinge Lilli und Luisa Welcke, beide Teil des Olympiakaders, sind ein Beispiel für einen Jahrgang, der in einem strukturierteren Fördersystem aufgewachsen ist als frühere Generationen. Fraueneishockey ist in Deutschland lange Zeit ein Nischensport geblieben, der im Schatten des Männerteams mit NHL-Profis wie Leon Draisaitl und Tim Stützle stand. Das ändert sich langsam.

Ein entscheidender Faktor ist die PWHL, die 2024 gegründet wurde. Sie bietet Spielerinnen erstmals eine stabile professionelle Heimat in Nordamerika und hat die Sichtbarkeit des Fraueneishockeys global verändert. Für Spielerinnen wie Kluge bedeutet das: professionelles Gehalt, tägliches hochklassiges Training und Gegnerinnen auf Weltniveau.

Nächste Standortbestimmung

Das Viertelfinale in Mailand ist das beste Olympiärgebnis der deutschen Frauen seit Sotschi 2014. Die Frauenweltmeisterschaft wird die nächste Möglichkeit sein, die Leistung einzuordnen. Entscheidender als jedes einzelne Turnier ist, ob mehr Spielerinnen den Sprung in die PWHL schaffen. Erst wenn der Kader breiter wird, wird sich zeigen, ob Mailand der Beginn eines neuen Kapitels war oder ein starkes Einzelergebnis.

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