
Cyberangriff trifft Supermarktkühlungen
Quellen (10)
- TÉMOIGNAGE. "On a tout jeté" : une gérante d'un magasin raconte son désarroi après la cyberattaque qui a touché ses installations frigorifiques – franceinfofranceinfo.fr
- Des magasins Système U, Intermarché, E.Leclerc et Monoprix touchés par une cyberattaque contre leurs installations frigorifiques – franceinfofranceinfo.fr
- Cyberattaque sur des installations frigorifiques : Sébastien Lecornu "suit le dossier personnellement", l'Anssi saisie par Matignon – franceinfofranceinfo.fr
- Des supermarchés français touchés par une cyberattaque inédite de leurs installations frigorifiques - La DH/Les Sports+dhnet.be
- Cyberattack shuts down refrigerators at French supermarketsbleepingcomputer.com
- French fridge attack: Danfoss says most hit units were end of life | P.K. Sharmapk-sharma.com
- Hackers heat French supermarket fridges, sparking fires and spoiling food | CNNedition.cnn.com
- Cyberattaque Contre Des Supermarchés : Des Frigos Chauffés À 50 °C - i24NEWSi24news.tv
- Danfoss moves to mitigate cyberattack - Cooling Postcoolingpost.com
- Des pirates ont déclenché à distance le dégivrage des frigos : des supermarchés français victimes d’une cyberattaque doivent jeter tous leurs produits frais - RTBF Actusrtbf.be
Hacker griffen laut franceinfo in der Nacht von Sonntag auf Montag die vernetzten Kühlanlagen mehrerer großer französischer Supermarktketten an, darunter Intermarché, Coopérative U, Monoprix und E.Leclerc. Premierminister Sébastien Lecornu verfolge den Fall persönlich und habe die nationale Cybersicherheitsagentur ANSSI gebeten, sich des Themas anzunehmen, teilte sein Umfeld franceinfo mit. Nach Angaben aus dem Umfeld des Premierministers hatte ANSSI bereits eine Software-Schwachstelle identifiziert und den Anbieter kontaktiert. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe aus eigener Initiative Ermittlungen eingeleitet, um die Betroffenen zu erfassen und den Zusammenhang mit gemeldeten Lebensmittelverlusten und Bränden zu klären.
Ausmaß: Hunderte Geschäfte betroffen
Die Handelsgruppe Les Mousquetaires bezifferte die Zahl betroffener Intermarché- und Netto-Filialen gegenüber dem Sender BFMTV auf 300, doppelt so viele wie zuerst geschätzt. Andere Berichte nannten für Intermarché eine Spanne von 200 bis 300 Filialen. Carrefour meldete 80 betroffene Märkte, Monoprix erklärte, 5 Prozent seiner rund 490 Geschäfte seien betroffen. Die Filialzahlen betreffen unterschiedliche Handelsgruppen und Meldestände. Ob auch E.Leclerc die Betroffenheit offiziell bestätigte, wird unterschiedlich berichtet: Franceinfo zitierte das Unternehmen bereits am 12. Oktober mit der Bestätigung, ein Lieferant für Kühltechnik sei angegriffen worden, während i24NEWS am Folgetag schrieb, der Händler habe entsprechende Berichte nicht bestätigt.
Erzwungenes Abtauen und Lebensmittelverschwendung
Die Angreifer nutzten laut BleepingComputer die Kühlsteuerungen des Herstellers Danfoss, um über Nacht ein automatisches Abtauen auszulösen und die Temperaturen in den Kühlanlagen steigen zu lassen. Intermarché-Chef Thierry Cotillard sagte dem Sender BFMTV, die Hacker hätten aus der Ferne Kühlmöbel seiner Geschäfte in den Abtaumodus versetzt und deren Temperatur bis auf 50 Grad steigen lassen. In einem Geschäft im Département Essonne fand Geschäftsleiterin Marie ihre sonst auf minus 30 Grad gehaltenen Kühlräume am Montagmorgen nach eigener Aussage überhitzt vor, wobei etwas Rauch auszutreten begann; sie warf nach eigenen Angaben Ware im Wert von rund 60 000 Euro weg, darunter ganze Kartons mit Baguettes und Gebäck.
Veraltete Geräte betroffen Danfoss erklärte gegenüber franceinfo, die Mehrheit der betroffenen Geräte seien veraltete Produkte.
Der Hersteller Danfoss teilte Cooling Post mit, die Systeme AK-SM800 seien bereits 2021 für das Lebensende erklärt worden und die Systeme AK-SC355 schon 2016 aus dem Angebot genommen worden; beide erhielten keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr. ANSSI-Generaldirektor Vincent Strubel erklärte laut einer AFP-Meldung, es sei dringend nötig, die Danfoss-Regler der Serien AK-SM und AK-SC vom Internet zu trennen oder zumindest eine sehr restriktive Netzwerkfilterung einzuführen.
Reaktionen
EU-Agrarkommissar Christophe Hansen verurteilte den Angriff auf der Plattform X und forderte mehr Aufmerksamkeit für die Lebensmittelsicherheit. Der Handelsverband Fédération du commerce et de la distribution rief Danfoss und dessen Kunden aus der Kältetechnik zu vollständiger Transparenz und zur unverzüglichen Umsetzung notwendiger Schutzmaßnahmen auf. Welchen Zugangsweg die Angreifer nutzten, war laut einem Sicherheitsbriefing vom Nachmittag des 12. Oktober in den dort ausgewerteten Quellen bislang nicht belegt; eine veröffentlichte Schwachstelle wurde dort nicht als genutzt benannt und auch zu Täterschaft oder Motiv enthielten die Quellen keine Angabe. Das Briefing wies ausdrücklich darauf hin, dass sich Zahlen und Angaben zu dem Vorfall binnen Stunden ändern könnten, ein Hinweis darauf, wie vorläufig der Kenntnisstand zu diesem Zeitpunkt war.
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