
Britische Behörde bestätigt Status einer Banane
Quellen (8)
- Precision bred organism marketing notice (reference: PBM/26/MUAC/001) - GOV.UKgov.uk
- Authorised Regulated Food and Feed Products for Great Britaindata.food.gov.uk
- Precision breeding register: notices and decisions - GOV.UKgov.uk
- Precision bred organisms: application guidance - GOV.UKgov.uk
- Gene-Edited Bananas: Tropic's Solution to Global Threats | Tropictropic.bio
- Tropic’s product receives regulatory approval | Company Announcement | Investegateinvestegate.co.uk
- Tropicâs NonâBrowning Banana Approved in Japan and Brazil | Tropictropic.bio
- Genetic Technology (Precision Breeding) Act 2023legislation.gov.uk
Am 25. September 2026 veröffentlichte die Behörde dazu eine sogenannte Precision Bred Organism Marketing Notice mit der Referenz PBM/26/MUAC/001. Die veröffentlichten Dokumente enthalten laut Defra die eingereichte Mitteilung, zusätzliche von der ACRE angeforderte Angaben des Antragstellers, die Empfehlung des Advisory Committee for Releases to the Environment sowie die Entscheidung des Secretary of State über den besonderen Züchtungsstatus der Pflanze. Im Register der Food Standards Agency für precision bred Lebensmittel und Futtermittel sind derzeit keine Zulassungen eingetragen.
Was eine precision-bred-Bestätigung bedeutet
Nach dem Genetic Technology (Precision Breeding) Act 2023 und den zugehörigen Regulations von 2025 dürfen in England derzeit nur Pflanzen freigesetzt oder vermarktet werden, die als precision bred eingestuft sind. Als precision bred gelten laut der Leitlinie der Food Standards Agency Pflanzen oder Tiere, deren Erbgut mit Methoden wie Gen-Editierung so verändert wurde, dass dieselbe Veränderung auch durch klassische Züchtung hätte erreicht werden können. Bevor ein solches Produkt als Lebensmittel oder Futtermittel verkauft werden darf, muss laut FSA zunächst der Secretary of State for Environment, Food and Rural Affairs eine precision bred confirmation erteilen, wofür eine Marketing Notice bei Defra eingereicht werden muss. Das Advisory Committee on Releases to the Environment prüft eine solche Mitteilung laut FSA innerhalb einer gesetzlichen Frist von 90 Tagen, bevor es dem Secretary of State eine Empfehlung gibt. Alle bestätigten precision bred Organismen werden anschließend von Defra in einem öffentlichen Register veröffentlicht, wie es am 25. September 2026 für die Referenz PBM/26/MUAC/001 geschehen ist.

Der zweite Schritt: Zulassung für Lebensmittel und Futtermittel
Anträge bei der FSA auf eine Lebensmittel- oder Futtermittelzulassung ohne eine solche Bestätigung des Secretary of State gelten laut Behörde als ungültig. Ist die Bestätigung erteilt, kann ein Antrag nach Regulation 20 oder Regulation 22 folgen. Bei einfacheren Regulation-20-Anträgen rechnet die FSA in den meisten Fällen rund zwei Monate nach Antragseingang mit einer Empfehlung an den Secretary of State. Weniger komplexe Regulation-22-Anträge dauern nach Erwartung der Behörde rund zwölf Monate, komplexere Fälle bis zu 24 Monate. Erst wenn ein precision bred Organismus auf diesem Weg zugelassen und in das öffentliche Register aufgenommen wurde, darf es laut FSA in England vermarktet werden, solange alle Bedingungen der Zulassung eingehalten werden. Seit dem Inkrafttreten einer Reform-Verordnung am 1. April 2025 werden solche Registereinträge laut FSA nicht mehr per Statutory Instrument festgelegt, sondern aktualisiert, sobald eine ministerielle Entscheidung über eine Zulassung wirksam wird.
Warum überhaupt nach solchen Bananen gesucht wird
Hintergrund solcher Zulassungsverfahren sind Krankheiten, die den weltweiten Bananenanbau bedrohen. Die Schwarze Sigatoka-Krankheit zwinge Landwirte laut Tropic außerdem dazu, Bananenblätter 30 bis 60 Mal im Jahr mit Pestiziden zu besprühen, was sie mehr als 2.000 US-Dollar pro Hektar und Jahr koste. Das Unternehmen erklärte, es nutze Genom-Editierung, um Ertrag, Haltbarkeit und natürliche Krankheitsresistenz zu verbessern und so mit weniger Fläche, Chemikalien, Lebensmittelabfall und Kosten für Erzeuger auszukommen. Unabhängige Bestätigungen dieser Zahlen finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
Im Vergleich: Japan und Brasilien sind schon weiter
Für eine andere Banane des Unternehmens, eine nicht braun werdende Sorte, hat Tropic Biosciences laut Agronomics in anderen Ländern bereits weiterreichende Zulassungen erhalten als in Großbritannien. Brasilien erzeugt nach Angaben von Tropic rund 10 Prozent der weltweiten Bananenproduktion. Zusammen mit den übrigen Zielmärkten stehen die zugelassenen Länder laut Unternehmen für mehr als 70 Prozent des Produktionsmarktes und mehr als 30 Prozent des Konsummarktes für Bananen. Tropic hat laut eigenen Angaben außerdem bereits eine Sorte mit verlängerter Haltbarkeit kommerziell eingeführt, die grüne Lagerzeit um zusätzliche zwölf Tage verlängert und den Transportabfall um bis zu 50 Prozent senken soll. Für 2027 kündigte das Unternehmen zudem eine gegen die Panama-Krankheit TR4 resistente Sorte an.
Was bis zum Verkauf in Großbritannien noch fehlt
Bis eine vergleichbare Zulassung für den Lebensmittelverkauf in Großbritannien vorliegt, muss zunächst eine precision bred confirmation erteilt werden, bevor ein Antrag nach Regulation 20 oder 22 bei der FSA folgen kann. Je nach Komplexität kann dieser zweite Schritt laut FSA zwischen rund zwei Monaten und bis zu 24 Monaten dauern. Solange keine solche Zulassung im Register steht, bleibt die Vermarktung als Lebensmittel in England ausgeschlossen. Etwaige weitere Mitteilungen zu Widerruf, Durchsetzung, Rechtsmitteln oder Rücknahme zur Referenz PBM/26/MUAC/001 will Defra bei Bedarf auf derselben Seite ergänzen. Für Verbraucher in Großbritannien bedeutet die Bestätigung vom 25. September damit zunächst, dass eine Hürde im mehrstufigen Verfahren genommen ist, nicht dass eine neue Banane bereits im Supermarkt liegt.
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