
Atomdrohung laut Schreiben: NATO sieht keine akute Gefahr
Quellen (3)
- Remarks | NATO Transcriptnato.int
- Russian Embassy, UK auf X: „❗️ Those advocating a blockade or strike on Kaliningrad should have no illusions about the consequences. Any British or NATO military action against Russian territory wouldx.com
- IN BRIEF: Kremlin comments on Putin’s remarks at Valdai and warning over Kaliningrad - Russian Politics & Diplomacy - TASStass.com
Laut einer Frage der Moderatorin Maria Tadeo an NATO-Generalsekretär Mark Rutte soll Russland der NATO in einem Schreiben mitgeteilt haben, bei jeder Bedrohung seines Territoriums, einschließlich Kaliningrads, das volle Arsenal einschließlich Nuklearwaffen einzusetzen. Rutte bestätigte den Wortlaut des Schreibens nicht, sagte aber am 30. September 2026, es gebe keine unmittelbare Bedrohung für NATO-Gebiet.
29. September: Warnung der russischen Botschaft in London
Bereits am 29. September 2026 hatte die russische Botschaft in London über ihren Account auf der Plattform X erklärt, wer eine Blockade oder einen Schlag gegen Kaliningrad befürworte, solle sich über die Konsequenzen keine Illusionen machen. Jede britische oder NATO-Militäraktion gegen russisches Territorium werde mit allen Russland zur Verfügung stehenden Mitteln beantwortet, einschließlich Nuklearwaffen, erklärte die Botschaft. Der Beitrag wurde zugleich auf Telegram veröffentlicht und war bis zum Abruf durch denkstrom.org 212.699 Mal angezeigt worden.
30. September: Ruttes Antwort
In einem Gespräch am 30. September 2026 fragte Tadeo Rutte, ob er bestätigen könne, dass Russland der NATO ein Schreiben mit dieser Drohung geschickt habe, in dem ausdrücklich der Begriff Nuklearwaffen verwendet worden sei. Rutte sagte, er sei nicht befugt, den Inhalt des Schreibens offenzulegen und beziehe sich nur auf das, was Russland den Medien mitgeteilt habe; NATO habe daraufhin reagiert und Russland aufgefordert, die nukleare Drohung sowie den aus NATO-Sicht unprovozierten Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Auf die Frage, ob nun ein reales Eskalationsrisiko für einen Nuklearwaffeneinsatz gegen die baltischen Staaten bestehe, antwortete Rutte, das sei nicht der Fall, weil Putin wisse, dass er gegen die NATO niemals gewinnen könne. Es gebe keine unmittelbare Bedrohung für NATO-Gebiet; ein etwaiger russischer Truppenaufbau würde erkannt und beantwortet, sagte Rutte. Rutte deutete die Drohung zudem als Versuch Putins, die NATO zu spalten und die Aufmerksamkeit von der Unterstützung für die Ukraine abzulenken.
Rutte verwies zudem darauf, dass zuletzt monatlich 43.000 Russen in der Ukraine getötet oder schwer verwundet worden seien. Er zitierte den polnischen Außenminister Radek Sikorski mit den Worten, für jede hybride Bedrohung gegen Polen werde man mehr für die Ukraine tun statt weniger. Rutte betonte die einheitliche Kommandostruktur der NATO mit 32 verbündeten Staaten und nannte den amerikanischen General Alexus Grynkewich als Supreme Allied Commander. Laut Tadeo hatte der Ministerpräsident Bulgariens zuvor in einem Interview gesagt, man müsse sich klar darüber sein, ein nuklear bewaffnetes Land als Gegenüber zu haben.
1. Oktober: Der Kreml nennt die Warnung nicht konfrontativ
Am 1. Oktober äußerte sich Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Briefing zu Russlands Warnung über die Folgen möglicher Versuche, Kaliningrad zu blockieren, sowie zur bevorstehenden Rede Putins beim Valdai-Club und zur Militarisierung europäischer Länder. Peskow sagte, der Brief und entsprechende Berichte sollten nicht als konfrontative Aussage angesehen werden. Kaliningrad sei ein integraler Bestandteil Russlands und dessen westlichste Region; Russland werde die Sicherheit dieser Region gemäß seiner Gesetzgebung gewährleisten, erklärte er.
Als Hintergrund der Warnung nannte Peskow die anhaltende, aus seiner Sicht recht schnelle Militarisierung Europas. Die meisten dieser Länder seien direkt am Ukraine-Konflikt auf Seiten des „Kiewer Regimes“ beteiligt, indem sie Waffen und Munition lieferten und Ausbilder schickten; wer an einem Krieg auf einer Seite teilnehme, müsse mit Konsequenzen verschiedener Art rechnen, sagte er. NATO-Länder, die sich mit der Stationierung von Atomwaffen nahe den russischen Grenzen beruhigten, irrten sich zutiefst; solche Stationierungen würden ihnen keine Sicherheit bringen, sondern zu weiterer Eskalation und erhöhter Spannung führen, so Peskow.
Der Wortlaut des Schreibens bleibt unveröffentlicht
Den genauen Wortlaut des russischen Schreibens an die NATO hat das Bündnis bislang nicht veröffentlicht; Rutte verwies auf das, was Russland den Medien berichtet habe. NATO stuft die Lage derzeit als nicht unmittelbar bedrohlich ein, der Kreml bezeichnet seine eigene Warnung als nicht konfrontativ.
Kommentare