Mehr Schritte, langsamerer Abbau bei erhöhtem Amyloid-Ausgangswert
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Mehr Schritte, langsamerer Abbau bei erhöhtem Amyloid-Ausgangswert

Eine in Nature Medicine veröffentlichte Studie fand: Bei zu Studienbeginn kognitiv unbeeinträchtigten älteren Menschen mit erhöhtem Amyloid-Ausgangswert war mehr tägliches Gehen mit langsamerer Tau-Anreicherung im inferioren temporalen Kortex und langsamerem geistigem Abbau verbunden.

Quellen (10)
  1. Nature Medicine: Physical activity as a modifiable risk factor in preclinical Alzheimer's disease (DOI: 10.1038/s41591-025-03955-6)doi.org
  2. Walking 3,000-5,000 steps a day may delay Alzheimer’s — Harvard Gazettenews.harvard.edu
  3. Alzheimer's: 3,000+ steps a day may delay cognitive decline by 3 yearsmedicalnewstoday.com
  4. Even a few thousand steps a day can reduce your risk of Alzheimer’s – new studytheconversation.com
  5. Effects of Nordic walking in Alzheimer’s disease: A single-blind randomized controlled clinical trial - PMCpmc.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Even modest amounts of physical activity may slow Alzheimer’s disease among at-risk older adults | EurekAlert!eurekalert.org
  7. Walking may be the brain’s best defense against Alzheimer’s | ScienceDailysciencedaily.com
  8. Accelerated Temporal Cortex Tau Accumulation Mediates the Effects of Low Physical Activity on Faster Cognitive Decline in Preclinical Alzheimer’s Disease - PMCpmc.ncbi.nlm.nih.gov
  9. How Just 3,000 Steps a Day Protects Your Brain | Psychology Todaypsychologytoday.com
  10. Physical activity as a modifiable risk factor in preclinical Alzheimer’s disease - PMCpmc.ncbi.nlm.nih.gov
19. Oktober 2026, 17:45 Uhr742 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Grundlage der entscheidenden Verlaufsanalysen war die körperliche Aktivität zu Studienbeginn. Amyloid-beta ist, wie die Harvard Gazette erläutert, ein mit der Alzheimer-Krankheit verbundenes Eiweiß, Tau ein weiteres solches Eiweiß, wie Medical News Today beschreibt. Bei Teilnehmenden mit erhöhtem Amyloid-Wert zu Studienbeginn war höhere körperliche Aktivität mit einer langsameren Anreicherung von Tau im inferioren temporalen Kortex sowie einem langsameren Rückgang der mit PACC5 gemessenen kognitiven Leistung und der Alltagsfunktionen verbunden.

Laut der Harvard Gazette verzögerte sich der kognitive Abbau bei täglich 3.000 bis 5.000 Schritten im Schnitt um drei Jahre. Bei 5.000 bis 7.500 Schritten täglich waren es im Schnitt sieben Jahre, wie auch Medical News Today am 5. November 2025 berichtete. Die Zusammenhänge mit langsamerer Tau-Anreicherung und langsamerem kognitivem Abbau erreichten bei 5.001 bis 7.500 Schritten täglich ein Plateau.

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Die kognitiven Nachuntersuchungen liefen im Schnitt 9,3 Jahre. Im Einzelfall reichte der Zeitraum von zwei bis 14 Jahren. Wiederholte Hirnscans lagen allerdings für Teilgruppen vor: Die Amyloid-Verlaufsmessung betraf 241, die Tau-Verlaufsmessung 172 Teilnehmende. Der erste Tau-Scan erfolgte im Schnitt 2,2 Jahre nach Studienbeginn, weil die Bildgebungstechnik erst währenddessen eingeführt wurde.

Wie Bewegung mit langsamerem Abbau zusammenhängt

Eine Mediationsanalyse der Studie, die prüft, über welchen Zwischenschritt ein Zusammenhang vermittelt wird, ergab: Bei Teilnehmenden mit erhöhtem Amyloid-Wert erklärte die langsamere Tau-Anreicherung im inferioren temporalen Kortex den Zusammenhang zwischen mehr Aktivität und einem langsameren Rückgang der mit dem Test PACC5 gemessenen Denkleistung zu 84 Prozent. Beim Rückgang der mit CDR-SOB gemessenen Alltagsfunktion, einer Skala für funktionelle Einschränkungen, erklärte die langsamere Tau-Anreicherung den Zusammenhang zu 40 Prozent. In einem Modell mit 241 Teilnehmenden fand sich dagegen kein statistischer Zusammenhang zwischen der Ausgangsaktivität und der Amyloid-Belastung im Verlauf. Bei Teilnehmenden mit niedrigem Amyloid-Ausgangswert zeigte sich laut Harvard Gazette kaum kognitiver Abbau und ein signifikanter Zusammenhang mit der Aktivität blieb aus. Als mögliche biologische Erklärungen nennt The Conversation eine verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit, eine stärkere Durchblutung des Gehirns und die Förderung von Botenstoffen, die Verbindungen zwischen Gehirnzellen unterstützen.

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Was die Zahlen bedeuten und was nicht

Studienautorin Wai-Ying Wendy Yau, Neurologin bei Mass General Brigham, erklärte gegenüber Medical News Today, dass unter Teilnehmenden mit erhöhtem Amyloid-Wert diejenigen mit 3.000 oder weniger Schritten täglich die schnellste Tau-Anreicherung und den stärksten kognitiven Abbau zeigten, während schon 3.001 bis 5.000 Schritte täglich mit langsameren Veränderungen einhergingen. Klinische Studien seien nötig, um eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zu bestätigen, fügte Yau laut dem Portal hinzu. Seniorautor Jasmeer Chhatwal sagte der Harvard Gazette, Lebensstilfaktoren schienen die frühesten Stadien der Alzheimer-Krankheit zu beeinflussen, weshalb frühe Veränderungen des Lebensstils das Auftreten kognitiver Symptome verlangsamen könnten, wenn man früh genug handle. Der Zusammenhang könnte auch umgekehrt verlaufen, wenn frühe Alzheimer-Symptome Menschen weniger aktiv machen. Teilnehmende der britischen Schrittzahlstudie, die mehr gingen, hätten laut The Conversation zugleich eine bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit mit niedrigeren Cholesterinwerten, besserem Schlaf und Blutdruck sowie einem geringeren Diabetesrisiko gehabt. Herz-Kreislauf- und Schlaganfallrisikofaktoren erhöhten laut dem Bericht ihrerseits ebenfalls das Demenzrisiko. Gesunde Gewohnheiten träten häufig gemeinsam auf, etwa gesunde Ernährung, Nichtrauchen und weniger finanzielle Belastungen, wodurch sich laut dem Bericht schwer sagen lasse, dass Bewegung allein für den beobachteten Effekt verantwortlich sei.

Im Vergleich

Eine britische Studie verfolgte laut The Conversation die Teilnehmenden acht bis zehn Jahre lang. Bei moderater bis intensiver Aktivität sank das Demenzrisiko dabei um 34 bis 50 Prozent. Bei Menschen, die später eine Demenz entwickelten, verringerte anhaltende Aktivität zudem den Gedächtnisabbau, besonders bei älteren Frauen. Eine andere britische Studie von 2022 begleitete laut The Conversation 78.430 Menschen sieben Jahre lang mit Beschleunigungssensoren am Handgelenk. Bei täglich 3.800 Schritten sank das Demenzrisiko um 25 Prozent. Bei 9.800 Schritten täglich stieg die Risikoverringerung auf 50 Prozent. Bewegung bei bereits diagnostizierter Alzheimer-Krankheit untersuchte laut The Conversation eine kleine Studie: 15 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung, die Nordic Walking betrieben, verbesserten über 24 Wochen einzelne Funktionen, während eine gleich große Vergleichsgruppe in der Standardversorgung einen Abbau oder keine Verbesserung zeigte. Beim primären Endpunkt, der Veränderung der allgemeinen kognitiven Leistung im MMSE nach 24 Wochen, zeigte sich jedoch kein statistisch signifikanter Gruppenunterschied; Verbesserungen einzelner kognitiver Funktionen belegen keinen allgemeinen Erhalt der Hirnfunktion.

Zweitens wünscht sich die von Medical News Today befragte Ärztin Manisha Parulekar längere Verlaufsstudien, die den Zusammenhang zwischen Aktivität, Kognition sowie der Anreicherung von Amyloid und Tau über einen längeren Zeitraum klären. Die befragte Ärztin bezeichnet die Aussage zu einer moderaten Steigerung der täglichen Schritte zugleich als praktisch umsetzbare und erreichbare Botschaft. Drittens kündigte das Forschungsteam laut der Harvard Gazette weitere Untersuchungen dazu an, welche Bedeutung Bewegungsintensität und langfristige Aktivitätsmuster sowie die biologischen Mechanismen zwischen Bewegung, Tau-Ansammlung und kognitiver Gesundheit haben.

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