Angst vor Lebenshaltungskosten bleibt auf Platz eins
Politik

Angst vor Lebenshaltungskosten bleibt auf Platz eins

Laut der R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“ fürchten 59 Prozent der Bevölkerung steigende Lebenshaltungskosten, das ist 2026 zum 16. Mal Platz eins der Langzeitstudie. Zugleich wächst laut Studienleiter Brower-Rabinowitsch die Angst vor einer Rezession und die Politik erhält die Note 4,1.

Quellen (4)
  1. R+V-Studie "Die Ängste der Deutschen 2026": Düsterer Blick auf Politik und Wirtschaft | Presseportalpresseportal.de
  2. Pressekonferenz "Die Ängste der Deutschen 2026" am 1. Oktober 2026 | Presseportalpresseportal.de
  3. Die Ängste der Deutschen 2026: Untersuchungsmethode der Studieruv.de
  4. R+V Newsroomruv.de
2. Oktober 2026, 1:06 Uhr479 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Laut der R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“ fürchten 59 Prozent der Bevölkerung, dass die Lebenshaltungskosten stark steigen; diese Sorge liegt 2026 zum 16. Mal an erster Stelle von insgesamt 35 Befragungen der Langzeitstudie. „Insgesamt 59 Prozent der Bevölkerung fürchten, dass ihr Geld dauerhaft nicht zum Leben reicht“, sagte Studienleiter Grischa Brower-Rabinowitsch.

Die R+V Versicherung befragt die Menschen in Deutschland bereits zum 35. Mal zu ihren Ängsten rund um Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Gesundheit und Umwelt. Die Ergebnisse stellten Brower-Rabinowitsch und die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Isabelle Borucki von der Philipps-Universität Marburg am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, bei einer Pressekonferenz im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin vor.

Rezessionsangst wächst stärker als jede andere Sorge

Auf Platz vier der Rangliste liegt mit 51 Prozent die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage. Laut Brower-Rabinowitsch ist diese Angst binnen eines Jahres um zehn Prozentpunkte gestiegen, stärker als jede andere abgefragte Sorge. 2025 hatte das Thema mit 41 Prozent Platz zehn belegt.

Auf die Frage, ob der Staat wegen der hohen Schuldenlast dauerhaft Steuern erhöht oder Leistungen kürzt, antworteten 53 Prozent mit großer Sorge, Platz zwei der Rangliste (2025: 49 Prozent, Platz drei). 52 Prozent der Befragten fürchten zudem, dass die Zahl der Geflüchteten den Staat überfordert, Platz drei (2025: 49 Prozent, Platz zwei). 48 Prozent sehen die Politik generell von ihren Aufgaben überfordert, ein Anstieg um sechs Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. Jeder zweite Befragte befürchtet außerdem, dass Wohnraum unbezahlbar wird, Platz fünf der Studie. Die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten fällt regional unterschiedlich aus: In Westdeutschland liegt sie bei 60 Prozent, in Ostdeutschland bei 53 Prozent.

Schlechteste Note für die Politik seit 2018

Für ihre Arbeit erhielten Regierung und Opposition in diesem Jahr im Schnitt die Note 4,1, nach 3,8 im Jahr 2025. Laut Brower-Rabinowitsch war die Note zuletzt während der Regierung Merkel im Jahr 2018 schlechter. Der Durchschnitt aller abgefragten Ängste liegt aktuell bei 38 Prozent, nur zwei Prozentpunkte über dem bisher sorgenärmsten Jahr 2021 und deutlich unter dem Spitzenwert von 52 Prozent im Jahr 2016. Laut R+V dominieren finanzielle Themen die Studie, während gleichzeitig das Vertrauen der Menschen in die Politik sinkt.

Wie die Langzeitstudie erhoben wird

Nach Angaben von R+V wird die Studie seit 1992 nach demselben Untersuchungsdesign durchgeführt und ist die bundesweit einzige Langzeitstudie zu den Ängsten der deutschen Bevölkerung. Für die aktuelle Erhebung wurden zwischen dem 11. Mai und dem 29. Juli 2026 2.400 Personen ab 14 Jahren befragt, davon 1.600 in West- und 800 in Ostdeutschland; die Grundgesamtheit umfasst 71 Millionen Menschen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten. 178 Interviewer führten dafür strukturierte persönliche Interviews mit geschlossenen Fragen, bei denen die Teilnehmenden ihre Angst auf einer Skala von 1 bis 7 angaben; Werte von 5 bis 7 wertet R+V als „große Angst“. Die Stichprobe wurde bewusst disproportional angelegt, mit deutlich mehr Befragten in West- als in Ostdeutschland; die Studie wird vom Versicherungsunternehmen R+V selbst finanziert und veröffentlicht.

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