
40 Arten und Populationen erhalten mehr Schutz bei UN-Konferenz
Quellen (12)
- 40 Migratory Animal Species Receive New or Upgraded Protection at Close of UN Meeting in Brazil | Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animalscms.int
- World's Nations Gather in Brazil to Agree on Actions Amid New Findings that More Migratory Species of Animals Are Facing Extinction | Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animalcms.int
- Major breakthroughs for migratory birds at CMS COP15 - BirdLife Internationalbirdlife.org
- Migratory species summit adopts new marine protections amid extinction warningsnews.mongabay.com
- CONVENTION ON UNEP/CMS/COP15/Report 27 March 2026 Original: Englishcms.int
- 40 species, including snowy owl, added to UN list for greater protections | CBC Climate Change Newscbc.ca
- COP15 ends with 40 additional species granted protection | Agência Brasilagenciabrasil.ebc.com.br
- Decisions of the Conference of the Parties to CMS in effect after the 15th meeting | Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animalscms.int
- CMS COP15 - Fifteenth Meeting of the Conference of the Parties | Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animalscms.int
- CMS COP15 delivers progress for migratory species, including jaguars, sharks, marine turtles, and birds | WWFwwf.panda.org
- COP15 | Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animalscms.int
- Migratory species connect our world, now we must act to protect them - BirdLife Internationalbirdlife.org
CMS teilte mit, die Regierungen hätten sich beim UN-Artenschutztreffen in Campo Grande, Brasilien, auf erweiterte Schutzmaßnahmen verständigt, darunter neuen oder verstärkten Schutz durch das Abkommen für 40 Arten und Populationen von Vögeln, Wassertieren und Landtieren. Laut CMS fiel die Entscheidung am 29. März 2026 bei der COP15, die vom 23. bis 29. März im Bosque Expo der Stadt stattfand. Die Vertragsstaaten erweiterten damit Anhang I für vom Aussterben bedrohte Arten und Anhang II für Arten, die abgestimmtes internationales Handeln benötigen; beide Listen umfassen nun zusammen über 1.200 verschiedene Arten unter dem seit 47 Jahren bestehenden Abkommen. Laut CMS bemühen sich Vertragsstaaten, die Verbreitungsstaaten der jeweiligen in Anhang I gelisteten Art sind, diese durch ein weitgehendes Verbot von absichtlicher Tötung, Fang oder Störung streng zu schützen, während Anhang II internationale Zusammenarbeit beim Schutz einer Art verlangt, etwa durch gemeinsame Aktionspläne oder abgestimmte Forschung. Dem Abkommen gehören 132 Länder sowie die Europäische Union an.
Neben den Aufnahmen in die Anhänge verabschiedete die Konferenz nach Angaben von CMS 39 Resolutionen sowie, nach einer später veröffentlichten Korrektur der Pressemitteilung, 16 konzertierte Aktionen, darunter eine für Giraffen. Insgesamt nahmen laut CMS mehr als 2.600 Menschen an der COP15 teil.

Sinkende Bestände zu Beginn der Konferenz
Die COP15 war laut CMS mit neuen Befunden eröffnet worden, wonach wichtige Indikatoren für viele durch das Abkommen geschützte Arten weiterhin abwärts tendieren. Die Befunde verstärkten laut CMS Warnungen vor Lebensraumverlust, Übernutzung und Infrastrukturbarrieren, die den Rückgang grenzüberschreitend wandernder Arten beschleunigten. Zu Konferenzbeginn hatte CMS unter Verweis auf den neuen Zwischenbericht „State of the World’s Migratory Species“ mitgeteilt, dass 49 Prozent aller unter dem Abkommen gelisteten Arten abnehmende Populationstrends aufweisen und nahezu jede vierte dieser Arten weltweit vom Aussterben bedroht sei.
Gepard, Riesenotter und Schnee-Eule auf der Liste
Unter den neu oder stärker geschützten Tieren ist die Gepardenpopulation Simbabwes, die auf 150 bis 170 Individuen geschätzt wird und nun in Anhang I und II steht; andere Gepardenpopulationen waren bereits zuvor in Anhang I gelistet. Auch die Streifenhyäne und der Riesenotter erhielten Schutz in beiden Anhängen. Der Große Hammerhai sowie die Fuchshaiarten Alopias pelagicus, Alopias superciliosus und Alopias vulpinus und der Bogenstirn-Hammerhai wurden laut CMS zusätzlich zu ihrem bestehenden Status in Anhang II nun auch in Anhang I aufgenommen. Die Schnee-Eule, der Blassfuß-Sturmtaucher und der Vogel Sporophila iberaensis kamen laut CMS neu in Anhang II, während bei Numenius phaeopus hudsonicus, Limosa haemastica und dem Kleinen Gelbschenkel Tringa flavipes Anhang I griff. CMS-Exekutivsekretärin Amy Fraenkel erklärte laut einem Bericht von CBC, der erweiterte Schutz für Geparden, Schnee-Eulen, Riesenotter, Große Hammerhaie und weitere Arten zeige, dass Staaten handeln könnten, wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse eindeutig seien.
Erstmals anerkannte Flugrouten über dem Meer
Nach Angaben von BirdLife International erkannten die Regierungen bei COP15 erstmals formell marine Zugrouten an; zuvor seien die Ozeane eine bedeutende Lücke unter den anerkannten globalen Zugrouten gewesen. Wie das Portal Mongabay berichtete, benannten die CMS-Delegierten dabei sechs große Meeresflugrouten, darunter den Atlantischen Ozean, den nördlichen und östlichen Indischen Ozean, den westlichen Pazifik, den Pazifischen Ozean und den Südlichen Ozean, die BirdLife International zuvor als Gebiete konzentrierter Seevogelwanderungen identifiziert hatte. Der neue Rahmen komme laut BirdLife International neben Seevögeln auch anderen wandernden großen Meerestieren wie Walen, Haien und Schildkröten zugute.

Wie das Umweltportal Mongabay berichtete, galten in der zur Eröffnung vorgestellten Aktualisierung des Berichts „State of the World’s Migratory Species“ 49 Prozent der 1.189 bereits 2024 unter CMS geschützten Populationen wandernder Arten als rückläufig, verglichen mit 44 Prozent zwei Jahre zuvor. Wie groß der Druck auf einzelne Arten sein kann, zeigen die Zahlen hinter den Anträgen: Laut CMS-Tagesbericht nannte Uruguay beim Kleinen Gelbschenkel einen Rückgang von 60 Prozent über die letzten drei Generationen, Chile bei der Unterart Hudsonian whimbrel 70 Prozent über die vergangenen drei Generationen. Brasilien bezifferte laut CMS-Tagesbericht den Populationsrückgang beim Hai Mustelus schmitti über die letzten drei Generationen auf mehr als 80 Prozent.
COP15-Präsident Capobianco betonte laut Agência Brasil, das Übereinkommen sei rechtlich bindend und die Unterzeichnerstaaten müssten seine Entscheidungen einhalten. Laut einem Bericht von CBC wird dem Abkommen gleichzeitig vorgeworfen, wegen seiner Abhängigkeit von freiwilligen und unverbindlichen Maßnahmen der Länder sowie wegen fehlender Finanzierung nicht wirksam genug zu sein. Zudem gehören die USA, China und Japan, nach CBC-Angaben wichtige Akteure in Landwirtschaft und Fischerei, nicht zu den Vertragsparteien.
Laut einem Bericht von Mongabay erklärte Dana Tricarico vom Global Shark Conservation Team der Wildlife Conservation Society, der Erfolg der neuen Verpflichtungen für Haie werde davon abhängen, wie schnell und wirksam Staaten sie national umsetzten. Die Vertragsstaaten einigten sich laut Agência Brasil darauf, eine Strategie zur Mobilisierung von Ressourcen zu entwickeln, die nach Darstellung des brasilianischen Diplomaten Patrick Luna Entwicklungsländern helfen soll, ihre CMS-Verpflichtungen vollständig zu erfüllen. Laut CMS übernahm Brasilien mit dem Abschluss von COP15 die Präsidentschaft der Konferenz und soll die Impulse des Treffens über die kommenden drei Jahre weitertragen. Die nächste Vertragsstaatenkonferenz soll laut CMS in Deutschland stattfinden; die Bundesregierung hatte angeboten, sie 2029 in Bonn auszurichten. Das fällt laut CMS mit dem 50. Jahrestag der 1979 in Bonn unterzeichneten Bonner Konvention zusammen.
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