Wirtschaftsnobelpreis 2026 geht an Hall und Woodford
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Wirtschaftsnobelpreis 2026 geht an Hall und Woodford

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat den Wirtschaftsnobelpreis 2026 Robert E. Hall (Stanford) und Michael Woodford (Columbia) für mikroökonomische Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung zuerkannt. Laut Akademie können auf Grundlage ihrer Modelle rechtzeitig eingesetzte finanz- und geldpolitische Maßnahmen wirtschaftliche Schwankungen abmildern.

Quellen (10)
  1. Prize in Economic Sciences 2026 - Press release - NobelPrize.orgnobelprize.org
  2. Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für US-Ökonomen Hall und Woodford | tagesschau.detagesschau.de
  3. Robert Hall und Michael Woodford erhalten den Nobel-Gedenkpreis für Wirtschaft | heise onlineheise.de
  4. Nobel Prize in economics goes to Hall, Woodford for work on boom-bust cycles : NPRnpr.org
  5. The Prize in Economic Sciences 2026 – Scientific Backgroundnobelprize.org
  6. Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel 2026 - NobelPrize.orgnobelprize.org
  7. NobelPrize.orgnobelprize.org
  8. Robert Hall and Michael Woodford Awarded 2026 Nobel Prize | NBERnber.org
  9. Stockholm - US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford erhalten den sogenannten Wirtschaftsnobelpreisdeutschlandfunk.de
  10. Wirtschafsnobelpreis geht an US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford - DER SPIEGELspiegel.de
12. Oktober 2026, 17:50 Uhr576 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am 12. Oktober 2026 die Vergabe des Sveriges Riksbank-Preises für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel 2026 für mikroökonomische Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung bekanntgegeben. Das Preisgeld von 12 Millionen schwedischen Kronen teilen sich beide Forscher zu gleichen Teilen. Laut tagesschau ist die Verleihung für den 10. Dezember, den Todestag Nobels, in Stockholm angesetzt.

Warum ein Preis für Stabilisierungspolitik

Stabilisierungspolitik ist laut Akademie seit der Einführung der Theorien von John Maynard Keynes vor fast einem Jahrhundert wichtig für die Bewältigung wirtschaftlicher Schwankungen. In Rezessionen kurbeln sinkende Zinsen und ein steigendes Haushaltsdefizit die Wirtschaft an, zur Abbremsung einer boomenden Wirtschaft sollte laut Akademie das Gegenteil geschehen. In den Ölkrisen der 1970er Jahre schienen die keynesianischen Modelle jedoch nicht mehr zu funktionieren: Sie senkten laut heise online nicht die Arbeitslosigkeit, sondern führten zu unkontrollierter Inflation; das Vertrauen in die Stabilisierungspolitik ging verloren. Viele Menschen glaubten laut Akademie, Stabilisierungspolitik habe mehr Schaden als Nutzen verursacht und solle aufgegeben werden.

Wie die Modelle von Hall und Woodford funktionieren

Hall und Woodford bauten ihre Modelle nach Angaben der Akademie auf einer mikroökonomischen Grundlage statt auf statistischen Zusammenhängen zwischen makroökonomischen Größen wie Inflation, Produktion und Konsum auf und erfassten so, wie die Gesamtheit einzelner Haushalte und Unternehmen die Wirtschaft durch ihr Handeln beeinflusst. Nach Angaben von NPR konzentrierte sich Hall auf die Nachfrageseite und Kaufentscheidungen von Haushalten, die sowohl von ihrer aktuellen Kaufkraft als auch von Erwartungen über künftige Einkommen abhängen. Woodford richtete den Blick laut NPR auf die Angebotsseite und die Preissetzung von Unternehmen, für die ebenfalls Erwartungen entscheidend seien, weil Preisänderungen historisch kostspielig waren und Unternehmen deshalb versuchten, Preise festzulegen, die ihre Kosten über einen längeren Zeitraum deckten. Komiteemitglied Tim Boppart nannte das frühere keynesianische Rezept „erschüttert“ und erklärte, Verbraucher schränkten ihren Konsum schon heute ein, wenn sie düstere Aussichten erwarteten.

Reaktionen in Stockholm und New York

Die Generalsekretärin der Akademie, Ellen Moons, sagte bei der Preisverkündung, auf Grundlage der Modelle könnten gut abgestimmte fiskal- und geldpolitische Maßnahmen wirtschaftliche Ausschläge nach oben und unten abmildern. Komiteevorsitzender John Hassler erklärte, die Preisträger hätten eine „solide theoretische Grundlage“ für Modelle geliefert, die heute von Regierungen und Zentralbanken weltweit verwendet würden; damit sei die Welt besser gerüstet, wirtschaftliche Schocks wie Energiekrisen oder plötzliche Veränderungen beim Konsumverhalten der Haushalte zu bewältigen. Woodford selbst bezeichnete die Auszeichnung in einer ersten Reaktion als enorme Ehre und eine große Überraschung, die sich aber sehr gut anfühle, als er telefonisch aus New York zugeschaltet wurde. Gegenüber Reportern sagte er laut NPR, Regierungen sollten wirtschaftliche Stabilisierung nicht als bloßes Ziehen von Hebeln betrachten (unabhängig davon, was Menschen in der Wirtschaft verstünden) und forderte, politische Maßnahmen der Öffentlichkeit direkt zu erklären.

Was der wissenschaftliche Hintergrundbericht einschränkt

Der wissenschaftliche Hintergrundbericht des Preiskomitees weist darauf hin, dass Halls Konsumtheorie auf vollständig rationalem, vorausschauendem Verbraucherverhalten beruht und der Konsum deshalb möglicherweise schwerer durch staatliche Politik zu beeinflussen ist als zuvor angenommen. Wohlfahrtsgewinne durch Stabilisierungspolitik hängen im Modell von Annahmen wie Preisaufschlägen sowie trägen Preisen und Löhnen ab; unterschiedliche Schocks erfordern laut Bericht unterschiedliche politische Reaktionen, auch wenn sie die Produktion in dieselbe Richtung bewegen. Während der Großen Rezession habe sich das Kernmodell praktisch nützlich erwiesen, weil es sowohl bei der Analyse der Lage half als auch neue politische Instrumente nahelegte, heißt es im Bericht.

Laut NPR unterstrichen in den vergangenen Jahren die Pandemie, die Millionen Menschen aus der Beschäftigung drängte, und die anschließenden Angebotsschocks, die Lebenshaltungskosten erhöhten, die Bedeutung dieser Forschung.

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