
Saudi-Arabien baut Ökostrom aus, Kritik an Arbeitsbedingungen
Quellen (8)
- Saudi Arabia commissions 10.5GW of renewable energy, battery storage capacity in 2026 | ZAWYAzawya.com
- Saudi Arabia adds 7 GW of solar and wind, 14 GWh of BESS in 2026 | Renewable Energy News | Renewables Nowrenewablesnow.com
- Saudi Arabia's Renewable Energy Capacity Hits 63.8 GW in 2026solarquarter.com
- Fast Company Middle East | The future of tech, business and innovation.fastcompanyme.com
- KINGDOM OF SAUDI ARABIA UPDATED FIRST NATIONALLY DETERMINEDunfccc.int
- Migrant workers building Saudi Arabia’s green future face abuses, report findsclimatechangenews.com
- Saudi Arabia connects 7.8 GWh battery storage project to grid - pv magazine Globalpv-magazine.com
- 7.8 GWh Saudi Arabia ESS Project Officially Connected to the Grid - SUNGROWsungrowpower.com
Saudi-Arabien hat 2026 nach Angaben des saudischen Energieministeriums 13 Projekte für erneuerbare Energien und Batteriespeicher mit 10,5 Gigawatt Gesamtkapazität in Betrieb genommen. Die Projekte umfassen 7 Gigawatt Solarkraft und Windkraft sowie sieben Batteriespeicheranlagen mit zusammen 3,5 Gigawatt und 14 Gigawattstunden Kapazität. Der Branchendienst Renewables Now nennt für 2026 einen Zubau von 7 Gigawatt Solarkraft und Windkraft sowie 14 Gigawattstunden Batteriespeicher.
Laut dem Fachmedium SolarQuarter umfasst Saudi-Arabiens Projektliste für erneuerbare Energien inzwischen 63,8 Gigawatt in 53 Projekten. Nach Daten des Saudi Arabia Renewables Tracker von KAPSARC ist die betriebsbereite Erneuerbarenleistung seit 2020 auf das 63-Fache gestiegen. 2026 liegt sie bei 19,3 Gigawatt, eine Zahl, die auch Fast Company Middle East nennt. Das Wachstum ist laut SolarQuarter Teil der saudischen Strategie Vision 2030, die den Energiemix diversifizieren und CO₂-Emissionen senken soll.

Ziele bis 2030
Saudi-Arabiens aktualisierter Klimabeitrag setzt als Ziel, dass erneuerbare Energien bis 2030 rund 50 Prozent der Stromproduktion stellen sollen. Im selben Dokument plant das Königreich, bis 2030 zugleich bis zu 50 Prozent der Stromerzeugung durch Erdgas zu decken. Die Ambitionen des Klimabeitrags sind laut dem Dokument an langfristiges Wirtschaftswachstum und wirtschaftliche Diversifizierung mit einem kräftigen Beitrag der Exporterlöse aus Kohlenwasserstoffen zur nationalen Wirtschaft gebunden.
Was Kritiker bemängeln
Laut dem Bericht verdienten die Arbeitskräfte im Schnitt 370 US-Dollar monatlich und zahlten nicht erstattbare Anwerbegebühren von durchschnittlich 1.600 US-Dollar. Bei Gehältern von teils nur 250 US-Dollar arbeiteten viele sieben Tage die Woche, um Geld nach Hause zu schicken. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtete von vorenthaltenem Lohn etwa durch Abzüge für Pausen, trotz Arbeit bei Temperaturen über 50 Grad Celsius. Mehrere erlitten Ohnmacht oder Nasenbluten, in einem Fall führte ein vermuteter Herzinfarkt beim NEOM Green Hydrogen Project zum Tod. Die leitende Forscherin Catriona Fraser nannte die Hitzeexposition eines der alarmierendsten Missbrauchsmuster und erklärte, die Befunde erschienen ihr systemisch. Proteste etwa am Sudair-Solarpark seien laut Fraser bestraft worden, mehrere Beteiligte seien entlassen und abgeschoben worden.

Laut Climate Home News vom 2. Oktober 2025 beantworteten ACWA Power, das NEOM Green Hydrogen Project und das Sudair-Projekt die Anfragen der Forschenden nicht; auch das saudische Ministerium für Personalressourcen und soziale Entwicklung reagierte nicht auf eine Anfrage von Climate Home News. Fraser forderte eine stärkere Prüfung der saudischen Rolle in globalen Lieferketten für saubere Energie einschließlich geplanter Stromexporte nach Europa und rief die beteiligten Unternehmen zur Untersuchung der Vorwürfe auf.
Tempo und Arbeitsbedingungen
Der Bericht formuliert es selbst so: Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse schnell gehen, dürfe aber nicht zulasten der Menschenrechte von Arbeitskräften und Gemeinschaften gehen.
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