
Vega will Infantino als Fifa-Chef herausfordern
Quellen (10)
- Herausforderer für Infantino? - Ramon Vega will Fifa-Präsident werden - Sport - SRFsrf.ch
- Former Spurs defender Ramon Vega to stand for FIFA presidency - Sport - DAWN.COMdawn.com
- "To restore credibility to football": former player challenges Infantino in FIFA elections | Goal.comgoal.com
- Dieser Mann will Infantino herausfordernsport1.de
- Schweizer Ex-Profi will Infantino herausfordernt-online.de
- Swiss Football Association withdraws support for FIFA boss Gianni Infantino | Football | Al Jazeeraaljazeera.com
- FIFA chief Infantino’s ‘abuse of power’ questioned by Norway in complaints | Football | Al Jazeeraaljazeera.com
- Infantino says he told Trump the Balogun red card would be decided by independent bodies | PBS Newspbs.org
- UEFA sucht nach Strategie für Sturz Infantinos | sportschau.desportschau.de
- FIFA rejects the Norwegian federation's request regarding Trump complaint | Goal.com South Africagoal.com
Der frühere Schweizer Nationalspieler Ramon Vega äusserte seine Absicht gegenüber dem Klein Report; laut der Nachrichtenseite Dawn ist er der erste, der angekündigt hat, gegen Gianni Infantino antreten zu wollen. Ob Vega tatsächlich antreten kann, ist laut Dawn noch offen.
Fünf Verbände und eine Prüfung bis zum 18. November
Für eine offizielle Kandidatur braucht Vega die Unterstützung von mindestens fünf der 211 Fifa-Mitgliedsverbände und muss von einem dieser Verbände vorgeschlagen werden. Zusätzlich muss er in zwei der vergangenen fünf Jahre aktiv im Fussball tätig gewesen sein und eine Eignungsprüfung der Fifa bestehen. Die Kriterien müssen laut Goal.com vor dem Bewerbungsschluss am 18. November erfüllt sein. Vega sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Situation habe sich seit seinen früheren Versuchen stark verändert, die Mitgliedsverbände seien inzwischen offener für Veränderungen.
Ein gescheiterter Anlauf und ein neues Dossier
Der 55-jährige Vega, früher Verteidiger von Tottenham Hotspur und seit seinem Karriereende 2004 im Finanzbereich tätig, hatte schon zweimal versucht, Infantino herauszufordern. Nach dem Rücktritt von Sepp Blatter im Zuge eines Korruptionsskandals erwog er 2015 eine Kandidatur, 2019 und 2022 scheiterte er daran, genügend Unterstützung von Fifa-Mitgliedsverbänden zusammenzubekommen. In einem elfseitigen Dossier begründete er seinen neuen Versuch damit, sein Leben habe ihn darauf vorbereitet, dem Fussball zu dienen. Glaube und Vertrauen innerhalb der Fussballfamilie seien tief beschädigt worden, schrieb Vega, sein Projekt solle sie wiederherstellen, die Glaubwürdigkeit der Fifa wiederaufbauen und die weltweite Fussballfamilie wieder vereinen.
Der Investorenplan, der Infantino laut dpa unter Druck brachte
Hintergrund der Kandidatur ist die Kritik, der Infantino seit dem Sommer ausgesetzt ist. Im Juli hatte er laut Al Jazeera vorgeschlagen, über eine im Rahmen der Initiative Fifa Forward Enterprise zu gründende Gesellschaft Anteile an Fifa-Wettbewerben wie der Weltmeisterschaft und der Klub-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, Hauptinvestor hätte die Risikokapitalfirma von Josh Kushner sein sollen, dem Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared. Nach heftigem Widerstand unter anderem von Uefa, Concacaf und dem Asiatischen Fussballverband legte Infantino den Plan innerhalb weniger Tage auf Eis.
Der Schweizerische Verband zieht seine Unterstützung zurück
Der Schweizerische Fussballverband teilte laut Al Jazeera mit, die im Juni erklärte Unterstützung für Infantinos Wiederwahl zurückzuziehen. Verbandspräsident Peter Knabel erklärte, zentrale Fragen zu Hintergründen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen seien unbeantwortet geblieben, deshalb könne man die Kandidatur nicht weiter unterstützen. Die Entscheidung wiegt nach Einschätzung von Al Jazeera schwer, weil Infantino Schweizer ist und sowohl Fifa als auch Uefa ihren Sitz in der Schweiz haben. Auch der Deutsche Fussball-Bund stellte sich gegen Infantino, Präsident Bernd Neuendorf nennt ihn „nicht mehr tragbar“.
Infantino hatte laut PBS News im Fall Balogun erklärt, er habe Trump gesagt, über die Sperre würden unabhängige Fifa-Rechtsprechungsorgane entscheiden, die Fifa hob die Sperre letztlich auf. Kandidieren will Klaveness selbst nicht, obwohl auch Infantinos Vorgänger Sepp Blatter sie für geeignet hielt.
Uefa sucht an diesem Donnerstag in Berlin eine Strategie
Die Uefa-Spitze sowie Präsidenten und Generalsekretäre der 55 Mitgliedsverbände treffen sich an diesem Donnerstag in einem Berliner Hotel, um das weitere Vorgehen im Machtkampf mit Infantino zu besprechen. Für den DFB nehmen Präsident Bernd Neuendorf, Generalsekretär Holger Blask und Uefa-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke teil. Die Uefa will Infantino bei der Wahl im März stürzen, am liebsten schon vorher, Präsident Aleksander Ceferin hatte ihn zuletzt als „Kaiser ohne Kleider“ bezeichnet. Für die Präsentation eines Gegenkandidaten will die Uefa nach Informationen der Sportschau einen strategischen Zeitpunkt wählen, damit dieser nicht vor Fristende einer möglichen Fifa-Kampagne ausgesetzt ist, an diesem Donnerstag selbst gilt eine Vorstellung laut Sportschau als unwahrscheinlich. Ceferin erklärte, kein Interesse zu haben, auch der katarische PSG-Chef Nasser al-Khelaifi wies eine Kandidatur mehrfach zurück. Die Uefa zog laut Al Jazeera zudem vor ein Gericht in Florida, um Unterlagen zu Infantinos gescheitertem Plan zu erhalten und Beweise für eine mögliche Strafanzeige in der Schweiz zu sammeln, die Fifa wies dies als „Desinformationskampagne“ zurück und warf der Uefa vor, die Wahl beeinflussen zu wollen.
Infantino hat weiterhin Rückhalt
Trotz der Kritik hat Infantino nach dem Scheitern des Investorenplans öffentlich wieder viele der 211 Fifa-Mitgliedsverbände auf seine Seite gezogen. Grossen Rückhalt hat er in Afrika und Südamerika, wo CAF und Conmebol ihn unterstützen, ebenso in Ozeanien und bei mehreren Verbänden in Nordamerika und Asien, zuletzt sprachen sich auch die arabischen Verbände und als erster europäischer Verband Lettland für ihn aus. Die Sportschau gibt allerdings zu bedenken, dass die Aussagekraft öffentlicher Bekundungen für das spätere Stimmverhalten begrenzt ist, denn in der Wahlkabine entscheiden die Delegierten allein. Infantino, der die Fifa seit 2016 führt und eine vierte Amtszeit anstrebt, hat seinen Gegnern laut dpa inzwischen erstmals Gespräche über mögliche Reformen angeboten.
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