
UN-Bericht: Marokkos multidimensionale Armutsquote mehr als halbiert
Quellen (7)
- UN Report Finds Morocco Has More Than Halved Multidimensional Povertymoroccoworldnews.com
- Rise in poverty is ‘a wake-up call for the world’, UN development chief says | UN Newsnews.un.org
- OPHI Country Briefing 2025: Eswatiniophi.org.uk
- Global Multidimensional Poverty Index 2026:hdr.undp.org
- 2026 Global Multidimensional Poverty Index | Human Development Reportshdr.undp.org
- Multidimensional Poverty Index 2023 Unstacking global poverty: data for high impact actionhdr.undp.org
- GOVERNMENT COMMITS TO ENDING MULTIDIMENSIONAL CHILD POVERTY - Eswatiniafrica-press.net
Marokko hat die multidimensionale Armutsquote gesenkt, wie Morocco World News berichtet. Die Zahl der betroffenen Menschen fiel damit von rund 5,68 Millionen auf 2,82 Millionen. Der zugrunde liegende Indexwert sank von 0,078 auf 0,033.
Laut Morocco World News beziffert die jüngste verfügbare Schätzung für Marokko auf Grundlage einer Haushaltserhebung von 2017 bis 2018 die multidimensionale Armutsquote auf 6,4 Prozent. Zusätzlich gelten dort 10,9 Prozent der Bevölkerung als gefährdet, in Armut zu geraten. Diese Schätzungen spiegeln laut Morocco World News den Erhebungszeitraum wider, nicht eine neue landesweite Messung im Jahr 2026.

Wie der Index Armut misst
Der globale Index misst Entbehrungen in Gesundheit, Bildung und Lebensstandard anhand von 10 Indikatoren, etwa Ernährung, Kindersterblichkeit, Schuljahre, Schulbesuch sowie Zugang zu Trinkwasser, Sanitärversorgung, Elektrizität, Wohnverhältnissen und Haushaltsvermögen. Als multidimensional arm gilt ein Haushalt, wenn seine Mitglieder bei mindestens einem Drittel dieser gewichteten Indikatoren Entbehrungen erfahren. Der Bericht erfasst insgesamt 108 Länder mit 6,3 Milliarden Menschen; darunter leben geschätzt 1,2 Milliarden Menschen beziehungsweise 18,9 Prozent der erfassten Bevölkerung in akuter multidimensionaler Armut. Mehr als die Hälfte der weltweit Betroffenen sind Kinder, 83,3 Prozent leben in ländlichen Gebieten.
Weltweit steigt die Zahl erstmals seit 15 Jahren
Laut UN News ist die Zahl der Menschen in multidimensionaler Armut erstmals seit 15 Jahren gestiegen und hat 1,2 Milliarden erreicht. Das sind 51,5 Millionen Menschen mehr als im Update 2025. Den Anstieg führt der Bericht teilweise darauf zurück, dass das Bevölkerungswachstum die Fortschritte bei den Lebensstandards überholt; aktualisierte Bevölkerungsschätzungen in 95 Ländern ohne neue Erhebungen erhöhten die gezählte Armut um fast 16 Millionen Menschen. Der übrige Anstieg stammt laut UN News aus 13 Ländern mit neuen Erhebungen und spiegelt neben Veränderungen der Armutsquote und der Bevölkerung auch Unterschiede in der Indikatorenabdeckung wider. UNDP-Administrator Alexander De Croo nannte den Anstieg einen Weckruf für die Welt. Fünf Länder mit neuen Erhebungen, darunter Ägypten, Nepal, Tadschikistan, Angola und Sambia, senkten dennoch den Anteil ihrer Bevölkerung in Armut; in Angola und Sambia ließ Bevölkerungswachstum die absolute Zahl trotzdem steigen.

Im Vergleich: China und Eswatini
Am schnellsten unter den Ländern mit verfügbaren Daten war China. Dort sank der Indexwert zwischen 2010 und 2014. Auch Eswatini zeigt einen langen Rückgang: Der Anteil der Bevölkerung in multidimensionaler Armut sank dort von 38,71 Prozent im Erhebungszeitraum 2006/2007 auf 7,98 Prozent im Erhebungszeitraum 2021/2022, wie eine harmonisierte Zeitreihe im Country Briefing 2025 der Oxford Poverty and Human Development Initiative zeigt. Laut UNDP haben insgesamt 33 Länder ihren Indexwert in weniger als 15 Jahren halbiert. Sechs davon liegen in Subsahara-Afrika.
Bis 2030 soll die Armutsquote weltweit halbieren
Der Index soll laut Morocco World News das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen unterstützen, den Anteil der Menschen in Armut in all ihren Formen bis 2030 mindestens zu halbieren. Die Autoren des Updates 2026 halten dieses Ziel laut UN News für erreichbar. UNDP und die Oxford-Forscher erklärten, die Ergebnisse zeigten, dass die Verringerung multidimensionaler Armut schwierig, aber durch Maßnahmen gegen sich überschneidende Benachteiligungen über das Einkommen hinaus erreichbar bleibe. Marokko, China und Eswatini zeigen, dass solche Fortschritte über mehrere Erhebungsrunden hinweg möglich sind, auch wenn die weltweite Zahl der Betroffenen zuletzt wieder gestiegen ist.
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