
Stromnetzentgelte steigen im Schnitt vorläufig 1,9%
Quellen (9)
- Verivox: Netzentgelte für Strom und Gas steigen 2027 - Südwest - DIE RHEINPFALZrheinpfalz.de
- Deutscher Bundestag Drucksache 21/8236 Gesetzentwurf der Bundesregierung Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes zur Gewährung eines Zuschusses zu den Übertragungsnetzkostendserver.bundestag.de
- Tagesordnung 58. Sitzung öA Zuschüsse zu den Übertragungsnetzkosten für 2027 bis 2029 06.11.2026 Internetbundestag.de
- Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes - Deutscher Bundestagbundestag.de
- Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen vorläufige Netzentgelte für 2027 - 10-12 - 2026 - Pressemitteilungen - Newsroom - TransnetBWtransnetbw.de
- Bundesregierung will Zuschuss zu Übertragungsnetzkosten senken - pv magazine Deutschlandpv-magazine.de
- newTitlebundeswirtschaftsministerium.de
- Ãbertragungsnetzbetreiber veröffentlichen vorläufige Netzentgelte für 2027amprion.net
- Netzentgelte 2027: Zuschuss begrenzt Kosten auf 3,54 Centzfk.de
Die Stromnetzentgelte steigen zum Jahreswechsel nach vorläufigen Berechnungen trotz milliardenschwerer staatlicher Zuschüsse im Bundesdurchschnitt um 1,9 Prozent, wie Verivox laut einem Bericht der DIE RHEINPFALZ mitteilte. Die Kosten steigen damit durchschnittlich von 428 auf 436 Euro brutto, ein Plus von 8 Euro. Die Berechnungen beruhen nach Angaben des Portals auf den bisher veröffentlichten Daten der Verteilnetzbetreiber. Der Bericht behandelt den Jahreswechsel 2027, nennt im Methodensatz aber ausgewertete Entgelte für 2026; diese Jahresangaben sind widersprüchlich.
Die Entwicklung fällt regional gegensätzlich aus: In Rheinland-Pfalz sinken die Stromnetzkosten entgegen dem Bundestrend um 0,7 Prozent, was für einen Dreipersonenhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch rechnerisch rund 4 Euro weniger bedeutet. Im Saarland dagegen steigen die Entgelte für denselben Beispielhaushalt um 7,8 Prozent beziehungsweise 38 Euro. Bei Gas beträgt der Anstieg im Bundesdurchschnitt 3,0 Prozent beziehungsweise 19 Euro; in Rheinland-Pfalz liegt er laut Verivox bei 4,4 Prozent oder 27 Euro jährlich für eine Familie im Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch, im Saarland bei 2,6 Prozent oder ebenfalls 19 Euro.
Warum die Entgelte trotz Zuschuss steigen
Als einen Grund für den bundesweiten Anstieg bei Strom nennt Verivox den sinkenden Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten: Nach 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds im Jahr 2026 sind für 2027 noch 5,525 Milliarden Euro vorgesehen, ein Rückgang von 15 Prozent. Beim Gas nennt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck einen anderen Einflussfaktor: Der Gasverbrauch sei seit dem Wegfall des russischen Pipelinegases im Jahr 2022 deutlich zurückgegangen, sodass sich die Netzkosten auf weniger Kilowattstunden verteilen, was die Gasnetzentgelte tendenziell steigen lasse.
Der Gesetzentwurf zum Zuschuss
Grundlage für die geplante Kürzung ist ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes zur Gewährung eines Zuschusses zu den Übertragungsnetzkosten für die Jahre 2027 bis 2029, der als Bundestagsdrucksache 21/8236 vorliegt. Er sieht vor, den vier Übertragungsnetzbetreibern mit Regelzonenverantwortung von 2027 bis einschließlich 2029 jährlich 5,525 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds zu zahlen, nachdem im Jahr 2026 noch 6,5 Milliarden Euro gewährt worden waren. Als Begründung verweist die Regierung auf steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges, vor deren Hintergrund eine Entlastung stromverbrauchender Haushalte und Unternehmen geboten erscheine. Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Bundestages hat für den 6. November 2026 eine öffentliche Anhörung zu dem Entwurf angesetzt, wie aus der Tagesordnung der Sitzung hervorgeht.
Netzbetreiber kalkulieren schon mit dem Zuschuss
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT Germany und TransnetBW haben die vorläufigen bundeseinheitlichen Netzentgelte für 2027 bereits unter der Annahme berechnet, dass der Zuschuss kommt, wie sie in einer Mitteilung erklärten. Mit dem Zuschuss soll das durchschnittliche Netzentgelt auf Höchst- und Umspannungsebene demnach bei 3,54 Cent pro Kilowattstunde liegen, nach 2,86 Cent im Jahr 2026. Ohne den Zuschuss würde es nach ihren Angaben auf 6,52 Cent steigen. Die Betreiber betonen, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung fehle es noch an der Verabschiedung des Gesetzes; bestehe bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit, werde sich das endgültige Entgelt für 2027 entsprechend erhöhen.
Verbände uneins über die Kürzung
Der Energiewirtschaftsverband BDEW begrüßte laut einem Bericht des pv magazine, dass die Bundesregierung die Verlängerung frühzeitig anstößt. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae erklärte, der Zuschuss wirke nachweislich preisdämpfend und entlaste Unternehmen wie Haushalte; die Reduzierung um rund 1 Milliarde Euro sei angesichts der Haushaltslage nachvollziehbar, dämpfe aber die gewünschten Effekte. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer kritisierte die Absenkung dagegen als falsches Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. DIHK-Bereichsleiter Sebastian Bolay betonte, Unternehmen brauchten verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Elektrifizierung, Energieeffizienz und klimaneutrale Technologien; Netzentgelte machten inzwischen bis zu 30 Prozent der Stromkosten aus.
Netzentgelte machen laut DIE RHEINPFALZ etwa ein Viertel des Strompreises aus und sind in den vergangenen Jahren gestiegen; beim Gas liegt ihr Anteil für Haushaltskunden laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bei etwa einem Fünftel.
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