Schwarzgesichtiger Löffler erreicht neuen Höchststand
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Schwarzgesichtiger Löffler erreicht neuen Höchststand

Beim internationalen Zensus im Januar 2026 zählten Naturschutzexperten weltweit 7.746 Schwarzgesichtige Löffler, der achte Bestandsrekord in Folge. Laut NEASPEC hatte die IUCN den Gefährdungsstatus der Art zuvor von „Endangered“ auf „Vulnerable“ herabgestuft.

Quellen (4)
  1. 2026 International Black-faced Spoonbill Census: Black-faced Spoonbill Global Population Hitting Record High; Deep Bay’s Global Proportion Hits Historic Low - Hong Kong Bird Watching Societycms.hkbws.org.hk
  2. Black-faced Spoonbill Downgraded to Vulnerable: A milestone and continued commitment | NEASPEC.ORGneaspec.org
  3. Revising the Black-faced Spoonbill International Species Action Plan: Addressing New Conservation Priorities and East Asian-Australasian Flyway Partnership (EAAneaspec.org
  4. Population trends of the Black-faced Spoonbill Platalea minor: analysis of data from international synchronised censuses | Bird Conservation International | Cambridge Corecambridge.org
2. Oktober 2026, 1:46 Uhr719 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Beim internationalen Zensus vom 9. bis 11. Januar 2026 zählten mehr als 200 Naturschutzexperten und Freiwillige in elf Überwinterungsregionen entlang des ostasiatisch-australasischen Vogelzugs 7.746 Schwarzgesichtige Löffler, der achte Höchststand in Folge. Das entspricht laut der Hongkonger Vogelschutzgesellschaft HKBWS einem Anstieg von 9,4 Prozent gegenüber dem Zensus des Vorjahres. Laut NEASPEC hatte die Weltnaturschutzunion IUCN den Gefährdungsstatus der Art zuvor von „Endangered“ (stark gefährdet) auf „Vulnerable“ (gefährdet) herabgestuft, nachdem seit 2024 eine Überprüfung gelaufen war.

Vom Tiefstand zum Höchststand

Noch Ende der 1980er Jahre waren laut einem Bericht der East Asian-Australasian Flyway Partnership (EAAFP) weniger als 300 Schwarzgesichtige Löffler weltweit registriert, weshalb die IUCN die Art 1994 als „Critically Endangered“ (vom Aussterben bedroht) einstufte. Im Jahr 2000 folgte dank koordinierter internationaler Winterzählungen, Satellitentelemetrie und Aufklärungsarbeit entlang des Verbreitungsgebiets eine erste Herabstufung auf „Endangered“. Die Herabstufung auf „Vulnerable“ wendete laut der Organisation NEASPEC die IUCN-Kriterien C und C2aii an, die sich auf eine geringe Populationsgröße und einen fortlaufenden Rückgang in einer einzigen Teilpopulation beziehen, was das begrenzte Brutgebiet der Art im Gelben Meer widerspiegelt, wo nahezu alle geschlechtsreifen Tiere leben. Der ursprüngliche Vorschlag der Prüfer hatte sogar eine weitere Herabstufung auf „Least Concern“ (nicht gefährdet) vorgesehen, letztlich wurde jedoch „Vulnerable“ offiziell akzeptiert.

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Wo die Löffler überwintern

Taiwan blieb beim Zensus mit 4.719 Exemplaren das weltweit größte Überwinterungsgebiet, ein Plus von 13,2 Prozent beziehungsweise 550 Tieren gegenüber dem Vorjahr, was 60,9 Prozent des globalen Bestands entspricht. Das chinesische Festland folgte mit 1.834 Vögeln als zweitgrößtes Gebiet, ein Anstieg von 9,8 Prozent beziehungsweise 163 Individuen. Japan verzeichnete dagegen mit 593 Exemplaren einen Rückgang von 17,2 Prozent, den die Beobachter von HKBWS vermutlich auf instabiles Wetter während der Zählung zurückführen, eine gesicherte Erklärung liegt dafür aber nicht vor. Die Philippinen meldeten mit 88 Tieren eine Vervierfachung um 71 Individuen gegenüber dem Vorjahr, was nach Einschätzung der Vogelschützer auf eine Entwicklung zu einem wichtigen Überwinterungsgebiet hindeutet.

Weil die Gesamtpopulation schneller wuchs als der Bestand vor Ort, fiel der Anteil von Deep Bay am Weltbestand auf einen Rekordtiefstand von 4,4 Prozent. HKBWS-Direktor Yu Yat-tung erklärte, der lokale Bestand bewege sich seit einem Jahrzehnt um 300 Tiere und habe den vor zehn Jahren erreichten Höchststand von 411 Exemplaren nicht mehr übertroffen.

„Die aufeinanderfolgenden Rekordzahlen und die erfolgreiche Herabstufung der Schwarzgesichtigen Löffler sind die Früchte von über 30 Jahren regionaler Zusammenarbeit“, sagte HKBWS-Direktor Yu Yat-tung.

Trotz Höchststand: Neue Bedrohungen

Nach Angaben von HKBWS sind mehr als 60 Prozent der weltweiten Population derzeit auf eine kleine Zahl von Überwinterungsgebieten konzentriert, was die Art anfällig für lokale Störungen macht. Die Vogelschutzgesellschaft warnt zugleich vor dem Ausbau erneuerbarer Energien wie Solarparks und Offshore-Windparks sowie vor Vogelkrankheiten wie Botulismus und Vogelgrippe, die durch den Klimawandel verschärft werden könnten. Auch NEASPEC benennt den Ausbau von Offshore- und Küstenwindparks sowie mögliche Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe als neue Risiken und betont, die Erholung der Art hänge weiterhin stark von fortgesetzten Schutzbemühungen ab.

Im Vergleich: Wo Schutz wirkt und wo nicht

Eine Auswertung internationaler Zensusdaten von 1997 bis 2014 zeigt, wie groß der Unterschied zwischen geschützten und ungeschützten Gebieten ausfällt: Populationen an geschützten Standorten wuchsen deutlich, während sie an ungeschützten Standorten zurückgingen. Im taiwanischen Tainan, wo 2002 das Chiku Black-faced Spoonbill Reserve eingerichtet wurde, stieg der Bestand im Studienzeitraum von 298 auf 1.246 Tiere, der stärkste Zuwachs unter allen 42 untersuchten Standorten. Im Naturschutzgebiet Yancheng in der chinesischen Provinz Jiangsu wurden dagegen historisch bis zu 72 Löffler gezählt, zwischen 2009 und 2014 aber nur noch ein Vogel. Insgesamt hielten zwölf zentrale Überwinterungsgebiete zwischen 2009 und 2014 zusammen 89 Prozent des Weltbestands, Tainan, Deep Bay und Chiayi zusammen kamen auf 67 Prozent.

Von unter 300 auf 7.746: Jahrzehntelanger Flyway-Schutz

Die internationale Schutzarbeit begann 1995 mit dem ersten Aktionsplan von BirdLife International, nachdem die Art 1994 auf der BirdLife-Weltkonferenz zur obersten Schutzpriorität erklärt worden war. 2002 wurde die Art in Anhang I der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten aufgenommen, 2010 veröffentlichten CMS und BirdLife International einen aktualisierten Aktionsplan. 2013 gründete sich unter der East Asian-Australasian Flyway Partnership eigens eine Arbeitsgruppe zur Schwarzgesichtigen Löffler, um die Schutzmaßnahmen der beteiligten Staaten zu koordinieren. HKBWS arbeitet derzeit mit internationalen Experten an einer Überarbeitung des internationalen Aktionsplans, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Von unter 300 Tieren Ende der 1980er Jahre bis zu den jetzt gezählten 7.746 Exemplaren ist der Bestand damit über mehrere Jahrzehnte deutlich gewachsen.

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