Putin: Über 1600 Drohnen griffen Moskau in Wahlnacht an
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Putin: Über 1600 Drohnen griffen Moskau in Wahlnacht an

Präsident Putin erklärte, in der Wahlnacht der Staatsduma-Wahl seien über 1600 Drohnen gegen Moskau eingesetzt sowie Wahllokale und Wohnhäuser von Wahlkommissionsvorsitzenden angegriffen worden, eine Kommissionsvorsitzende wurde getötet. Russland will laut Putin gründlich prüfen, wie es auf ukrainische Waffenstillstandsangebote reagiert.

Quellen (4)
  1. Ответы на вопросы представителей СМИ • Президент Россииkremlin.ru
  2. Ukraine drone incident fails to disrupt operations at Kursk NPP-2 Unit 1 — Rosatom - Business & Economy - TASStass.com
  3. Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський auf X: „President Trump, our teams, and I spoke about how to end the war. This is the priority. We are ready. I’m not sure Russia is ready as of today, but ax.com
  4. Commission disburses €3.3 billion in defence funding to Ukraine - European Commissiondefence-industry-space.ec.europa.eu
30. September 2026, 14:07 Uhr995 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Dabei seien laut Putin auch Wahllokale getroffen worden, in einem Fall habe sich das Wahllokal in einer Schule befunden, die durch den Angriff fast zerstört wurde. Zudem seien Wohnhäuser von Vorsitzenden territorialer Wahlkommissionen angegriffen worden: In einem Fall seien eine Vorsitzende, ihr Ehemann und ihr Kind verletzt worden, in einem anderen Fall sei die Vorsitzende einer territorialen Wahlkommission getötet worden, als ihr Haus getroffen wurde.

Weitere Angriffe, die Putin auflistet

Putin zählte bei der Pressekonferenz weitere Angriffe der vergangenen Monate auf: Während des Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums habe die ukrainische Führung versucht, Sankt Petersburg anzugreifen, und dabei den sogenannten Kohlehafen im Hafen getroffen und in Brand gesetzt. Seit Juni greife die Ukraine zudem russische Erdölraffinerien an; im Juni sei der Beginn einer vierzigtägigen Operation angekündigt worden. Die Ukraine habe außerdem versucht, eine Seeblockade der russischen Schwarzmeerküste zu organisieren, und dabei mehr als 100 Schiffe beschädigt, sowohl russische als auch unter fremder Flagge fahrende. Auch zivile Objekte wie Lager der Online-Händler „Wildberries“ oder „Ozon“ seien angegriffen worden, sagte Putin. Eine unabhängige Bestätigung oder eine ukrainische Stellungnahme zu diesen einzelnen Vorwürfen findet sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

Drohne trifft Kühlturm am Kernkraftwerk Kursk-2

Parallel meldete der russische Staatskonzern Rosatom, am 17. September sei eine gegnerische Drohne detoniert, nachdem sie auf den Kühlturm von Block 1 des Kernkraftwerks Kursk-2 gefallen war. Der leichte Schaden habe den Betrieb nicht beeinträchtigt, der Block laufe weiter mit 100 Prozent Kapazität, teilte das Unternehmen mit. Die Sicherheit am Kernkraftwerk sei vollständig gewährleistet, die Strahlungswerte blieben unverändert und innerhalb der natürlichen Hintergrundgrenzen, so Rosatom weiter. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi betonte am Freitag nach dem Angriff, jegliche Angriffe auf nukleare Anlagen seien inakzeptabel und könnten die nukleare Sicherheit gefährden. Kursk-2 ist eine Anlage mit zwei Blöcken mit Reaktoren des Typs VVER-TOI der Generation III+, mit jeweils 1.250 Megawatt installierter Kapazität; der erste Block wurde Ende Dezember 2025 mit dem Netz synchronisiert und ging Ende April 2026 in den kommerziellen Betrieb.

Putin: Gegenschläge treiben Ukraine zu Waffenstillstandsangeboten

Putin erklärte, die Gegenschläge der russischen Streitkräfte seien für den Gegner so empfindlich und zerstörerisch gewesen, dass die ukrainische Seite nun aktiv einen Waffenstillstand anspreche – etwa im Energiebereich, also den Verzicht auf Angriffe auf russische Raffinerien, und im Luftbereich, also eine gegenseitige Einstellung der Angriffe. Aus ukrainischer Sicht gehe es dabei laut Putin besonders darum, Angriffe der russischen Kampfdrohnen „Geran“ zu beenden, gegen die es bislang kein Gegenmittel gebe, sowie die russische Blockade der Schwarzmeerküste. Alle Vorschläge zur Versöhnung und zur Wiederaufnahme von Verhandlungen lägen auf dem Tisch, sagte Putin; Russland werde nach allem, was geschehen sei, noch gründlich überlegen, was als Reaktion unternommen werden müsse, und alle Entscheidungen ausgehend von den eigenen Interessen treffen.

Bereits am 22. September hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, er und sein Team hätten mit Präsident Trump darüber gesprochen, wie der Krieg beendet werden könne; die Ukraine sei bereit, er sei sich aber nicht sicher, ob Russland dazu bereit sei. Man habe über einen Energie-Waffenstillstand gesprochen: Die Ukraine sei dazu bereit, wenn Russland nicht das ukrainische Energiesystem, die Strom-, Heiz- und Wasserversorgung angreife – das sei der ukrainische Vorschlag. Die amerikanische Seite werde den Vorschlag mit Russland teilen, sagte Selenskyj; die russische Position kenne er nicht. Er habe Trump zudem offen gesagt, es sei wichtig, auch Präsident Xi einzubeziehen, da dieser Einfluss auf Putin habe. Gesprochen worden sei auch über den bevorstehenden Winter, auf den man sich vorbereiten müsse. Die Ukraine bitte die USA um ein Winterpaket mit Patriot-Flugabwehrraketen sowie Lizenzen zur eigenen Produktion von Patriots, dazu um Sicherheitsgarantien. Der wichtigste Schritt, den Trump machen könne, sei laut Selenskyj die Organisation eines trilateralen Treffens, bei dem die Staats- und Regierungschefs alle sensiblen Fragen ansprechen und versuchen könnten, den Krieg zu beenden.

EU zahlt 3,3 Milliarden Euro für Drohnen und Raketen aus

Parallel zahlte die Europäische Kommission am 18. September 2026 3,3 Milliarden Euro an die Ukraine für Verteidigungsbeschaffung im Rahmen des 90-Milliarden-Euro-Ukraine-Unterstützungskredits aus; die Zahlung deckt Drohnen und Raketen ab und soll der Ukraine helfen, ihr Territorium und ihren Luftraum gegen Russlands andauernde Aggression zu verteidigen. Es ist die vierte Zahlung im Rahmen des Verteidigungsfensters des Kredits; mit dieser Auszahlung hat die Kommission der Ukraine in diesem Jahr insgesamt fast 15 Milliarden Euro gezahlt, für Verteidigung und breitere Unterstützung zusammen. Der Ukraine-Unterstützungskredit umfasst 30 Milliarden Euro für Haushaltshilfe und 60 Milliarden Euro für Verteidigung im Zeitraum 2026 bis 2027. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, mit der Auszahlung werde geholfen, Drohnen und Raketen zu beschaffen; Europa werde weiterhin die Unterstützung liefern, die die Ukraine benötige, um ihre Bevölkerung und ihr Territorium zu verteidigen. Verteidigungskommissar Andrius Kubilius erklärte, Europa stehe Seite an Seite mit der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen Russlands rechtswidrigen Angriffskrieg; die neue Zahlung liefere entscheidende Verteidigungsfähigkeiten, darunter Drohnen und Raketen. Die Auszahlung folgt auf einen Beschluss der Kommission vom 11. September 2026, mit dem 6,1 Milliarden Euro für die Luft- und Raketenabwehr der Ukraine und andere Verteidigungsbedarfe genehmigt wurden, darunter PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme. Wie von der Leyen bereits in der Rede zur Lage der Union und in einem Telefonat mit Selenskyj am Vortag angekündigt hatte, ist die Kommission bereit, verbleibende Mittel aus dem Instrument Security Action for Europe zu nutzen, um ein neues gemeinsames EU-Ukraine-Programm zu starten, das ein europäisches Luft- und Raketenabwehrsystem entwickeln soll, aufbauend auf dem bestehenden Freya-Antiraketensystem. Seit 2022 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten laut Kommission insgesamt 224,5 Milliarden Euro an Unterstützung für die Ukraine bereitgestellt, davon 3,8 Milliarden Euro aus Erträgen eingefrorener russischer Vermögenswerte.

Von der Leyens angekündigter Appell bei der UN-Generalversammlung

Die Kommission kündigte am 18. September an, dass von der Leyen in der folgenden Woche an der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York teilnehmen und dort zu verstärkter Unterstützung für die Ukraine aufrufen werde, mit der Botschaft: „Europe is stepping up. Now others must step up their support too.“

Ob aus den nach Putins Worten auf dem Tisch liegenden Vorschlägen tatsächlich neue Verhandlungen werden, hängt damit nach seinen eigenen Worten davon ab, wie Russland „ausgehend von den Interessen der Russischen Föderation“ entscheidet.

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