Polizei beendet propalästinensische Demo in Berlin
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Polizei beendet propalästinensische Demo in Berlin

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel demonstrierten am 7. Oktober 2026 mehrere hundert Menschen in Berlin-Kreuzberg für Palästina, unter ihnen Greta Thunberg. Die Polizei beendete den Protest noch am selben Abend vorzeitig, weil es nach ihren Angaben zu Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen sei.

Quellen (9)
  1. Jahrestag des Hamas-Massakers: Islamisten und Linke marschieren durch Berlinberliner-zeitung.de
  2. Nach israelfeindlichen Aufrufen: Start von umstrittener Demo am 7. Oktober an den Berliner Oranienplatz verlegttagesspiegel.de
  3. 7. Oktober: Palästina-Demo in Berlin: Thunberg bei Protest in Kreuzbergtagesspiegel.de
  4. Antiimperialistische Demo in Berlin: Terror-Glorifizierung auf den Straßen | taz.detaz.de
  5. 7. Oktober in Berlin: Demonstranten rufen „Kindermörder Israel“ – Festnahmen, Polizei löst Protest auftagesspiegel.de
  6. Erinnerung an Opfer des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober | evangelisch.deevangelisch.de
  7. 7. Oktober: Greta Thunberg bei Palästina-Demo in Berlint-online.de
  8. Demos zum 7. Oktober in Berlin: Polizei zieht nach Ausschreitungen Bilanz - Berlin-live.deberlin-live.de
  9. 7. Oktober: Palästina-Demo in Berlin: Thunberg bei Protest in Kreuzberg | stuttgarter-nachrichten.destuttgarter-nachrichten.de
8. Oktober 2026, 1:11 Uhr557 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Die Polizei zählte laut Berliner Zeitung in der Spitze 850 Teilnehmer, unter ihnen Greta Thunberg. Der Zug sollte vom Oranienplatz über das Kottbusser Tor zum Hermannplatz in Neukölln führen.

Vom Oranienplatz aus

Der Zug setzte sich laut taz um 19 Uhr vom Oranienplatz aus in Bewegung; laut Tagesspiegel geschah dies, nachdem eine Rednerin anwesende Pressevertreter als „Zios“ bezeichnet hatte. Die taz berichtete dagegen, es habe keine Redebeiträge gegeben; mit ihr habe aus dem Demonstrationsumfeld niemand sprechen wollen. Kurz vor dem Kottbusser Tor stoppte die mittlerweile behelmte Polizei den Zug mit einer Kette; Polizeisprecher Florian Nath begründete dies mit verknoteten Transparenten im Frontblock und möglichen Angriffen auf Polizeikräfte. Die taz berichtete, die Polizei habe dort zwei Protestierende festgenommen, denen sie Angriffe auf Beamte vorwarf. Kurz darauf habe sich die Lage wieder beruhigt; den vorgesehenen Endpunkt am Hermannplatz habe die Demonstration zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht.

Festnahmen und laut Polizei verletzte Polizisten

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden rund 30 Menschen vorläufig festgenommen, mindestens fünf Polizeibeamte seien unter anderem durch Schläge verletzt worden; für einen Kollegen sei ein Rettungswagen angefordert worden, berichtete die Berliner Zeitung. Eine dpa-Meldung im Tagesspiegel vom 7. Oktober 2026 sprach nach Polizeiangaben von über 30 Festnahmen wegen des Verwendens verbotener Kennzeichen, etwa von Symbolen der Terrororganisation Hamas.

Auf dem Zug wurden laut taz Parolen wie „Glory to the resistance“ und „Death to Israel“ skandiert; der Tagesspiegel bezeichnete „Glory to the resistance“ und „Yallah, yallah Intifada“ als terrorverherrlichend; die taz wertete die Mobilisierung im Vorfeld als Ankündigung, die Hamas-Massaker zu feiern. Auf einem großen Plakat stand „One genocide does not justify another“, auf einem Banner „All oppressed people have the right to violence“. Auf der Gegenseite standen Menschen mit israelischen Fahnen; auf einem Transparent stand „Haltet die Fresse, gegen antisemitischen Terror und den Hass auf Israel“, auf einem anderen „Schämt euch“. Am Nachmittag fanden gesonderte israelsolidarische Gedenkveranstaltungen am Bebelplatz und am Brandenburger Tor statt; in der Gedächtniskirche gab es einen Gedenkgottesdienst.

Ein verlegter Startpunkt

Im Vorfeld hatte die Polizei den Beginn der Versammlung vom ursprünglich geplanten Schlesischen Tor auf den Oranienplatz verlegt, nachdem im Internet Aufrufe mit dem Slogan „Until total Liberation“ und einem Bild einer Planierraupe kursiert waren, die einen Zaun durchbricht. Der Aufruf griff laut Berliner Zeitung ein Motiv des Hamas-Überfalls auf und bezeichnete den Terrorangriff als „Leuchtfeuer der Standhaftigkeit“, weshalb der Staatsschutz ermittelte. Angemeldet war die Versammlung unter dem Titel „Down with Colonialism!“. Im Vorjahr hatte die Polizei eine Demonstration mit ähnlichem Aufruf untersagt, ein Verbot, das Berliner Verwaltungsgericht bestätigt hatte; in diesem Jahr sprach sie nach eigener Begründung kein Verbot aus, weil es an substanziierten Verbotsgründen gefehlt habe. Zur Begründung gehörten laut Polizeisprecher auch der vom Plakat abweichende offizielle Slogan „Down with Colonialism!“ und die Versicherung des Anmelders, nichts mit dem Plakat zu tun zu haben.

Reaktionen zum Jahrestag des Massakers

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) versicherte den Hinterbliebenen der Opfer zum dritten Jahrestag des Überfalls sein Mitgefühl und erklärte, Deutschland stehe fest an der Seite Israels. Merz erklärte, die Bundesregierung setze sich für eine Ordnung ein, in der Israelis, Palästinenser und ihre Nachbarn in Frieden und Sicherheit leben können; zugleich werde sie Antisemitismus in all seinen Formen konsequent bekämpfen. Zentralratspräsident Josef Schuster forderte in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Anpassung des Strafrechts, weil antisemitische Hetze in Deutschland seiner Einschätzung nach nicht konsequent genug verfolgt werde.

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