
Neuartige Geothermieanlage liefert erstmals Strom
Quellen (11)
- Fervo Energy Achieves First Power at Cape Station, a Landmark Moment for the Future of Enhanced Geothermal Systems - Fervo Energyfervoenergy.com
- Fervo Energy Declares Commercial Operation at Cape Station Ahead of Schedule, Leading the Race for Next-Generation Geothermal Energy - Fervo Energyfervoenergy.com
- Fervo Energy reports first power generation at Cape Station enhanced geothermal site, Utahthinkgeoenergy.com
- Google-backed Fervo Energy achieves first power at up to 900MW Cape Station geothermal plant in Utah - DCDdatacenterdynamics.com
- Google taps Houston's Fervo for geothermal power in Utahhoustonchronicle.com
- Fervo’s 4-gigawatt geothermal plant in Utah will power everyone but Utahns — for now – Deseret Newsdeseret.com
- Fervo Energy and Google Sign 396 MW PPA - Fervo Energyfervoenergy.com
- Fervo’s First Power at Cape Station Is One 33 MW Block of a 100 MW Phase I, Not a Plant Going Livemgrid.org
- Fervo's Cape Station Geothermal Plant Goes Live - IEEE Spectrumspectrum.ieee.org
- Fervo Energy announces commercial operation of first geothermal power plant in Cape Station, Utahthinkgeoenergy.com
- Google signs deal to purchase up to 1 gigawatt of Utah geothermal power from Fervosltrib.com
Cape Station in Beaver County im US-Bundesstaat Utah hat am 24. September 2026 erstmals Strom aus einem Enhanced Geothermal System im Utility-Maßstab ins Netz eingespeist, teilte das Unternehmen Fervo Energy mit. Nach Angaben von Fervo ist es damit weltweit die erste Anlage dieser Größenordnung, die diesen Meilenstein erreicht hat. Sechs Tage später, am 30. September, erklärte Fervo den ersten Block für kommerziell in Betrieb, einen Tag vor dem vertraglich vereinbarten Termin, wie das Unternehmen am 1. Oktober mitteilte. Der Erfolg kommt laut ThinkGeoEnergy gut vier Monate nach dem Börsengang des Unternehmens im Mai 2026. Wie DCD berichtete, sagte Fervos Technikchef und Mitgründer Jack Norbeck, Jahre mit Bohrungen, der Auslegung der Bohrlochkomplettierung, Untergrundmodellierung und Fließtests hätten zu diesem Moment geführt: „First Power ist der Beweis, dass die Wissenschaft funktioniert“.
Phase I von Cape Station umfasst nach Unternehmensangaben ungefähr 100 Megawatt in drei GeoBlocks mit jeweils 33 Megawatt. Der erste Block erreichte eine Nettoleistung von 33 Megawatt und damit die im Stromabnahmevertrag vorgesehene Produktionsschwelle. Die Inbetriebnahme der beiden übrigen Blöcke laufe weiter, ihr vertraglicher Betriebsbeginn werde bis zum 1. Januar 2027 erwartet. Eine weitere Ausbaustufe mit zusätzlichen 400 Megawatt befinde sich bereits im Bau, der Betriebsbeginn werde für 2028 erwartet. Nach einem Bericht der Houston Chronicle zeigen Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht, dass Fervo plant, in den kommenden Jahren 2,2 Milliarden Dollar in den Ausbau von Cape Station zu investieren. Fervo weist darauf hin, dass solche Zukunftsangaben keine Garantie seien und die tatsächliche Entwicklung davon abweichen könne.

Wie das Kraftwerk Wärme aus heißem, relativ undurchlässigem Gestein holt
Die Zeitung beschreibt das Verfahren so: Fervo bohrt in heißes, aber kaum durchlässiges Gestein und presst Wasser unter Druck hinein, um Risse zu öffnen und ein künstliches unterirdisches Reservoir zu schaffen. Das Wasser erhitzt sich beim Durchströmen des Gesteins und kehrt an die Oberfläche zurück, wo seine Wärme zur Stromerzeugung genutzt wird. Dafür nutzt das Unternehmen horizontale Bohrtechniken aus der Öl- und Gasindustrie, mit denen mehrere Bohrungen von einem einzigen Bohrplatz aus möglich sind. Laut Fervo verursacht der Betrieb der Anlagen keine Emissionen, benötigt im Verhältnis zur Leistung wenig Fläche und erzeugt wetterunabhängig rund um die Uhr Strom.
Wer den Strom kauft
Für Cape Station sind nach Unternehmensangaben ungefähr 900 Megawatt an Stromabnahme vollständig vertraglich gesichert, rechnerisch entspreche das dem jährlichen Bedarf von nahezu 1 Million US-Haushalten. Den größten Teil der frühen Kapazität haben kalifornische Versorger wie Southern California Edison, Clean Power Alliance und Desert Community Energy unter langfristigen Verträgen übernommen, berichtete die Deseret News. Google sicherte sich Anfang September laut Fervo zusätzlich einen 396-Megawatt-Vertrag für ein mögliches Rechenzentrum in Utah; eine Option auf weitere rund 600 Megawatt bis Juni 2030 will Fervo Google anbieten. Ein Vertrag mit PacifiCorp, dem Versorger, der Strom für Verbraucher in Utah selbst liefert, lag der Deseret News zufolge bislang nicht vor.
Ein Block ist nicht die ganze Anlage
MGRID wies darauf hin, dass sich First Power auf den einzelnen 33-Megawatt-Block bezieht und von der kommerziellen Betriebsaufnahme sowie der Inbetriebnahme der übrigen Blöcke von Phase I zu unterscheiden sei. Googles vertraglich zugesicherte 396 Megawatt beruhten laut MGRID auf einer separaten 400-Megawatt-Phase mit erwartetem Betriebsbeginn 2028, nicht auf dem Block, der Ende September ans Netz ging.
Im Vergleich: vom 3,5-Megawatt-Pilotprojekt zum Gigawatt-Potenzial
Nach dem Erfolg von Project Red unterzeichnete Fervo nach eigenen Angaben im Juni 2024 einen Stromabnahmevertrag über 115 Megawatt mit Google und NV Energy, der laut Unternehmen dazu beitrug, einen Tarif zu entwickeln, der gewöhnliche Stromkunden vor den Projektkosten abschirmt. Mit Cape Station erreicht Fervo nach eigenen Angaben nun eine deutlich größere Leistungsklasse an einem neu erschlossenen Standort. Laut IEEE Spectrum beziffert sich das 2-Milliarden-Dollar-Projekt insgesamt auf 2 Milliarden Dollar und soll letztlich 500 Megawatt erreichen. Nach Unternehmensangaben liegt das volle Potenzial von Cape Station sogar bei bis zu 4,3 Gigawatt, wovon nach Erfüllung der bisherigen Verträge mit Google und Kalifornien noch 3,4 Gigawatt nicht vergeben seien.
Prüfsteine
Die beiden übrigen Blöcke von Phase I sollen nach Angaben von Fervo wie angekündigt bis zum 1. Januar 2027 den vertraglichen Betrieb erreichen. Die laut Fervo im Bau befindliche 400-Megawatt-Phase soll 2028 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
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