
MV-Wahl: Endgültiges Ergebnis bestätigt AfD vor SPD
Quellen (12)
- Landtagswahl 2026: Endgültiges amtliches Wahlergebnis steht fest - Landtag Mecklenburg-Vorpommernlandtag-mv.de
- Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026: AfD stärkste Kraft – CDU verfehlt Einzug in den Landtag | Hintergrund aktuell | bpb.debpb.de
- SPD MV stimmt für Sondierungsgespräche mit Linken und Grünen - SPD Mecklenburg-Vorpommernspd-mv.de
- Sondierung in MV gestartet – Grünen-Vorsitzende wirft hinnordkurier.de
- Sondierungsgespräche in MV haben begonnennordkurier.de
- Nordkurier: Je zwei Ministerien für Grüne und Linke? So wird um die neue MV-Regierung gerungennordkurier.de
- Mecklenburg-Vorpommern: AfD stärkste Kraft - Debakel für die CDUzdfheute.de
- Mecklenburg-Vorpommern-Wahl: AfD vor SPD - CDU fliegt aus Landtagzdfheute.de
- Nach der Landtagswahl: Sondierungsgespräche haben begonnen | ndr.dendr.de
- Landtagswahl 2026: Vorläufiges amtliches Endergebnis - Landtag Mecklenburg-Vorpommernlandtag-mv.de
- Landtagswahl am 20. September 2026 in Mecklenburg-Vorpommernlaiv-mv.de
- Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: Alle Ergebnisse in Grafikenzdfheute.de
Nach der Sitzung des Landeswahlausschusses in Mecklenburg-Vorpommern am 30. September 2026 gab Landeswahlleiter Christian Boden die endgültigen Stimmenanteile bekannt: Auf die AfD entfielen 38,2 Prozent der gültigen Zweitstimmen, auf die SPD 35,5 Prozent. Gegenüber dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ergaben sich laut Landtag keine Änderungen bei den gewählten Bewerbern.
Bei der Wahl am 20. September 2026 waren 1.312.565 Menschen wahlberechtigt. 1.024.118 von ihnen gaben ihre Stimme ab, die Wahlbeteiligung lag damit bei 78,0 Prozent.
Vier Fraktionen, CDU scheitert
Im neuen Landtag sind künftig vier Fraktionen vertreten. Neben AfD und SPD ziehen Die Linke mit 6,5 Prozent und Bündnis 90/Die Grünen mit 5,7 Prozent ein. Die CDU scheiterte mit 4,9 Prozent, die FDP mit 1,0 Prozent an der Fünfprozenthürde. Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung verpasste die CDU damit erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik den Einzug in einen Landtag. Laut bpb erhöhte das Scheitern der CDU den Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz, der das Ergebnis als „Desaster“ bezeichnete, aber ankündigte, Parteichef und Kanzler bleiben zu wollen. Von den 71 Sitzen im Landtag entfallen 32 auf die AfD, 29 auf die SPD und jeweils fünf auf Linke und Grüne. Die bisherige Koalition aus SPD und Linken verlor damit laut bpb ihre Mehrheit im Parlament.
Parteichefin Manuela Schwesig begründete den Schritt damit, die SPD sei mit Abstand stärkste demokratische Partei geworden und trage daraus die Verantwortung für eine stabile Regierung. Gespräche mit der AfD schloss die Partei aus.
Acht Tage nach der Wahl trafen sich laut Nordkurier SPD-Unterhändler an einem geheim gehaltenen Ort mit Vertretern des bisherigen Regierungspartners Die Linke. Über den Verlauf wollte danach keine der beiden Seiten berichten. Die Grünen wurden laut NDR am Dienstag darauf erstmals zu einem Gespräch geladen.
Zu Wochenbeginn sorgte eine Personalie für Aufsehen: Grünen-Landesvorsitzende Katharina Horn erklärte ihren Rückzug und kündigte an, ihr Amt ruhen zu lassen und weder an den Sondierungs- noch an den Koalitionsverhandlungen teilzunehmen. Als Grund nannte die Bootsbauerin aus Greifswald, dass zeitgleich mit den Verhandlungen die Hochsaison in der Werft beginnt. Ihr Co-Vorsitzender Ole Krüger und Spitzenkandidatin Claudia Müller würdigten ihre Arbeit und erklärten, die Grünen würden voraussichtlich erstmals der Landesregierung angehören.
Ein Dreierbündnis aus SPD, Linken und Grünen wäre rechnerisch die einzige stabile Mehrheit ohne die AfD, die bei diesem Bündnis mit 32 Sitzen die einzige Oppositionsfraktion wäre. Linken-Landeschef Hennis Herbst sagte, inhaltliche Verhandlungen hätten Vorrang vor der Verteilung von Posten. Der Bund der Steuerzahler warnte, die Zahl der Ministerien dürfe keinesfalls zur Befriedigung des Koalitionsproporzes erhöht werden. Der Bauernverband forderte ein eigenständiges Agrarministerium und äußerte mit Blick auf Erfahrungen in Berlin Skepsis gegenüber den Grünen.
AfD beansprucht Regierungsauftrag, andere Parteien lehnen ab
AfD-Kandidat Leif-Erik Holm räumte ein, dass es für eine Alleinregierung nicht reichte, erklärte aber, die Partei wolle nach Möglichkeit regieren und erwarte, dass andere Parteien ihre Gesprächsangebote wahrnehmen. Spitzenkandidat Enrico Schult erklärte, die AfD habe den Regierungsauftrag und könne als so große Partei nicht außen vor bleiben. Alle anderen im Landtag vertretenen Parteien lehnten eine Zusammenarbeit jedoch ab. Inzwischen hat Enrico Schult laut NDR angekündigt, dass es Einladungen an die anderen Fraktionen zur Zusammenarbeit nicht mehr geben werde.
Laut Nordkurier soll der Grünen-Parteitag am 14. November in Stralsund über einen Koalitionsvertrag abstimmen, die Linke hat dafür bereits den Abend des 13. November in Güstrow reserviert.
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