
Manchester City in Finanzaffäre schuldig gesprochen
Quellen (16)
- Top-Club droht Titelverlust: Manchester City in allen 115 Anklagepunkten schuldig gesprochentagesspiegel.de
- Premier League Statement: Manchester City FCpremierleague.com
- Verstöße gegen Finanzregeln: Premier League spricht Man City in Finanz-Affäre schuldigtagesspiegel.de
- Premier League outlines Manchester City’s alleged breach of rules and ‘sham’ dealings | CNNedition.cnn.com
- Man City lodge appeal: Premier League club contest guilty verdict of independent commission | Football News | Sky Sportsskysports.com
- Man City Premier League charges: Appeal process, punishment hearing and what happens now after guilty verdict | Football News | Sky Sportsskysports.com
- Man City charges verdict: Club found guilty of all charges related to serious breaches of Premier League financial rules | Football News | Sky Sportsskysports.com
- Man City lodges 'comprehensive' appeal after being found guilty of financial rule-breaking | CBC Sportscbc.ca
- „Medaillen in die Tonne werfen“: Englischer Fußball fordert drastische Strafen gegen Manchester Citytagesspiegel.de
- Manchester City FC appeal decision of independent Commissionpremierleague.com
- Man City guilty of almost all of the 115 financial charges, Premier League saysnbcnews.com
- Premier League spricht Manchester City in Finanz-Affäre schuldigzdfheute.de
- Fußball - Premier League spricht Manchester City in Finanz-Affäre schuldig - hohe Strafe drohtdeutschlandfunk.de
- Premier League: Kommission befindet Manchester City in Finanzskandal für schuldig | DIE ZEITzeit.de
- Premier League: Manchester City im Finanzskandal schuldig gesprochen | FAZfaz.net
- Man City charges: How Premier League club plan to argue their innocence in appeal | Football News | Sky Sportsskysports.com
Die Premier League gab die Entscheidung der Kommission laut Tagesspiegel am Dienstagabend in einem Statement bekannt. Nach deren Feststellungen schloss Manchester City zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 sogenannte Scheinverträge mit mehreren Sponsoren ab, um seine Einnahmen künstlich zu erhöhen und zugleich seine Kosten zu senken. Die Kommission kam zu dem Schluss, der Verein habe mit seinem Verhalten eindeutig beabsichtigt, die Regeln der Premier League zu umgehen. Laut Premier League durfte sie zu diesem Zeitpunkt nur eine geschwärzte Darstellung der zentralen Feststellungen veröffentlichen; zahlreiche Anhänge zur Kernentscheidung sollten erst später veröffentlicht werden.
Vom Leak zum Schuldspruch: Die Stationen des Verfahrens
Die Liga begann ihre Untersuchung im Dezember 2018 und erhob im Februar 2023 formell eine Beschwerde nach Section W ihrer Regeln. Die unabhängige Kommission führte daraufhin eine 42-tägige Anhörung durch, die im September 2024 begann und im Dezember desselben Jahres endete. Laut Sky Sports bezeichnete die Kommission selbst es als bedauerlich, dass die Entscheidung so lange gedauert habe.
Scheinverträge, Abu Dhabi und mehr als 900 Millionen Pfund
Laut den Feststellungen der Kommission mussten die beteiligten Sponsoren nur einen Teil der vereinbarten Gebühren selbst zahlen; den Rest finanzierte die Abu Dhabi United Group Investment & Development Ltd (ADUG), der Eigentümer des Vereins. Eine korrekte Verbuchung hätte nach Einschätzung der Kommission zu einer sehr erheblichen Überschreitung der Ausgabengrenzen sowohl der Premier League als auch der UEFA geführt. Bei den Vorwürfen mangelnder Kooperation mit der Untersuchung wurden laut Sky Sports drei von vier behaupteten Verstößen bestätigt; ein Punkt wurde nicht nachgewiesen.
Manchester City: „Der Klub ist unschuldig“
Manchester City erklärte laut Sky Sports nach der Veröffentlichung, der Verein sei unschuldig und verfüge über eine umfassende, unwiderlegbare Beweislage zur Unterstützung seiner Position. Der gesamte Fall der Premier League beruhe, so Soriano in diesem Sky-Sports-Bericht, auf einer einzigen falschen Anschuldigung, dass persönliches Geld des Eigentümers heimlich über Sponsoren aus Abu Dhabi in den Verein geflossen sei. Er bezeichnete in diesem Bericht die Auffassung der Kommission als Unterstützung einer Verschwörungstheorie der Premier League. Laut CBC Sports nennt City Unterstützung durch die Regierung Abu Dhabis als alternative Herkunft der zusätzlichen Sponsoringmittel.
Berufung eingereicht, Strafe noch offen
Manchester City legte am Donnerstagabend Berufung ein, vor Ablauf der Frist am Freitag, wie der Verein laut CBC Sports erklärte. Die Premier League bestätigte den Eingang später am selben Freitag und erklärte, die Berufung sei beim Vorsitzenden des Judicial Panel eingereicht worden; die Anhörung vor dem Berufungsgremium bleibt bis zur erlaubten Veröffentlichung des Ergebnisses privat und vertraulich. Der Verein begründete den Schritt damit, dass die Entscheidung aus seiner Sicht klare wesentliche Fehler in Recht, Grundsätzen und Tatsachen enthalte und deshalb nicht tragfähig sei. Zugleich erklärte Manchester City, man werde das ordnungsgemäße Verfahren weiter respektieren, könne sich aber bis zum Abschluss aller Verfahren nur eingeschränkt äußern. Nach den von CBC Sports beschriebenen Berufungsregeln der Liga soll die Berufungsanhörung innerhalb von zwölf Wochen nach Einreichung der Berufung stattfinden; die Anhörung selbst darf höchstens fünf aufeinanderfolgende Tage dauern. Über die eigentliche Strafe entscheidet die unabhängige Kommission erst in einer weiteren, gesonderten Anhörung. Als mögliche Sanktionen nannte die Premier League unter anderem eine Geldstrafe ohne Obergrenze, einen Punktabzug oder im schwersten Fall den Ausschluss aus der Liga. Ein Zwangsabstieg in die Championship wäre für Manchester City nur über einen entsprechend hohen Punktabzug möglich; ein Ausschluss aus der Premier League bedeutet dagegen nicht automatisch einen Abstieg, sondern würde den Verein zwingen, bei der Football Association die Wiederaufnahme in die Ligenpyramide zu beantragen.
Reaktionen: Von der Bedeutung des Falls bis zum Vorwurf „Betrug“
Premier-League-Chef Richard Masters bezeichnete laut CNN das Disziplinarverfahren und die Entscheidung als die bedeutendsten in der Geschichte der Liga; Teile des Falls, darunter die Sanktion, seien noch zu entscheiden. Der frühere Vereinsvorsitzende David Bernstein forderte gegenüber der BBC, dass Manchester City aus der Premier League entfernt werden müsse, falls sich alles bestätigt und die Berufung scheitert; Geldstrafen bedeuteten den Eigentümern aus Abu Dhabi nicht viel, die Glaubwürdigkeit der Liga stehe auf dem Spiel. Der frühere Manchester-United-Kapitän Roy Keane sagte bei ITV Sport, er würde „diese Medaillen“ als Spieler zu hundert Prozent wegwerfen, weil es sich um Betrug handele. Die in Großbritannien für Sport zuständige Ministerin Lisa Nandy nannte den Fall laut Tagesspiegel äußerst ernst und den Bericht der Premier League in seiner Deutlichkeit erschütternd.
Schon 2020 war der Verein laut CNN wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für zwei Spielzeiten von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen worden; der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die Sperre später auf und reduzierte die Geldstrafe, stellte aber ebenfalls fest, dass City nicht mit der UEFA kooperiert hatte.
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