Doppelte US-Angriffswelle auf Iran, IRGC schlägt zurück
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Doppelte US-Angriffswelle auf Iran, IRGC schlägt zurück

Die USA führten in der Nacht auf Donnerstag die schwerste Angriffswelle des gesamten Konflikts durch, laut einem Bericht der Jerusalem Post ungefähr doppelt so groß wie alle bisherigen Schläge. Auf der Insel Qeschm starb eine Familie. Noch am Donnerstagmorgen antwortete die IRGC mit Angriffen auf Kuwait und Jordanien.

Quellen (9)
  1. NBC News (US heavy wave strikes, family killed)nbcnews.com
  2. CNBC (Iran vows to punish)cnbc.com
  3. Al Jazeera (US hits multiple targets, IRGC retaliation)aljazeera.com
  4. France 24 (Live: Qeschm deaths, Tehran threatens)france24.com
  5. Gulf News (US retaliatory strikes, civilian casualties)gulfnews.com
  6. Jerusalem Post (twice the size of previous bombardment)jpost.com
  7. US News / CENTCOM (official statement, dozens of targets)usnews.com
  8. CNN (Trump 'our turn', live updates)edition.cnn.com
  9. Deutschlandfunk (Trump Angriffspause und Verhandlungen)deutschlandfunk.de
30. Juli 2026, 16:03 Uhr740 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Ein Ehepaar und ihr zweijähriges Kind sind tot. Sie lebten im Stadtteil Chah Tangu auf der Insel Qeschm, als das US-Zentralkommando in der Nacht auf Donnerstag die bislang schwerste Angriffswelle des Irankriegs flog. Laut Jerusalem Post war sie ungefähr doppelt so groß wie alle bisherigen US-Schläge. Noch bevor der Morgen voll angebrochen war, griff die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) Ziele in Kuwait und Jordanien an.

Drei Tage Pause, dann Irans Raketenangriff auf Jordanien

Trump hatte rund um den 25. Juli eine Angriffspause ausgerufen, um Raum für Verhandlungen zu schaffen. In diesen drei Tagen feuerte die IRGC nach CENTCOM-Angaben über 30 Drohnenangriffe auf US-Truppen und saudi-arabische Energieinfrastruktur. Am 29. Juli eskalierte Iran direkt: Ballistische Raketen flogen erstmals seit der Pause von iranischem Staatsgebiet auf US-Militärstützpunkte in Jordanien ab. Jordaniens Luftabwehr schoss alle ab, CENTCOM meldete keine eigenen Verluste. Trump kommentierte noch in der Nacht auf CNN: „Es ist unser Zug.“

Was folgte, war keine punktuelle Vergeltung. Das US-Zentralkommando führte zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens GMT am 30. Juli eine zweistündige Großoperation durch, die das Jerusalem Post als „ungefähr doppelt so groß wie alle vorherigen Bombardements“ einordnete.

Was CENTCOM in zwei Stunden traf

CENTCOM veröffentlichte eine Erklärung, wonach Dutzende Ziele der IRGC getroffen worden seien: militärische Kommandozentren, Raketen- und Drohneneinrichtungen, Küstenüberwachungs- und Verteidigungsanlagen sowie maritime Kapazitäten. Explosionen wurden in Buschehr, Abu Musa, Kisch Island, Ahwaz und Qeschm gemeldet. Die Schläge zielten laut CENTCOM darauf ab, „Bedrohungen für US-Kräfte, den Handelsschiffsverkehr und benachbarte Golfstaaten weiter zu verringern“.

In der Provinz Zandjan im Nordwesten Irans starben laut einer Erklärung der dortigen IRGC-Provinzgarde drei Mitglieder der Ansar-al-Mahdi-Einheit. Auf Qeschm traf ein US-Angriff ein Wohngebäude im Stadtteil Chah Tangu. Die Hormozgan-Universität der Medizinwissenschaften bestätigte: Ein Ehepaar und ihr zweijähriges Kind kamen ums Leben. Zwei weitere Kinder wurden verletzt. Der Iran machte die USA für die zivilen Opfer verantwortlich. CENTCOM äußerte sich zu dem Wohnhauseinschlag zunächst nicht gesondert.

Warum die Verdopplung strategisch bedeutsam ist

Die stark erhöhte Angriffsintensität signalisiert, dass die Pause kein Zeichen des Nachlassens war, sondern ein taktisches Kalkül. US-Senator Mark Kelly (Demokrat, Arizona) hatte öffentlich gewarnt, die amerikanischen Munitionsvorräte seien nach Monaten des Kriegs „schockierend niedrig“. Ein vollständiger Nachschub werde Jahre dauern. Die schwere Welle vom 30. Juli deutet darauf hin, dass das US-Militär die noch verbliebenen hochwertigen Ziele konzentriert angeht, bevor Lager aufgefüllt werden müssen.

Der Angriff auf Qeschm ist geopolitisch bedeutsam: Die Insel liegt unmittelbar am Eingang der Straße von Hormuz und dient der IRGC-Marine als Stützpunkt für Drohnen- und Raketenoperationen gegen Handelstanker. Bisherige US-Schläge galten vor allem Zielen auf dem iranischen Festland, insbesondere rund um Buschehr und der Region Kharg Island. Mit der erneuten Attacke auf Qeschm verschiebt sich der geografische Schwerpunkt zur Meerenge selbst.

Für die Ölmärkte bedeutet das weitere Unsicherheit: Der Brent-Preis hatte während der kurzen Angriffspause auf rund 87 Dollar je Barrel nachgegeben. Nach der Wiederaufnahme der Kämpfe am 29. Juli war er wieder gestiegen. Die erneute Eskalation dürfte den Abwärtsdruck aus dem Diplomatie-Fenster zunichtegemacht haben.

Schläge auf Kuwait und Jordanien noch am Donnerstag

Die IRGC hatte am Donnerstagmorgen angekündigt, „den Aggressor noch heute zu bestrafen“ und Länder, die den USA helfen, ebenfalls zu treffen. Diese Ankündigung blieb kein leeres Wort: Ziele in Kuwait und Jordanien wurden am Donnerstag in mutmaßlichen IRGC-Angriffen getroffen. Kuwait beherbergt US-Stützpunkte und hatte versucht, aus dem direkten Konflikt herauszubleiben. Die IRGC erklärte erneut: „Die Straße von Hormuz ist unser Territorium und ein Eindringling, der von Tausenden Kilometern entfernt kommt, wird nicht zugelassen sein, sich einzumischen.“

Gleichzeitig ist der diplomatische Weg versperrt. Das von Oman vermittelte Gespräch über die Nutzung der Hormuzstraße war am 29. Juli gescheitert. Vizeaußenminister Gharibabadi hatte Omans Vermittlungsformel abgelehnt und erklärt, alle Schiffe müssten ausschließlich durch iranische Hoheitsgewässer transitieren. „Das ist unsere definitive Position und Iran wird keine andere Formel akzeptieren“, hatte er gesagt. Die nächste Gesprächsmöglichkeit auf politischer Ebene ist unbekannt.

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