HDE prognostizierte 537 Millionen Euro Halloweenumsatz im Einzelhandel
Wirtschaft

HDE prognostizierte 537 Millionen Euro Halloweenumsatz im Einzelhandel

Der Handelsverband Deutschland rechnete für 2026 mit 537 Millionen Euro Einzelhandelsumsatz im Halloweengeschäft, rund 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr, während der Anteil der Menschen, die dafür gezielt Geld einplanten, sank.

Quellen (7)
  1. Trotz schwacher Konsumstimmung: Halloweengeschäft bleibt stabil – Handelsverband Deutschland (HDE)einzelhandel.de
  2. Einzelhandel erwartet 537 Millionen Halloween-Umsatz - Wirtschaft - WDRwww1.wdr.de
  3. Halloween 2026: Kürbis, Kostüme, klingelnde Kassen – Halloween nützt dem Handelwiwo.de
  4. Halloween: Vom Gruselfest zum Umsatztreiber - SWR Aktuellswr.de
  5. Halloween 2026: Einzelhandel erwartet stabilen Umsatz trotz Konsumflauteretail-news.de
  6. Inflationsrate im Oktober 2026 voraussichtlich +2,8 % - Statistisches Bundesamtdestatis.de
  7. Halloween 2026: Warum Marken vom Grusel-Hype profitierenkarlsruhe.dhbw.de
1. November 2026, 11:16 Uhr556 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Der Anteil der Menschen, die gezielt Geld für das Fest einplanten, sank von 15,2 Prozent im Jahr 2025 auf 14,9 Prozent im Jahr 2026. Trotz einer insgesamt zurückhaltenden Konsumstimmung bezeichnet der Verband das Geschäft mit dem Gruselfest als stabil.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sieht darin trotz der schwierigen Lage ein positives Signal: Halloween bleibe für viele Handelsunternehmen „ein wichtiger Umsatzimpuls“. Grundlage der Prognose ist eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage, die das IFH Köln im Oktober 2026 im Auftrag des HDE unter mehr als 1.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren durchführte.

Besonders gefragt sind laut HDE Dekoration, sonstige Lebensmittel und Getränke, während Verbraucher bei Süßwaren und Schminke weniger ausgeben wollen als im Vorjahr. Auch der WDR berichtet unter Berufung auf die HDE-Umfrage, dass Süßigkeiten besonders gefragt sind und auch Kostüme auf den Einkaufslisten stehen. Nach einem Bericht der WirtschaftsWoche über dieselbe Umfrage planen die Befragten weitere Ausgaben für Schmuck, Schminke, Spielwaren und Haushaltsartikel.

Fast ausverkaufte Kostüme in Heilbronn, mehr Preisbewusstsein beim Kostümkauf

Wie konkret sich die Nachfrage zeigt, beschreibt ein Bericht von SWR Aktuell: Bei Rofu in Heilbronn waren Halloweenkostüme nach Angaben des Geschäfts seit Tagen nahezu ausverkauft, wobei auch Rabatte wegen eines bevorstehenden Umbaus zur Nachfrage beigetragen haben könnten. Anne Perius, Mitinhaberin des Kostümpalasts in Freiberg am Neckar, beobachtet vor allem bei Dekorationsartikeln eine große Nachfrage, besonders begeisterte Halloweenfans gäben dafür jedes Jahr mindestens 300 Euro aus. Die 26-jährige Heilbronnerin Bahanur Yavuz will als Polizistin zu einer Veranstaltung gehen und überlegte bei einem Kostüm für 70 Euro zweimal, ob sich der Kauf lohnt. Veranstalter Korel Demirönal aus Neckarsulm beobachtet, dass Menschen heute bewusster entscheiden, für welche Abende sie Geld ausgeben, Halloween aber für viele ein besonderer Anlass bleibt, der auch sonst selten Feiernde anzieht.

Plus seit 2019, aber was zeigt der Vergleich wirklich

Die für 2026 erwarteten Umsätze liegen laut HDE voraussichtlich um 69 Prozent höher als 2019. Für 2019 nennt der WDR nach Angaben des HDE einen Anteil von 8,3 Prozent der Menschen, die gezielt Geld für Halloween ausgaben. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie meldete für das Vorjahr rund 37 Millionen Euro Umsatz mit speziell für Halloween angebotenen Süßwaren, ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Ob hinter dem vom HDE prognostizierten Umsatzplus im Halloween-Einzelhandelsgeschäft größere Warenkörbe oder höhere Preise stehen, lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen laut einer Einordnung von Retail-News nicht eindeutig ableiten, auch der Vergleich mit 2019 beschreibt das nominale Umsatzvolumen ohne Rückschluss auf ein entsprechendes reales Mengenwachstum. Zum Vergleich: Das Statistische Bundesamt erwartet für Oktober 2026 eine allgemeine Inflationsrate von 2,8 Prozent. Auch handelt es sich bei den 537 Millionen Euro laut Retail-News um eine Prognose und keinen abschließend gemessenen Umsatz.

Halloween: Unbekanntes, Angstlust und Gemeinschaft

Der Neuromarketingexperte Jan Michael Rasimus erklärt laut DHBW Karlsruhe, Halloween verbinde den Reiz des Unbekannten, das lustvolle Erleben von Angst, den Wunsch nach Abwechslung und die Freude am gemeinsamen Feiern. Kürbisse, Geister oder Zombies riefen sofort vertraute Vorstellungen hervor, spannend werde es laut Rasimus, wenn Marken mit diesen Erwartungen spielten und bekannte Produkte überraschend anders inszenierten. Der Marketing-Professor Philipp Rauschnabel sieht laut SWR Aktuell zusätzlich den Einfluss sozialer Netzwerke: Wer aufwendig dekorierte Häuser heute auf Instagram und TikTok statt wie früher bei fünf Nachbarn sehe, könne eher unter sozialem Druck stehen, selbst mitzumachen.

Der HDE ist zugleich Auftraggeber der zugrunde liegenden Umfrage und die Stimme, die ihre eigenen Zahlen als Stabilitätssignal bewertet.

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