Costa Ricas Wald: Von 21 auf 58,4 Prozent
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Costa Ricas Wald: Von 21 auf 58,4 Prozent

Costa Ricas Wald bedeckte 2023 laut einer aktualisierten Karte des Naturschutzsystems SINAC wieder 58,4 Prozent des Landes, nachdem die Fläche 1987 auf 21 Prozent gefallen war. Dazu trägt nach Angaben von FONAFIFO neben anderen Regierungsmaßnahmen ein staatliches Programm bei, das über die Behörde FONAFIFO Waldbesitzer für den Erhalt von Wald bezahlt und sich über eine Treibstoffsteuer finanziert. Howler Magazine blickte im September 2026 auf diese Entwicklung zurück.

Quellen (10)
  1. Mapa de cobertura forestal de Costa Rica 2023 – Zona de Conocimientopnud-conocimiento.cr
  2. Costa Rica reversed its forest collapse by paying landowners to keep trees standing — more than 18,000 families signed contracts funded by a national fuel taxspacedaily.com
  3. Costa Rica Reforestation: How the Forest Came Backhowlermag.com
  4. FONAFIFO | Sitio Webfonafifo.go.cr
  5. Frontiers | Effectiveness of Costa Rica’s Conservation Portfolio to Lower Deforestation, Protect Primates, and Increase Community Participationfrontiersin.org
  6. Do Payments Pay Off? Evidence from Participation in Costa Rica’s PES Program | PLOS Onejournals.plos.org
  7. Payments for environmental services in Costa Rica: from Rio to Rio and beyond Costa Rica has shown how a small developing country can grab theosti.gov
  8. Costa Rica forest cover has grown from 21% to 57% in just 33 years by paying farmers to protect tress from a fossil fuels tax. - Vote Earth Nowvoteearthnow.com
  9. Forest area (% of land area) - Costa Rica | Datadata.worldbank.org
  10. Environmental Monitoring and Assessment (Springer): Kleinn, Corrales & Morales (2002) – Forest Area in Costa Rica: A Comparative Study of Tropical Forest Cover Estimates over Timedoi.org
8. Oktober 2026, 16:54 Uhr824 Wörter · 5 Min. Lesezeit

1987 war die Waldfläche laut „Zona de Conocimiento“ auf rund 21 Prozent gefallen, nachdem Weidewirtschaft und Landwirtschaft ausgeweitet worden waren.

Space Daily nannte im Juli 2026 für das Jahr 2021 einen Waldanteil von rund 54 bis 57 Prozent, abhängig von der verwendeten Satellitenauswertung. Die hier genannten 58,4 Prozent für 2023 stammen aus der Beschreibung der vom Sistema Nacional de Áreas de Conservación erstellten Karte auf „Zona de Conocimiento“.

costa rica

In den 1940er Jahren waren laut Howler Magazine noch etwa 75 Prozent der Landesfläche von Regenwald und anderen natürlichen Wäldern bedeckt. Nach Angaben des Magazins trieben staatliche Anreize für die Schaffung von Weideland, günstige Kredite für die Rinderhaltung und eine wachsende weltweite Fleischnachfrage die Entwaldung an. Space Daily beschreibt, wie Rindfleischexporte in die USA in den 1970er und frühen 1980er Jahren Nebelwald in Weideflächen umwandelten, mit einer vom Portal genannten Rate von ungefähr 50.000 Hektar pro Jahr.

Zahlungen: Konzeptwechsel laut FONAFIFO

Laut Space Daily schuf Costa Ricas Forstgesetz von 1996 das Programm Pago por Servicios Ambientales, das von der staatlichen Behörde FONAFIFO verwaltet wird. FONAFIFO beschreibt das Programm selbst als finanzielle Anerkennung des Staates für Eigentümer von Wäldern und Forstplantagen, deren Umweltleistungen Schutz und Verbesserung der Umwelt unmittelbar fördern. Nach eigener Darstellung ersetzte das Programm damit das traditionelle Konzept von Subvention oder Anreiz durch eine wirtschaftliche Anerkennung der vom Wald erbrachten Leistungen. Als anerkannte Umweltleistungen zählt FONAFIFO die Minderung von Treibhausgasemissionen, den Schutz der Biodiversität, den Schutz von Wasser für städtische, ländliche oder hydroelektrische Nutzung sowie natürliche landschaftliche Schönheit für touristische und wissenschaftliche Zwecke.

Finanziert wird das Programm über eine Treibstoffsteuer: Ursprünglich floss laut FONAFIFO ein Drittel der Verbrauchsteuer auf Kraftstoffe in das Programm, nach einer Steuerreform sind es 3,5 Prozent der heute einheitlichen Kraftstoffsteuer. Space Daily beschreibt den Weg der Steuer so: Sie wird an der Zapfsäule erhoben und über die nationale Staatskasse an FONAFIFO weitergeleitet. Die Verträge laufen laut Space Daily üblicherweise fünf bis zehn Jahre.

Mehr als 18.000 Familien und Kooperativen haben laut Space Daily Verträge unterzeichnet. Seit 1997 wurden laut Space Daily kumulativ rund 1,3 Millionen Hektar aufgenommen, in einem jeweiligen Jahr stehen etwa 300.000 Hektar unter aktivem Vertrag. Kleine und mittlere Landbesitzer mit 10 bis 100 Hektar stellen laut Space Daily die Mehrheit der Verträge, während ein kleinerer Kreis großer Ranchbesitzer einen überproportionalen Flächenanteil hält; indigene Gebiete, besonders in der Region Talamanca, haben kollektive Verträge über Zehntausende Hektar.

Die Waldverluste unterschieden sich regional: Eine Untersuchung von 2020 in vier Regionen Costa Ricas fand zwischen 2001 und 2017 einen siebenfachen Unterschied beim Netto-Waldverlust zwischen den Regionen, wobei die Verlustraten innerhalb von Schutzgebieten niedriger lagen als außerhalb. Schutzgebiete selbst umfassten laut derselben Studie von 2020, gestützt auf Angaben von 2017 und 2018, 32 Nationalparks und 230 weitere Schutzgebiete und bedeckten 25 bis 28 Prozent der Landfläche, ein eigener Wert neben der allgemeinen Waldbedeckung.

Neben der Treibstoffsteuer trugen laut FONAFIFO auch die Weltbank und der Globale Umweltfonds über das Projekt Ecomercados sowie die deutsche Entwicklungsbank KfW zur Finanzierung bei; Space Daily nennt zusätzlich Wassertarife von Wasserkraft- und Abfüllunternehmen sowie internationale Verkäufe von CO₂-Gutschriften. FONAFIFO erklärt allerdings, dass die verfügbaren Investitionsmittel zum beschriebenen Stand nicht ausreichten, um die wachsende Nachfrage zu decken. Landbesitzer im Programm verdienten im Schnitt 22 bis 42 US-Dollar pro Hektar und Jahr, wie in der Studie von 2020 zitierte Untersuchungen zeigen. Viehhalter kamen im Vergleich auf 8 bis 125 US-Dollar, abhängig von Standort und Bewirtschaftung. Nach der in der Studie von 2020 zitierten Literatur wurden 15 Prozent der Programmeinkünfte für die vorgeschriebene anfängliche Bewirtschaftungsplanung und langfristige Überwachung verwendet.

Die Kehrseite: Was Studien einschränken

Die Studie von 2020 verweist auf eine Untersuchung von Zbinden und Lee aus dem Jahr 2005, wonach das PSA-System kleinere Landbesitze kaum einbezog und die Teilnahmebedingungen größere Grundstücke begünstigten. Eine Fernerkundungsanalyse der ersten Teilnahmephase von 1997 bis 2000 fand laut der Studie von 2020 keine signifikante Wiederbewaldung auf PSA-Flächen im Vergleich zu Flächen ohne PSA. Eine Studie, die 2005 Haushalte in der Region Sarapiquí im Nordosten des Landes befragte, fand keinen Effekt der PSA-Teilnahme auf das gemessene Wohlergehen der Haushalte, dafür negative Effekte auf die Größe der Rinderherde und die Wahrscheinlichkeit, landwirtschaftliche Arbeitskräfte einzustellen.

Space Daily benennt zudem ein grundsätzliches Problem früher Verträge: Mancher Landbesitzer wurde dafür bezahlt, Bäume nicht zu fällen, die er ohnehin nicht zu fällen beabsichtigt hatte, weil die Flächen zu abgelegen, zu steil oder bereits gesetzlich geschützt waren. FONAFIFO habe seine Flächenauswahl seither überarbeitet und priorisiere biologische Korridore, indigene Gebiete und Flächen mit tatsächlichem Entwaldungsdruck; die zusätzliche Schutzwirkung sei laut Space Daily besser geworden, bleibe aber ein fortdauerndes Messproblem. Nachbefragungen zu abgelaufenen Verträgen zeigten laut Space Daily, dass die meisten Landbesitzer erneut teilnehmen oder den Wald freiwillig erhalten, auch wenn das nicht durchgängig gilt und manche Flächen trotzdem gerodet werden.

Die Erholung des Waldes lässt sich laut Space Daily nicht auf eine einzelne Maßnahme zurückführen: Das Forstgesetz von 1996 untersagte Landnutzungsänderungen auf bewaldeten Flächen auch für Betriebe ohne PSA-Vertrag, der Ökotourismus wuchs und Rinderhaltung wurde im Zuge veränderter globaler Rohstoffmarktdynamiken weniger profitabel.

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