
Bund und Nvidia vereinbaren KI-Zusammenarbeit
Quellen (12)
- Bundesregierung vereinbart KI-Kooperation mit Nvidia | tagesschau.detagesschau.de
- Roboter und Fabriken: Bundesregierung besiegelt KI-Deal mit Nvidiaberliner-zeitung.de
- Investitionsgipfel Berlin: Kanzler Friedrich Merz wirbt mit Nvidia um private Investorenwiwo.de
- Investitionsgipfel: Bundesregierung vereinbart mit Nvidia Kooperation für „hochmodernes KI-Ökosystem in Europa“ - WELTwelt.de
- Germany Wants to Lead the World in Industrial AI: How NVIDIA Will Help | NVIDIA Blogblogs.nvidia.com
- Deutschland und Nvidia starten KI-Offensive für die Industriezdfheute.de
- Bundeskanzler Friedrich Merz trifft NVIDIA-CEO Jensen Huang – Deutschland mit Führungsanspruch bei Künstlicher Intelligenzbundesregierung.de
- NVIDIA Builds World’s First Industrial AI Cloud to Advance European Manufacturing | NVIDIA Newsroomnvidianews.nvidia.com
- Nvidia: Bundesregierung und Konzernchef Huang besiegeln KI-Kooperation - DER SPIEGELspiegel.de
- Invest-In-Germany-Summit in Berlin | Bundesregierungbundeskanzler.de
- Linux Foundation Releases OpenMDW-1.1; NVIDIA Adopts OpenMDW for Cosmos, Isaac GR00T, Ising and Nemotron, AI Model Familieslinuxfoundation.org
- Federal Government announces AI partnership with Nvidiadeutschland.de
Ziel sei es, industrielle KI systematisch in die breite Anwendung zu bringen und ein hochmodernes KI-Ökosystem in Europa zu etablieren, teilte der Bund laut tagesschau anlässlich des ersten „Invest in Germany“-Gipfels mit. Im Mittelpunkt steht eine Initiative für sogenannte Physical AI, also Künstliche Intelligenz für Maschinen wie Roboter, autonome Fahrzeuge oder automatisierte Produktionsanlagen, die ihre Umgebung erfassen und daraus Handlungen ableiten müssen, wie die Berliner Zeitung berichtet.
Den Auftakt bildete am Montagabend ein Empfang in einem stillgelegten Kraftwerk in Berlin, wo Bundeskanzler Friedrich Merz laut WELT den zweitägigen internationalen Investitionsgipfel eröffnete. Zu der Veranstaltung wurden rund 200 Unternehmenschefs aus dem In- und Ausland erwartet, darunter Nvidia-Chef Jensen Huang, der am Abend mit Merz auf der Bühne sprach.
Was die Vereinbarung vorsieht
Laut einer Mitteilung von Nvidia soll die Vereinbarung traditionelle deutsche Ingenieurs- und Fertigungskompetenz mit moderner KI-Forschung verbinden; vorgesehen ist eine gemeinsame Initiative zur Weiterentwicklung moderner KI-Modelle für physische KI. Die Initiative baue auf Deutschlands Industriedaten, seiner Fertigungskompetenz und seiner Expertise im Ingenieurswesen auf, erklärte die Bundesregierung laut WELT. Nvidia werde dafür sein bisheriges Engagement mit deutschen Partnern erweitern, um spezialisierte offene Modelle für industrielle KI zu entwickeln. Die KI-Modelle des Konzerns sollen künftig neben Großunternehmen auch kleineren und mittleren Betrieben sowie Forschungseinrichtungen zugänglich sein, wie ZDFheute berichtet.
Vorgeschichte: Die Industrial AI Cloud
Schon am 13. Juni 2025 hatte Bundeskanzler Merz Nvidia-Chef Jensen Huang in Berlin empfangen, wie die Bundesregierung mitteilte; im Mittelpunkt stand damals der Aufbau einer souveränen KI-Infrastruktur. Innerhalb von neun Monaten sollte dafür eine „Industrial AI Cloud“ mit mindestens 10.000 GPU-Grafikprozessoren entstehen, die Bundesregierung damals als weltweit einzigartig bezeichnete. Nvidia kündigte dazu passend an, die weltweit erste industrielle KI-Cloud für europäische Hersteller in Deutschland mit 10.000 GPUs zu bauen, darunter Systeme vom Typ Nvidia DGX B200 und Nvidia RTX Pro Server, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärte.
Offene Finanzierungsfragen
Zu möglichen Investitionen im Rahmen der neuen Kooperation machte der Bund zunächst keine Angaben, berichtet tagesschau. Bereits in der vorangegangenen Woche hatte das Handelsblatt laut SPIEGEL berichtet, die Regierung sei bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag in das gemeinsame Projekt zu investieren, wobei Nvidia eigene Ingenieure dafür abstellen solle. Etwa ein Dutzend deutscher Unternehmen soll sich beteiligen, darunter Siemens, Audi und die KI-Firma Black Forest Labs.
Merz und Huang: Daten öffnen, Fähigkeiten ergänzen
Laut Nvidia erklärte Merz, Deutschland wolle zu den fortschrittlichsten Standorten weltweit gehören, um KI zu nutzen und sie in die eigene Industrie zu integrieren. Den Mittelstand bezeichnete er als Deutschlands größten Vorteil und forderte die Unternehmen auf, ihre Daten für KI zu öffnen. Merz erhob diese Forderung laut SPIEGEL und tagesschau und nannte den Erhalt der industriellen Basis einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Volkswirtschaften. Huang erklärte laut Nvidia, das Wissen der Angesprochenen gehöre ihnen selbst und könne nicht ersetzt werden; KI könne ihre Fähigkeiten ergänzen.
Schon vor dem Gipfel hatte Huang laut WELT unter Berufung auf den US-Sender CNBC in London beklagt, es schmerze ihn zu sehen, wie eines der technologisch fortschrittlichsten Länder derart abgehängt werde; gemeint war Deutschland. Als möglichen Grund nannte er die europäische Art des Zerdenkens und forderte angesichts des vorhandenen Talents dazu auf, sich einfach an die Arbeit zu machen.
Von der Erklärung zu konkreten Projekten
Wie aus der Absichtserklärung konkrete Projekte werden und welche Mittel dafür bereitstehen, blieb laut Berliner Zeitung zunächst offen. Nvidia selbst verweist auf bestehendes Engagement: Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben fast eine Milliarde Dollar in Deutschland investiert und sei an zahlreichen Start-ups und etablierten Unternehmen beteiligt. Fortgesetzt werden soll der Gipfel laut WELT am Dienstag an einer privaten Wirtschaftshochschule, mit dem Ziel, weitere private Investoren nach Deutschland zu holen.
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