
Alberta stimmt laut CBC-Prognose für Verbleib in Kanada
Quellen (17)
- Alberta votes to stay in Canada, CBC News projects. Here's how the referendum is unfolding | CBCcbc.ca
- Albertans vote to remain in Canada, CBC News projects | CBC Newscbc.ca
- Gegen Unabhängigkeitsreferendum: Alberta will kanadisch bleiben | tagesschau.detagesschau.de
- Referendum - Elections Albertaelections.ab.ca
- Alberta voters reject a move toward independence backing Canadian unity : NPRnpr.org
- Statement by Prime Minister Carney on Albertans choosing to build a stronger Canada, together | Prime Minister of Canadapm.gc.ca
- Danielle Smith auf X: „Thank you, Alberta! I’m very pleased to see the initial results from Elections Alberta show widespread support for remaining in Canada. Albertans have voted for a stronger Alberx.com
- Alberta referendum live updates: Majority vote to reject question on separation, Carney says they 'chose unity' - The Globe and Mailtheglobeandmail.com
- Alberta voters reject separation from Canada, early results show | Elections News | Al Jazeeraaljazeera.com
- Alberta stimmt über Abspaltung von Kanada ab – Ergebnis liegt vorfr.de
- Referendum in Kanadas Provinz Alberta: Keine Abspaltung, aber ein Zeichen an die Regierung | taz.detaz.de
- Alberta stimmt für Verbleib in Kanada - Politik - SZ.desueddeutsche.de
- Abstimmung: Klare Mehrheit in Alberta gegen Unabhängigkeit von Kanadatagesspiegel.de
- Nordamerika - Fernsehsender CBC: Mehrheit der Wähler in Alberta gegen Loslösung von Kanada - Carney begrüßt Ergebnisdeutschlandfunk.de
- Alberta: Mehrheit laut erster Prognose gegen Unabhängigkeit von Kanada - DER SPIEGELspiegel.de
- From ‘killing the golden goose’ to better than ever: Has Alberta's relationship with Ottawa changed? | CBC Newscbc.ca
- UCP riding group demands leadership review as separatist leader criticizes Danielle Smith's unity stance | CBC Newscbc.ca
Nach der Projektion von CBC News haben die Abstimmenden in Alberta für den Verbleib in Kanada gestimmt und den Vorschlag abgelehnt, den Loslösungsprozess einzuleiten. Die CBC News Decision Desk hatte zuvor bei einer Auszählung von mehr als einer Million Stimmen einen Sieg der Option Verbleib prognostiziert, die zu diesem Stand 76.5 Prozent erreichte, während 23.5 Prozent für die Option eines weiteren Referendums über die Loslösung stimmten.
Nach Angaben der Wahlbehörde waren rund 60 Prozent der Wahlkreise ausgezählt. In der Provinz waren insgesamt 3,1 Millionen Menschen wahlberechtigt. Elections Alberta hatte im Vorfeld eine Rekordbeteiligung zwischen 80 und 85 Prozent erwartet, nachdem die Beteiligung bei der letzten Provinzwahl 60.5 Prozent betragen hatte. Mehr als 1.3 Millionen Menschen nutzten entweder eine vorzeitige Stimmabgabe in einem Wahllokal oder die Briefwahl. Die Ergebnisse verzögerten sich, nachdem die Wahlbehörde mitgeteilt hatte, dass mehr als 100 Wahllokale nicht rechtzeitig geöffnet hatten. Das amtliche Endergebnis soll nach Angaben der Wahlbehörde am 29. Oktober veröffentlicht werden.
Was zur Wahl stand
Zur Abstimmung standen laut CBC News insgesamt zehn Fragen, von denen eine die Frage einer möglichen Trennung von Kanada betraf. Konkret sollten die Wählerinnen und Wähler laut Elections Alberta entscheiden, ob Alberta eine Provinz Kanadas bleiben oder ob die Provinzregierung den von der kanadischen Verfassung geforderten rechtlichen Prozess für ein bindendes Referendum über eine Trennung von Kanada beginnen soll; O.C. 160/2026 ordnete an, dass das Ergebnis dieser Frage nicht bindend ist. Damit handelte es sich nicht um eine direkte Abstimmung über die Unabhängigkeit, sondern um die Einleitung eines Verfahrens zu einem möglichen späteren bindenden Referendum.
Carney und Smith begrüßen die ersten Ergebnisse
Kanadas Premierminister Mark Carney erklärte in einer am Dienstagmorgen veröffentlichten Stellungnahme, die Menschen in Alberta hätten sich am 19. Oktober klar für Zusammenhalt, gemeinsames Aufbauen und gegenseitige Fürsorge entschieden und vor allem Kanada gewählt. Carney erklärte, Kanada gewinne weltweit neue Handelspartner, beschleunige große Aufbauprojekte in allen Landesteilen und erschließe sein Potenzial als globale Energiesupermacht mit Alberta im Zentrum. Kanada sei wesentlich mehr als die Summe seiner Teile, erklärte er und sprach von der Gelegenheit, das Land nun für alle zu verbessern. Albertas Premierministerin Danielle Smith schrieb auf der Plattform X, sie sei sehr erfreut, dass die ersten Ergebnisse von Elections Alberta breite Unterstützung für den Verbleib in Kanada zeigten. Die Menschen in Alberta hätten für ein stärkeres Alberta in einem vereinten Kanada gestimmt, schrieb Smith weiter. Sie kündigte für Dienstagabend um 6:45 Uhr eine Liveansprache an, um die Ergebnisse aller Referendumsfragen zu besprechen, für die zu diesem Zeitpunkt Ergebnisse vorliegen, sowie den weiteren Weg der Provinz.
Separatist Wilson kündigt weitere Debatte an
Keith Wilson, einer der führenden Vertreter der separatistischen Kampagne Let Alberta Decide, erklärte nach der Bekanntgabe, der Wahlkampf sei beendet; die Debatte über Albertas Zukunft, Platz und Rolle in Kanada werde aber weitergehen. Mitch Sylvestre, Leiter des separatistischen Alberta Prosperity Project, sagte, er sei mit Briefwahlstimmen grundsätzlich unzufrieden und wolle abwarten, bis sämtliche Ergebnisse vorlägen. Jeffrey Rath, ebenfalls Anführer des Alberta Prosperity Project, erklärte gegenüber Reportern, sein Einsatz für ein unabhängiges Alberta werde trotz des Ergebnisses absolut weitergehen. Laut der Frankfurter Rundschau kündigte Rath zudem an, die Unabhängigkeitsbewegung werde sich künftig darauf konzentrieren, Smith als Parteivorsitzende abzulösen.
Woher der Unmut kommt
Smith hatte die Unabhängigkeitsfrage laut CBC News im laufenden Jahr auf den Stimmzettel gesetzt, nachdem Hunderttausende Menschen in Alberta konkurrierende Bürgerpetitionen unterschrieben hatten. Zuvor hatte laut taz ein Gericht die Petition der Separatisten gestoppt, weil die Provinz die First Nations nicht konsultiert hatte, deren Vertragsrechte durch eine Abspaltung bedroht wären, worauf Smith selbst eine abgeschwächte Fragestellung formulierte. Der separatistische Anwalt Jeffrey Rath verspottete diese Fassung als ein Referendum darüber, ob ein Referendum stattfinden solle.
Viele Befürworter der Unabhängigkeit sind der Ansicht, Alberta leiste wirtschaftlich einen großen Beitrag zum Wohlstand Kanadas, werde von der Regierung in Ottawa aber politisch benachteiligt. Alberta verfügt nach Schätzungen über die viertgrößten Ölreserven der Welt, hinter Venezuela, Saudi-Arabien und dem Iran. Separatisten betrachten die Klimapolitik der kanadischen Bundesregierung, etwa CO2-Abgaben und Vorgaben für die Energiebranche, als Angriff auf die wirtschaftliche Grundlage der Provinz. Die Separatistenbewegung wird zudem unter anderem von US-Präsident Donald Trump unterstützt. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete Alberta als Washingtons natürlichen Partner, der Unternehmer Elon Musk schrieb auf X, Alberta solle sich loslösen.
Blick nach Québec
In Kanada gab es zuvor bereits zwei Referenden über die Unabhängigkeit der französischsprachigen Provinz Québec. Anfang Oktober ging dort der separatistische Parti Québécois als stärkste Kraft aus der Regionalwahl hervor und strebt ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum an, für das es laut Umfragen derzeit keine Mehrheit in der Bevölkerung gibt. Für Alberta ist mit dem Ausgang zugleich die vor der Abstimmung gegebene Zusage von Smith verbunden, während ihrer Amtszeit kein zweites Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten, sollte die Mehrheit der Provinz für den Verbleib in Kanada stimmen.
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