
Wiederherstellung von Menin lindert Alterszeichen bei alten Mäusen
Quellen (8)
- Scientists find hidden driver of aging and a simple amino acid that fights memory loss in mice | ScienceDailysciencedaily.com
- Scientists restore a brain protein and reverse signs of aging in mice | ScienceDailysciencedaily.com
- PLOS Biology: Leng L, Yuan Z, Su X, Chen Z, Yang S, Chen M, et al. (2023) „Hypothalamic Menin regulates systemic aging and cognitive decline“, PLOS Biology 21(3): e3002033doi.org
- Brain Aging Reversal in Mice: Menin Protein Loss Drives Decline, D-Serine Supplement Restores Memorytechtimes.com
- Hypothalamic Menin regulates systemic aging and cognitive decline - PMCpmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Loss of Menin helps drive the aging process, and dietary supplement can reverse it in mice | EurekAlert!eurekalert.org
- Loss of Menin helps drive the aging process, and dietary supplement can reverse it in mice | ScienceDailysciencedaily.com
- Hypothalamic Menin regulates systemic aging and cognitive decline | PLOS Biologyjournals.plos.org
Die Wiederherstellung von Menin verbesserte bei alten Mäusen innerhalb von 30 Tagen Gedächtnis, Gleichgewicht, Knochenmasse und Hautdicke, wie ScienceDaily am 12. Oktober 2026 berichtete. Die Gabe der Aminosäure D-Serin steigerte bei den Tieren innerhalb von drei Wochen die Lernleistung und Gedächtnisleistung. Grundlage ist laut ScienceDaily eine im März 2023 in PLOS Biology veröffentlichte Studie der Xiamen University unter Leitung von Lige Leng.
Menin sitzt laut ScienceDaily in bestimmten Neuronen des ventromedialen Hypothalamus, einer Hirnregion, die an der Stoffwechselregulation beteiligt ist. Frühere Arbeiten der Forschungsgruppe hatten gezeigt, dass das Protein Entzündungen im Hypothalamus begrenzt. Bei alternden Mäusen sinkt laut ScienceDaily die Menin-Menge in diesen Neuronen allmählich, in Astrozyten und Mikroglia wurde dieselbe Abnahme dagegen nicht beobachtet. Beim Vergleich von sieben Hirnregionen junger und alter Mäuse fiel der altersbedingte Rückgang von Menin im Hypothalamus am stärksten aus und ging mit stärkerer Entzündung in dieser Region einher.

Wie der Eingriff bei alten Mäusen wirkte
Um zu prüfen, ob sich der Zustand alter Mäuse verbessern lässt, brachte das Team laut ScienceDaily das Menin-Gen mittels einer Gentransfertechnik in den ventromedialen Hypothalamus 20 Monate alter Mäuse ein. Bereits 30 Tage später zeigten die behandelten Tiere dickere Haut, mehr Knochenmasse und bessere Ergebnisse in Tests zu Lernen, Gedächtnis und Gleichgewicht, außerdem weniger Entzündung und Verbesserungen bei altersbedingten Stoffwechselveränderungen. In einer gesonderten Überlebensanalyse lebten mit Menin behandelte Mäuse länger als unbehandelte Kontrolltiere.
D-Serin als zweiter Hebel
Menin steuert laut der Studie auch die Produktion des Enzyms PHGDH, das an der Bildung von Serin beteiligt ist; sinkt Menin, wird dieser Stoffwechselweg schwächer und dem Gehirn steht weniger D-Serin zur Verfügung. D-Serin hilft, NMDA-Rezeptoren zu regulieren, die für die Kommunikation zwischen Nervenzellen und für die Bildung von Erinnerungen wichtig sind. Gab das Team älteren Mäusen drei Wochen lang D-Serin ins Trinkwasser, verbesserten sich Lernleistung und Gedächtnisleistung auch ohne direkte Wiederherstellung von Menin. D-Serin stellte laut ScienceDaily jedoch weder die verlorene Knochenmasse noch die Hautdicke wieder her. Es wirkte vor allem auf die Kognition. Gewöhnliches Nahrungsserin aus Soja, Eiern, Fisch oder Nüssen entspricht dabei nicht der im Experiment verwendeten Form.
Was das noch nicht bedeutet
Sämtliche Befunde stammen aus Mäuseversuchen und die Lücke zwischen solchen Tiermodellen und Therapien für Menschen ist nach Einschätzung eines Berichts vom 25. Mai 2026 groß und gut dokumentiert. Santosh Kesari, Direktor für Neuroonkologie am Pacific Neuroscience Institute, hielt laut TechTimes vom 25. Mai 2026 die zugrunde liegende Biologie zwar für wahrscheinlich auf Menschen übertragbar, rechnete damals aber nicht mit klinischen Studien in naher Zukunft. Auch zur Sicherheit von D-Serin bei Menschen gibt es offene Fragen: Hohe Dosen lösten in Tierversuchen Bedenken zur Nierensicherheit aus. Ob eine längere Einnahme bei ansonsten gesunden Menschen sicher und wirksam altersbedingten Gedächtnisverlust verhindern kann, bleibt laut ScienceDaily ungeklärt. Die Alzheimer's Drug Discovery Foundation bezeichnet laut TechTimes vom 25. Mai 2026 die klinische Evidenz für kognitive Vorteile von D-Serin beim Menschen als gemischt und uneinheitlich.
Im Vergleich
Ein Team der Washington University School of Medicine identifizierte 2024 in Cell Metabolism eine andere Gruppe hypothalamischer Neuronen, die mit Fettgewebe kommuniziert; Eingriffe, die dieses System erhielten oder anregten, steigerten bei Mäusen körperliche Aktivität und Lebensdauer über einen anderen molekularen Signalweg als Menin.
Die Lücke zwischen Labor und Klinik
Mehrere Fragen bleiben laut ScienceDaily offen: was den Rückgang von Menin im Alter auslöst, wie viel der körperlichen und kognitiven Verschlechterung sich tatsächlich verhindern lässt, wie lange ein möglicher Nutzen anhält und ob ein Eingriff in Menin oder eine D-Serin-Gabe unbeabsichtigte Folgen hat. Studienautor Leng vermutet laut ScienceDaily, dass der altersbedingte Rückgang von Menin im Hypothalamus einer der treibenden Faktoren der Alterung sein könnte und das Protein genetische, entzündliche und metabolische Alterungsfaktoren verbinden könnte; D-Serin bezeichnet er als potenziell vielversprechendes Mittel gegen kognitiven Abbau. Bis daraus eine Behandlung für Menschen wird, bestehen nach Angaben des Berichts vom 25. Mai 2026 Hürden: Die Technik, Gen- oder Proteininterventionen durch die Blut-Hirn-Schranke in eine präzise Teilregion des Hypothalamus zu bringen, existierte damals noch nicht im klinischen Maßstab; zudem war die Langzeitsicherheit von D-Serin bei älteren Erwachsenen nicht in großen Studien nachgewiesen.
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