Riad: Flughafen bleibt nach Huthi-Angriffen geschlossen
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Riad: Flughafen bleibt nach Huthi-Angriffen geschlossen

Nach einer Serie von Huthi-Angriffen auf den Flughafen King Khalid hat die saudische Luftfahrtbehörde GACA die Betriebsaussetzung am Montag verlängert, einen Termin für die Wiedereröffnung nennt sie nicht. Beim jüngsten Angriff am Sonntag starb laut GACA ein Mensch, elf wurden verletzt, nachdem bereits am Samstag nach Angaben der Behörde mindestens zwölf Menschen getötet worden waren.

Quellen (12)
  1. Saudi Arabia extends suspension of operations at Riyadh airport following Houthi attacks - Latest News from Saudi Arabia and the Worldsaudigazette.com.sa
  2. Yemen fighting expands as Houthis attack Saudi airport again: What to know | Explainer News | Al Jazeeraaljazeera.com
  3. Saudi Arabia says 1 dead, 11 injured in latest attack on Riyadh airport | Conflict News | Al Jazeeraaljazeera.com
  4. World condemns deadly Houthi attack on Saudi Arabia’s Riyadh airport | Houthis News | Al Jazeeraaljazeera.com
  5. Teheran will zwischen Huthis und Saudi-Arabien vermittelndw.com
  6. Trump considering joining Saudi fight against Iran-backed Houthiscnbc.com
  7. Iran urges Saudi Arabia to pursue diplomacy after Houthis escalate attacks | Government News | Al Jazeeraaljazeera.com
  8. Huthi-Attacken auf Riad: Kann nur Trump den Saudi-Prinzen retten? - n-tv.den-tv.de
  9. US 'strongly' condemns Houthi attack on Saudi airport, Rubio saysen.yenisafak.com
  10. Krieg im Nahen Osten - China verurteilt Angriffe auf Flughafen von Riaddeutschlandfunk.de
  11. Huthi-Miliz: Erneuter Angriff auf Flughafen in Riad – „Wir sehen hier eine sehr ernste Eskalation“ - Video - WELTwelt.de
  12. Naher Osten: Angriffe auf saudische Flughäfen in Riad und Dammamhandelsblatt.com
12. Oktober 2026, 15:32 Uhr789 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Die Verlängerung sei wegen laufender Prüfungen der Sicherheit und Betriebsbereitschaft der Flughafenanlagen in Abstimmung mit den zuständigen Behörden notwendig, erklärte GACA. Laut Al Jazeera erfolgen die Angriffe nach dem Zusammenbruch einer seit 2022 weitgehend geltenden, UN-vermittelten Waffenruhe während eskalierender Kämpfe im Jemen.

Beim jüngsten Angriff am Sonntag wurde nach aktualisierten Angaben der GACA ein pakistanischer Einwohner getötet, elf weitere Menschen wurden verletzt und zur medizinischen Versorgung in mehrere Krankenhäuser gebracht. Ein nicht identifiziertes Geschoss traf laut saudisch geführter Koalition Terminal 4 des Flughafens und löste ein Feuer aus; die saudische Luftabwehr habe zudem einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen und zerstört.

Der Angriff vom Samstag war laut Al Jazeera der tödlichste im Königreich seit über einem Jahrzehnt

Nach Angaben der saudischen Zivilluftfahrtbehörde starben dabei zunächst 12 Menschen, 309 wurden verletzt. Die indische Botschaft erklärte später, einer ihrer Staatsbürger sei am Sonntag an den Verletzungen gestorben, womit die Zahl der Toten auf 13 stieg. Al Jazeera bezeichnete den Angriff vom Samstag als den tödlichsten im Königreich seit mehr als einem Jahrzehnt. Zu den Opfern zählten laut Behördenangaben vier saudische Staatsangehörige, zwei Menschen aus Bangladesch sowie jeweils eine Person aus den USA, Jordanien, Palästina, Syrien, Sudan und Ägypten. US-Außenminister Marco Rubio bestätigte, dass unter den Getöteten ein Amerikaner war; außerdem forderte er ein Ende der von ihm als verwerflich bezeichneten Angriffe.

Vier Angriffe auf einen Flughafen binnen fünf Tagen

Innerhalb von fünf Tagen wurde der Flughafen damit viermal getroffen. Bereits am Donnerstag hatten Huthi-Angriffe nach Angaben der GACA mindestens drei saudische Staatsangehörige getötet, darunter einen Piloten. Am frühen Montagmorgen wurde zudem in der südlichen Stadt Abha Luftalarm ausgelöst; die Luftabwehr fing nach eigenen Angaben eine auf die nahegelegene Stadt Chamis Muschait abgefeuerte ballistische Rakete ab. Die saudische Luftfahrtbehörde bestätigte außerdem einen Einschlag auf dem Flughafen von Dammam im Osten des Landes; ein Augenzeuge berichtete Reuters von einem Feuer neben geparkten Flugzeugen. Die Huthi erklärten über ihren Militärsprecher Jahja Sari, sie hätten auch den Flughafen Dammam sowie zwei Anlagen des Ölkonzerns Saudi Aramco angegriffen; sie drohten mit weiteren Attacken, sollte Saudi-Arabien seine, wie die Miliz es nennt, Aggression und Einmischung im Jemen nicht beenden.

Internationale Verurteilung, Koalition kündigt entschlossene Reaktion an

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich zutiefst erschüttert und verurteilte den Angriff vom Samstag scharf; Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen gegen internationales Recht und müssten sofort enden, erklärte er. Auch Regierungsvertreter aus Ägypten, Jordanien, Katar, Pakistan, Australien, Kanada und Malaysia verurteilten die Angriffe. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition bezeichnete den Angriff vom Samstag als Kriegsverbrechen und kündigte eine entschlossene Reaktion im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht an.

USA erwägen Beteiligung, Riad bittet laut anonymen Regierungsvertretern um Unterstützung

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Angriff als schrecklich und erklärte, er wolle bald mit Kronprinz Mohammed bin Salman sprechen; zugleich prüfe er, ob sich die USA am Kampf gegen die Huthi beteiligen. Auf die Frage, ob Washington saudische Angriffe unterstützen werde, sagte Trump am Samstag vor Reportern: „Wir werden das prüfen. Wir haben gerade erst von dem jüngsten Angriff erfahren. Also werden wir eine Entscheidung treffen. Wir handeln sehr schnell.“

Iran bietet Vermittlung an

Irans Außenminister Abbas Araghtschi bot seinem saudischen Amtskollegen Faisal bin Farhan in einem Telefonat am Sonntag Unterstützung für die Aufnahme von Gesprächen an. Das Beharren auf einem militärischen Ansatz und die Missachtung einer politischen Lösung würden die Lage noch komplizierter machen, warnte Araghtschi laut einer Mitteilung aus Teheran. Außenministeriumssprecher Esmaiel Baghaei betonte am Montag, Teheran sei offen für eine Lösung des Konflikts durch Dialog; er schrieb die Spannungen in der Region den USA und Israel zu.

Angriffe am Flughafen könnten Saudi-Arabiens Zukunftspläne gefährden

Die Angriffe trafen Saudi-Arabien in einer Phase, in der sich das Königreich im Rahmen seines Reformprogramms „Vision 2030” zu einem globalen Knotenpunkt für Wirtschaft und Tourismus entwickeln will. Nach Einschätzung von ntv könnten Angriffe auf einen zentralen Flughafen das Vertrauen erschüttern, auf dem diese Pläne beruhen. Großbritannien und die USA sprachen Reisewarnungen aus; die britische Botschaft riet von nicht notwendigen Reisen zu fast allen saudischen Flughäfen ab. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die an einer internationalen Energiekonferenz teilgenommen hatte, sitzt laut DW wegen der Flughafensperrung derzeit in Riad fest, deutsche Regierungsvertreter bemühen sich um eine alternative Rückflugmöglichkeit.

Der Nahostexperte F. Gregory Gause vom Middle East Institute sagte der „New York Times”, die einzige realistische Lösung für Saudi-Arabien sei ein Ende des Krieges zwischen den USA und Iran, in dem Washington Teheran dazu bringe, die Huthi im Rahmen eines Gesamtabkommens zur Beendigung der Feindseligkeiten zu verpflichten. Unklar sei jedoch, inwieweit Präsident Trump den Saudis in dieser Frage Gehör schenke, fügte Gause hinzu. Saudi-Arabien erleide durch die Angriffe auf seine Infrastruktur mehr Schaden als die Huthi umgekehrt, so Gause; ein Angriff auf den Flughafen von Riad könne potenzielle Investoren dazu bewegen, ihre Pläne noch einmal zu überdenken.

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