NATO erhält Westfälischen Friedenspreis in Münster
International

NATO erhält Westfälischen Friedenspreis in Münster

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat laut NATO am 1. Oktober 2026 in Münster stellvertretend für das Bündnis den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe entgegengenommen. Bundeskanzler Friedrich Merz nutzte seine Laudatio laut ZDFheute für eine Warnung vor nachlassender deutscher Hilfe für die Ukraine. Auf dem Domplatz versammelten sich laut Berliner Zeitung rund 150 Menschen zur Kundgebung „Frieden statt NATO. Kein Friedenspreis fürs Militär!“.

Quellen (12)
  1. NATO Secretary General in Münster: Keep calm, carry on, and support Ukraine | NATO Newsnato.int
  2. NATO Secretary General to visit Germany | NATO Media advisorynato.int
  3. Joint press conference | NATO Transcriptnato.int
  4. Friedenspreis 2026 verliehen | WWLwirtschaftliche-gesellschaft.de
  5. NATO erhält Westfälischen Friedenspreis | Bundesregierungbundeskanzler.de
  6. Merz warnt vor russischem Angriff auf Deutschland und Natozdfheute.de
  7. Friedenspreis in Münster: Demonstranten rufen „Mörder“ bei Auftritt von Merz und Rutteberliner-zeitung.de
  8. Merz makes surprise visit to Kyiv: Germany pledges further aid to Ukraine | Euronewseuronews.com
  9. Sicherheitspolitik - NATO-Generalsekretär Rutte sichert Ukraine mehr Unterstützung zudeutschlandfunk.de
  10. Westfälischer Friedenspreis für die Nato: Merz warnt in Münster vor nachlassender Ukraine-Hilfe | nw.denw.de
  11. Außenminister Wadephul zu russischer Urheberschaft bei Anschlagsversuch in Leipzig bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Dobrindt - Auswärtiges Amtauswaertiges-amt.de
  12. Accusations regarding Leipzig UAV incident incite ‘real war’ — Russian foreign minister - Russian Politics & Diplomacy - TASStass.com
5. Oktober 2026, 0:46 Uhr686 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten besuchte Rutte laut NATO das deutsch-niederländische Korps in Münster.

Angekündigter Besuch beim deutsch-niederländischen Korps

Der Besuch war bereits von der NATO angekündigt worden: vorgesehen waren ein Austausch mit dem Korps, eine gemeinsame Pressekonferenz um 13:50 Uhr und eine Rede Ruttes bei der Preisverleihung um 17:30 Uhr. Rutte zeigte sich nach dem Treffen von der Qualität und dem Einsatz der Soldatinnen und Soldaten beeindruckt. Das Korps dient laut NATO als Gefechtsführungs-Hauptquartier, in dem 16 Bündnisstaaten zusammenarbeiten; es kann eine internationale Truppe von 50,000 Soldaten zur Verteidigung Estlands und Lettlands führen. Rutte dankte Merz und Jetten für ihre Entschlossenheit und nannte das Korps ein Beispiel dafür, dass europäische Verbündete mehr für die Verteidigung dieses Teils des NATO-Gebiets leisteten.

Die Ehrung im Rathaus

Im Historischen Rathaus zu Münster fand laut WWL die Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens 2026 statt, den die Wirtschaftliche Gesellschaft Westfalen und Lippe laut Bundesregierung alle zwei Jahre für besonderes Engagement für nachhaltigen Frieden und internationale Verständigung vergibt. Neben der NATO wurde laut WWL auch die Dortmunder Jugendorganisation socioMovens ausgezeichnet, die laut Bundesregierung Jugendliche aus ganz Europa für ein friedliches Miteinander zusammenbringt. Der Preis ist laut WWL mit insgesamt 100.000 Euro dotiert und geht je zur Hälfte an die beiden Preisträger; das Preisgeld der NATO soll einer gemeinnützigen Organisation in der Ukraine zugutekommen. Merz überreichte die Preisstatue gemeinsam mit WWL-Vorstandsvorsitzendem Reinhard Zinkann. Rutte sprach laut NATO von der Ehre, die Auszeichnung im Namen der NATO und der Menschen des Bündnisses entgegenzunehmen. Rutte rief bei der Preisverleihung laut NATO selbst zur weiteren Unterstützung der Ukraine auf.

Merz warnt vor nachlassender Hilfe

In seiner Laudatio würdigte Merz die NATO als tragende Säule der Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, die seit drei Generationen für Sicherheit und Frieden im euroatlantischen Raum bürge. Zugleich bezeichnete er den gewalttätigen, expansiven Revisionismus Russlands als unmittelbarste Bedrohung für Frieden und Freiheit und bezifferte die Schäden des russischen Angriffskriegs an Häusern, Brücken, Kraftwerken, Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern auf mehrere Hundert Milliarden Euro. Die Zahl der Toten und Verletzten auf beiden Seiten liege mittlerweile bei mehr als einer Million, sagte Merz. Laut ZDFheute warnte er, ohne deutsche Hilfe werde der Krieg in einen diktierten Frieden münden, was Massenmigration Richtung Westen und die Destabilisierung des ukrainischen Staats nach sich ziehen könnte. Falle die Ukraine, drohe sich die russische Kriegsmaschinerie früher oder später gegen Deutschland und die NATO selbst zu richten, sollte es nicht gelingen, Moskau Einhalt zu gebieten, so Merz. Merz betonte laut Bundesregierung zugleich die Möglichkeit und Notwendigkeit einer Verhandlungslösung. Kritikern der Ukraine-Hilfe entgegnete er, die Unterstützung sei kein Selbstzweck, sondern diene vor allem dem Schutz von Freiheit und Sicherheit der Menschen in Deutschland. Mit Blick auf die Nähe der AfD zu Russland sagte Merz, man lasse sich weder durch hybride Angriffe noch durch die Parolen der Partei und ihrer russischen Hintermänner spalten. Merz bezog seine Warnungen laut ZDFheute ausdrücklich auf den Drohnenangriff am Leipziger Flughafen im Sommer, den er Russland zuschrieb.

Protest vor dem Rathaus

Schon Stunden vor dem abschließenden Balkonauftritt versammelten sich laut Berliner Zeitung rund 150 Menschen auf dem Domplatz zur Kundgebung „Frieden statt NATO“ mit dem Zusatz „Kein Friedenspreis fürs Militär!“. Gegen 15.30 Uhr standen sie an den Absperrungen am Prinzipalmarkt nahe dem Rathaus und riefen „Blut, Blut, Blut an euren Händen!“. Zum Abschluss der Feier zeigten sich Merz, Rutte und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst auf dem Balkon des Rathauses; dort störten etwa 30 bis 40 Demonstranten die von einer Blaskapelle gespielte National- und Europahymne mit Rufen wie „Mörder“. Im Festsaal blieb es dagegen ruhig, Merz und Rutte wurden dort mit Applaus empfangen. Friedensinitiativen kritisieren laut Berliner Zeitung die Ehrung der NATO als Militärbündnis und fordern mehr Diplomatie, Abrüstung und zivile Konfliktlösung.

Nicht öffentlich angekündigter Besuch in Kyjiw

Merz traf laut Euronews am Sonntagmorgen bei einem zuvor nicht öffentlich angekündigten Besuch mit einem Sonderzug in Kyjiw ein, begleitet von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und rund zehn Vertretern deutscher Verteidigungs- und Energieunternehmen. Merz begründete die Reise laut Euronews mit der Lage vor dem fünften Kriegswinter und sagte, die Ukraine brauche für die kommenden Wochen „unsere gesamte Unterstützung“.

Kommentare