Laut UniCredit erlaubt EZB höhere Commerzbankbeteiligung
Politik

Laut UniCredit erlaubt EZB höhere Commerzbankbeteiligung

UniCredit hat nach eigenen Angaben von der Europäischen Zentralbank die Genehmigung erhalten, ihre Beteiligung an der Commerzbank über 30 Prozent hinaus ohne Obergrenze zu erhöhen. Die Möglichkeit zur Kontrollübernahme erwartet der Konzern gegen Jahresende, nach Abschluss der verbleibenden regulatorischen Verfahren und Angebotsbedingungen und mit rund 50 Prozent der Stimmrechte.

Quellen (15)
  1. Unicredit cleared by ECB to take control of Commerzbank | Euronewseuronews.com
  2. UniCredit S.p.A. - UniCredit receives ECB approval to acquire control of Commerzbank - parkiet.comparkiet.com
  3. UniCredit bekommt grünes Licht von EZB für Übernahme der Commerzbank | tagesschau.detagesschau.de
  4. Aktienanteil steigt deutlich: EZB macht Weg frei für Übernahme der Commerzbank durch Unicredit - n-tv.den-tv.de
  5. Übernahme: Bundesregierung kritisiert Unicredit-Angebot für Commerzbankhandelsblatt.com
  6. Orlopp bestätigt: Commerzbank wird Gespräche mit Unicredit führen | Börsen-Zeitungboersen-zeitung.de
  7. Wirtschaft - Unicredit erhält grünes Licht der EZB für Übernahme der Commerzbankdeutschlandfunk.de
  8. Press Release - UniCreditunicreditgroup.eu
  9. UniCredit statements regarding Commerzbank Takeover Offer - UniCreditunicreditgroup.eu
  10. The Board of Directors of UniCredit resolves the share capital increase reserved for the voluntary takeover offer launched by UniCredit S.p.A. on all the shares of Commerzbank Aktiengesellschaft - Uniunicreditgroup.eu
  11. Banken: Orlopp erwartet EZB-Genehmigung für Übernahme durch UniCredithandelsblatt.com
  12. Banken: EZB gibt Unicredit grünes Licht für volle Commerzbank-Übernahmehandelsblatt.com
  13. EZB gibt grünes Licht: Unicredit darf Commerzbank übernehmenzdfheute.de
  14. Großer Schritt hin zur Kontrolle der gesamten Bank: EZB genehmigt Unicredit Übernahme von Commerzbank-Anteilentagesspiegel.de
  15. ROUNDUP/Unicredit: EZB genehmigt Übernahme von Commerzbank-Anteilen • onvistaonvista.de
16. Oktober 2026, 1:08 Uhr564 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Auch Euronews berichtete, die EZB habe UniCredit erlaubt, die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten und die Beteiligung ohne Obergrenze zu erhöhen. Die tatsächliche Kontrolle hat UniCredit damit noch nicht: Nach eigener Erwartung sollen die verbleibenden regulatorischen Verfahren und Angebotsbedingungen erst gegen Jahresende abgeschlossen sein, wenn der Konzern über rund 50 Prozent der Stimmrechte der Commerzbank verfügen und die Kontrolle übernehmen können soll.

Vorausgegangen war ein Übernahmeangebot, das UniCredit im Mai für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt hatte. Dadurch sicherte sich der italienische Konzern laut tagesschau Zugriff auf knapp die Hälfte der Anteile am DAX-Konzern, teils indirekt über komplexe Finanzgeschäfte; für den Vollzug des Aktientauschs fehlte bis zuletzt die EZB-Genehmigung, die als zentraler Schritt gilt. UniCredit bemüht sich laut ntv seit rund zwei Jahren um die Commerzbank und hat den Anteil trotz des Widerstands aus Deutschland immer weiter ausgebaut.

Berlin kritisierte den Vorstoß scharf

Die Bundesregierung hatte das Übernahmeangebot im Mai scharf kritisiert. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille nannte das Vorgehen aus Sicht der Regierung „völlig unangebracht und unfair“. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, man unterstütze die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank; eine „feindliche, aggressive Übernahme“ sei angesichts der Systemrelevanz der Bank nicht akzeptabel. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank sollten das Angebot damals prüfen und den Aktionären eine Empfehlung geben.

Orlopp akzeptierte die künftige Führungsrolle von UniCredit

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp kündigte Ende Juli an, UniCredit und Commerzbank würden in den kommenden Wochen und Monaten Gespräche führen, abgestimmt mit Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertretern sowie im Austausch mit der Bundesregierung. In einem bankintern verbreiteten Interview akzeptierte sie laut Börsen-Zeitung die absehbare Führungsrolle von UniCredit, forderte aber einen konstruktiven Dialog und die Einbindung aller Stakeholder. Auch bei einer Mehrheit auf der Hauptversammlung könne UniCredit nicht allein über wesentliche Strukturmaßnahmen entscheiden, sagte sie. Zuvor hatte Aufsichtsratschef Jens Weidmann UniCredit zu direkten Gesprächen mit dem Vorstand aufgefordert, während UniCredit-Chef Andrea Orcel angekündigt hatte, mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat zu sprechen, ohne den Commerzbank-Vorstand als Gesprächspartner zu nennen.

Sorge um Tausende Arbeitsplätze

Innerhalb der Commerzbank wird laut Deutschlandfunk der Abbau von Tausenden Stellen befürchtet. UniCredit selbst, die in Deutschland bereits mit der Hypovereinsbank vertreten ist, sieht nach Angaben von ntv Potenzial für Milliardeneinsparungen einschließlich des Abbaus Tausender Stellen. Der Bund, der nach Angaben von ntv gut 13 Prozent an der Commerzbank hält, will betriebsbedingte Kündigungen bei dem Konzern mit weltweit rund 40.000 Vollzeitkräften möglichst verhindern und erreichen, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt. Die Angaben zur Bundesbeteiligung schwanken je nach Bericht zwischen gut zwölf und gut 13 Prozent. Bundesfinanzminister Klingbeil wolle laut Deutschlandfunk erreichen, dass die Bank ihren Sitz in Frankfurt behält und betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.

Was die Genehmigung laut UniCredit noch nicht bedeutet

Die Genehmigung der EZB-Bankenaufsicht erlaubt UniCredit, die im Sommer über das Tauschangebot gesicherten Commerzbank-Aktien in eigene Anteile umzuwandeln und zusätzlich weitere Aktien frei am Markt zu kaufen. Laut ntv überwacht die EZB-Bankenaufsicht die größten Geldhäuser im Euroraum und hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie grenzüberschreitende Bankenfusionen im Euroraum zur Stärkung des EU-Binnenmarkts befürwortet.

Entscheidend wird laut UniCredits Prognose das Jahresende

UniCredit und Commerzbank führen nach Angaben von ntv inzwischen Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss. UniCredit bezeichnete die EZB-Entscheidung als wichtigen Meilenstein und als Ausdruck des Vertrauens der Aufsicht in die eigenen Fundamentaldaten und die Stellung im europäischen Bankensektor. UniCredit hatte laut Börsen-Zeitung bereits Ende Juli mit einer baldigen Kontrollübernahme gerechnet, für die aus eigener damaliger Sicht die EZB-Genehmigung bereits im vierten Quartal vorliegen könnte.

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