
Kelp-Projekt in Kanada: 4.200 m² neuer Lebensraum laut Organisatoren
Quellen (7)
- Kelp restoration project aims to rebuild salmon abundance in Clayoquot Sound | Ha-Shilth-Sa Newspaperhashilthsa.com
- Science, Indigenous knowledge team up to restore Canada's kelp. (Sea otters help, too.)news.mongabay.com
- Underwater gardeners work to restore B.C.’s majestic kelp forests - The Globe and Mailtheglobeandmail.com
- husmin — Redd Fish Restoration Societyreddfish.org
- Why researchers are racing to restore B.C.'s kelp forests | CBC Newscbc.ca
- $240,000 kelp restoration project aims to rebuild salmon abundance in Clayoquot Soundcheknews.ca
- Groundbreaking Tofino kelp restoration project aimed at creating salmon habitat | Tofino/Ucluelet Westerly Newswesterlynews.ca
Vor Tofino an der Westküste Kanadas betreiben die Tla-o-qui-aht First Nation, die Redd Fish Restoration Society und das Unternehmen West Coast Kelp seit Anfang 2026 ein Kelp-Restaurierungsprojekt bei den Baxter Islets, nachdem die Bundes- und Provinzgenehmigung dank einer formellen Vollmacht (Letter of Agency) der Tla-o-qui-aht in weniger als einem Jahr erteilt worden war. Laut Tom Campbell, Gründer von West Coast Kelp, soll die Anlage im ersten Jahr so viel Kelp-Lebensraum erzeugen, dass er umgerechnet 1.900 Pickup-Trucks füllen würde, rund 2.900 Kubikmeter.
„Wir wollen, dass das traditionelle Gebiet der Tla-o-qui-aht-Häuptlinge einen Zustand der Fülle erreicht, dafür brauchen wir voll funktionierende Ökosysteme und Kelp ist ein wichtiger Teil des Lachs-Ökosystems“, sagte Saya Masso, Natural Resources Manager der Tla-o-qui-aht.

Das Gesamtbudget liegt laut Redd Fish bei rund 240.000 Dollar, finanziert unter anderem von der Provinzregierung, der Pacific Salmon Foundation, dem World Wildlife Fund Canada, der Sustainable Ocean Alliance und dem Clayoquot Biosphere Trust. Blasentang und Riesenkelp wachsen dabei auf vier Leinen von je 330 Metern Länge unter der Wasseroberfläche, fern von Bodenräubern wie Seeigeln; Blasentang kann bis zu 15 Zentimeter am Tag zulegen.
Vier Unterwasserkameras zeichnen laut Emily Fulton von Redd Fish fünf Minuten pro Stunde zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang Video- und Standbilder auf, um festzuhalten, welche Fische den neuen Lebensraum nutzen. Nach Angaben von Fulton gibt es bislang keine quantifizierten Daten dazu, ob und wie Fische den neuen Lebensraum tatsächlich nutzen; man wisse, dass Kelp Lebensraum schafft, aber nicht, in welchem Umfang er genutzt werde. Tom Campbell, Präsident und Gründer von West Coast Kelp, sagte dem Ha-Shilth-Sa, dass das Projekt plant, seine Biomasseproduktion innerhalb von ein bis zwei Jahren zu verdoppeln.
Seeotter als ungeplante Helfer
Rund 1.500 Seeotter leben laut Schätzung der kanadischen Fischereibehörde in und um Clayoquot Sound. Dort, wo sie vorkommen, fressen sie Seeigel, die sonst Kelpwälder abweiden würden und erleichtern damit die Restaurierung, erklärte Hannah Kobluk, die nicht am Projekt beteiligt ist; sie nannte Seeotter „Kelp-Restaurierungs-Mitarbeiter“.

Warum der Kelp überhaupt verschwand
Hintergrund ist eine Hitzewelle im Meer, die 2015 entlang der zentralen Küste von British Columbia Kelpwälder vernichtete. Weltweit gehen Wissenschaftlern zufolge jährlich rund 11.542 Quadratkilometer Kelpwald verloren, bei einem geschätzten globalen Wert der von Kelp bereitgestellten Ökosystemleistungen von rund 500 Milliarden Dollar jährlich.
Im Vergleich
Ähnliche Ansätze laufen an der kanadischen Westküste bereits länger. Auf Haida Gwaii entfernten die Haida Nation und Parks Canada ab 2017 auf einem rund drei Kilometer langen Küstenabschnitt 75 Prozent der Seeigelpopulation. Bis zum Sommer 2019 hatte sich der zuvor nur schmal wachsende Kelp um 2 bis 5 Meter ins Wasser ausgebreitet.
Was den Erfolg noch ungewiss macht
Saya Masso rechnet damit, dass es mindestens ein Jahrzehnt dauern wird, bis genaue Karten vorliegen und sicher ist, dass der verpflanzte Kelp überlebt. Auch die Wissenschaft der Kelp-Restaurierung insgesamt steckt laut Julia Baum von der University of Victoria noch in den Anfängen; zudem brauchten Restaurierungsprojekte laut Baum oft sehr lange, um erfolgreich zu werden, weil es sich um anspruchsvolle Arbeit handle. Das Ziel sei nicht einfach eine einmalige Schnelllösung, sondern langfristiges Ökosystem-Management in Zusammenarbeit mit First Nations, sagte Campbell. Die Einschätzung, das Projekt sei das größte seiner Art an der Westküste, stammt von den Organisatoren selbst.
Kommentare