Johannes Winkel als JU-Chef wiedergewählt
Politik

Johannes Winkel als JU-Chef wiedergewählt

Johannes Winkel ist beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn mit seinem bisher besten Ergebnis als Vorsitzender bestätigt worden. Auf einer Pressekonferenz vor Beginn des Deutschlandtags warnte er vor einem Scheitern der Rentenreform; in seiner Rede grenzte er sich klar von der AfD ab.

Quellen (8)
  1. Winkel als Vorsitzender der Jungen Union wiedergewählt | tagesschau.detagesschau.de
  2. Junge Union: Johannes Winkel als Vorsitzender wiedergewählt - DER SPIEGELspiegel.de
  3. JU-Chef Winkel warnt vor Ende der Rentenreform: „Das wäre ein Scheitern, von dem sich die Bundesregierung kaum noch erholen kann“tagesspiegel.de
  4. Debatte über „Rente mit 63“: Rentenreform: Lies warnt vor Missachtung der Lebensleistungvolksstimme.de
  5. Treffen der Jungen Union: Merz droht der nächste Konfliktzdfheute.de
  6. Angezählter Kanzler trifft auf selbstbewusste Parteijugendwz.de
  7. Junge Union: Johannes Winkel als Vorsitzender wiedergewählt - DER SPIEGELspiegel.de
  8. Unionsstreit über Rentenreform: Junge-Union-Chef sagt „Nein“ zum Rentenpaket | taz.detaz.de
17. Oktober 2026, 1:37 Uhr491 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Nach Angaben der tagesschau erhielt der CDU-Bundestagsabgeordnete 265 von 283 gültigen Stimmen, 16 Delegierte stimmten gegen ihn, zwei enthielten sich. Für den 34-jährigen Juristen war es laut SPIEGEL-Bericht sein bisher bestes Wahlergebnis: 2024 hatte er 90,5 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten, bei seiner ersten Wahl im November 2022 waren es 87,0 Prozent. Die SPIEGEL-Meldung nennt für dieselbe Wahl 282 statt 283 gültige Stimmen.

In seiner Rede wies Winkel laut tagesschau auf den Ernst der Lage hin; die Union stand dem Bericht zufolge nach drei desaströsen Landtagswahlen enorm unter Druck. Zugleich rief er zu Zuversicht auf: Seine Generation habe mit der Union noch einiges vor und werde deren Geschichte erfolgreich weiterschreiben, sagte Winkel.

Winkel griff in seiner Rede auch die SPD-Politikerin Manuela Schwesig scharf an: Unter Verweis auf ihren früheren Einsatz als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern für die Pipeline Nord Stream 2 warf er ihr vor, sich von Russland kaufen gelassen und dies der Öffentlichkeit als Klimaschutz verkauft zu haben. Er wies außerdem Schwesigs Vorwurf zurück, die CDU sei nach dem Tod der Stieftochter der zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas unmenschlich mit ihr umgegangen: Man lasse sich von Schwesig nicht über Anstand und Haltung in der deutschen Politik belehren, sagte Winkel.

Klare Abgrenzung von der AfD

Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Winkel aus, solange diese völkische Positionen beziehe und Extremisten in ihre Reihen hole; das sei für ihn eine Frage des Charakters und nicht der Umfragewerte, sagte er laut SPIEGEL.

Streit um die Rentenreform

Vor Beginn des Deutschlandtags warnte Winkel auf einer Pressekonferenz laut Tagesspiegel, ein Scheitern der geplanten Rentenreform wäre „ein Scheitern, von dem sich die Bundesregierung kaum noch erholen kann“. Die Junge Union wollte bei dem Treffen Druck aufbauen, damit das Rentenpaket so kommt, wie es die Kommission vor dem Sommer erarbeitet hatte. Diesem Appell steht laut Tagesspiegel die Entschlossenheit der SPD entgegen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren zu erhalten. Bereits im August hatte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies von der SPD laut dpa-Meldung gefordert, langjährig Beschäftigte stärker zu berücksichtigen: Es müsse einen Unterschied machen, ob jemand 45 Jahre oder mehr gearbeitet habe, sagte er.

Als Gast sprach beim Deutschlandtag auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, der die schwarz-rote Koalition aufforderte, offene Streitereien zu beenden und vereinbarte Reformen umzusetzen. Die Debatten der vergangenen Tage hätten niemandem geholfen, sagte Wüst und rief die Verantwortlichen auf: „Reißt euch zusammen, setzt um.“ Eine Reform der Sozialsysteme sei nötig, sonst werde Arbeit durch steigende Renten- und Krankenkassenbeiträge immer teurer und Arbeitsplätze gefährdet, so Wüst.

Merz' Auftritt mit Vorgeschichte

Für Samstag war laut tagesschau der Auftritt von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz angekündigt; im vergangenen Jahr war er beim JU-Treffen wegen der Rentenreform heftig mit den Delegierten aneinandergeraten. Merz gratulierte Winkel auf X zur Wiederwahl und bezeichnete die Junge Union als zentralen Antreiber, Ideengeber und starke Stimme der jungen Generation.

Nach Einschätzung von ZDFheute wirkt der Bruch zwischen Merz und der JU bis heute nach: Bei Pflege, Steuern, Gesundheitskosten und Rente vermisse die Jugendorganisation den versprochenen politischen Neuanfang.

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