IWF erhöht Prognose für Deutschland auf 1,3 Prozent
Wirtschaft

IWF erhöht Prognose für Deutschland auf 1,3 Prozent

Der Internationale Währungsfonds erwartet für Deutschland 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent, deutlich mehr als im Juli angenommen. Diese Zahl entspricht der Prognose, die Bundesregierung bereits am 8. Oktober 2026 vorgelegt hatte. Die erwartete Konjunkturbelebung könnte laut SZ aber nur vorübergehend sein.

Quellen (10)
  1. Weltwirtschaft: IWF rechnet mit Wachstum - und traut sich selbst nicht so recht - Wirtschaft - SZ.desueddeutsche.de
  2. Konjunktur: Bundesregierung hebt Wachstumsprognosen kräftig anhandelsblatt.com
  3. Federal Government’s autumn 2026 forecast | Federal Governmentbundesregierung.de
  4. Konjunktur: IWF blickt deutlich optimistischer auf deutsche Wirtschafthandelsblatt.com
  5. IWF-Konjunkturprognose: Die Weltwirtschaft klafft immer weiter auseinanderhandelsblatt.com
  6. IMF lifts 2026 global growth forecast but resilience is nearing limitscnbc.com
  7. Konjunktur - Auch IWF hebt Wirtschaftsprognose für Deutschland auf 1,3 Prozent andeutschlandfunk.de
  8. Reiche will Kampfgeist bei Reformvorhabenfinanznachrichten.de
  9. Herbstprojektion 2025 | bundesregierungbundesregierung.de
  10. Konjunktur: IWF hebt Prognose für deutsche Wirtschaft deutlich anhandelsblatt.com
13. Oktober 2026, 3:57 Uhr628 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Deutschland im laufenden Jahr von 0,7 auf 1,3 Prozent angehoben. Für 2027 erwartet der Fonds nun ein Plus von 1,1 Prozent statt zuvor 1,0 Prozent. Der IWF veröffentlichte die neuen Prognosen laut SZ zum Auftakt seiner Jahresversammlung in Bangkok.

Von 0,5 auf 1,3 Prozent seit dem Frühjahr

Noch im Frühjahr war die Regierung aus Union und SPD laut Handelsblatt für 2026 von 0,5 Prozent Wachstum ausgegangen. Für 2027 rechnete sie zu diesem Zeitpunkt mit 0,9 Prozent. Der Nahostkrieg bremste die deutsche Wirtschaft laut Handelsblatt anders als befürchtet nicht so stark. Laut Bundesregierung stellte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Herbstprojektion in Berlin vor und erklärte, man habe das Schlimmste überstanden, die deutsche Wirtschaft wachse wieder; das sei ein wichtiges Signal, aber erst der Anfang.

Exporte, Staatsausgaben und Reiches Rechnung

Getragen wird das Wachstum nach Angaben der Bundesregierung vor allem von robusten Exporten und staatlichen Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur. Reiche bezifferte den Anteil laut Handelsblatt: Zwei Drittel der Aufhellung gingen auf staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung zurück, ein Drittel auf Exporte. Der deutsche Außenhandel habe zudem zeitweise von weltweiten Engpässen profitiert: Angesichts des Konflikts in der Golfregion stockten Käufer ihre Lagerbestände mit in Deutschland produzierten energieintensiven Gütern wie Stahl, Dünger und Aluminium auf. Auch vom Boom Künstlicher Intelligenz profitierten deutsche Zulieferer, berichtet das Handelsblatt.

Weltweit robust, aber ungleich verteilt

Auch global korrigierte der IWF laut CNBC seine Prognose für 2026 nach oben. Für die Weltwirtschaft rechnet er in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3,1 Prozent, im kommenden Jahr mit 3,4 Prozent. Für den Euroraum hob der Fonds seine Erwartung trotz des Irankriegs um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent an. Frankreich löst laut SZ Deutschland als Wachstumsschlusslicht unter den großen EU-Staaten ab. Für das Land rechnet der IWF laut SZ im laufenden und im kommenden Jahr nur noch mit 0,4 beziehungsweise 0,7 Prozent Wachstum. Als Gründe für die überraschende Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft nennt der IWF laut SZ, dass Lieferausfälle bei Öl und Gas aus der Golfregion durch höhere Produktion andernorts, den Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz und die Freigabe von Lagerbeständen abgefedert worden seien. Zweiter wesentlicher Faktor sei der Investitionsboom im Bereich künstlicher Intelligenz, der das Wachstum insgesamt angekurbelt und Einbrüche an anderer Stelle ausgeglichen habe.

Grenzen der Widerstandsfähigkeit

Silvana Tenreyro, Wirtschaftsberaterin und Direktorin der Forschungsabteilung des IWF, sagte laut CNBC, die Weltwirtschaft sei widerstandsfähig gewesen, diese Widerstandsfähigkeit erreiche aber ihre Grenzen; sie rief die Politik auf, fiskalischen Spielraum und die Sicherheit der Lieferketten wiederherzustellen. Ohne stärkere Lieferkapazitäten und ein Wiederauffüllen der vielerorts stark geschrumpften staatlichen Finanzrücklagen könne die Weltwirtschaft laut SZ bald an die Grenzen ihrer Widerstandsfähigkeit stoßen, warnen die IWF-Experten. Als weiteren Risikofaktor nennt der IWF-Bericht laut SZ die massiv gestiegene Verschuldung vieler Staaten, die Anleihezinsen vielerorts auf die höchsten Stände seit Jahren oder Jahrzehnten getrieben habe.

Reformdruck bleibt, auch bei guten Zahlen

Laut Bundesregierung hält Reiche die angestoßenen Reformen für notwendig, um das Wachstumspotenzial auszuschöpfen und ein sich selbst tragendes Wachstum zu fördern; sie müssten nach ihren Worten in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Private Investitionen seien dafür besonders wichtig, erklärte Reiche. Nach Einschätzung der Bundesregierung dürften privater Konsum und private Investitionen wegen der durch den Nahostkonflikt gestiegenen Energiepreise und Verbraucherpreise zunächst verhalten bleiben; eine nachhaltige Lösung der geopolitischen Krisen würde die Erholung insgesamt beschleunigen. Laut Handelsblatt hat sich die schwarzrote Koalition nach den hohen Schulden auch Strukturreformen vorgenommen, bei deren Umsetzung es aber immer wieder stockt. Bereits Ende September hatte Reiche in der „Rheinischen Post“ zum Festhalten am Reformkurs aufgerufen und erklärt, man müsse „auf dem Platz stehen bleiben und kämpfen“. Die SPD bestreite laut Reiche die Notwendigkeit der Reformen nicht; alle wüssten um die belasteten sozialen Sicherungssysteme, die durch Lohnnebenkosten verringerte Wettbewerbsfähigkeit des Faktors Arbeit, Bürokratie und hohe Energiepreise für die Industrie.

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