Inselzellen in umgebauter Milz normalisieren Blutzucker im Tierversuch
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Inselzellen in umgebauter Milz normalisieren Blutzucker im Tierversuch

Forschende transplantierten laut einer Studie von 2025 Inselzellen in umgebaute Milzen von Mäusen und Affen und stellten in durch Streptozotocin ausgelösten Typ-1-Diabetes-Modellen normale Blutzuckerwerte wieder her, mit stabiler Insulin- und C-Peptid-Sekretion bei Mäusen für 90 Tage. Discover Magazine schätzte am 23. Mai 2025, eine klinische Anwendung liege noch einige Jahre entfernt.

Quellen (7)
  1. From "non-essential" to life-saver: the spleen’s hidden role as a built-in bioreactor | EurekAlert!eurekalert.org
  2. Science Translational Medicine: Islet transplantation in immunomodulatory nanoparticle–remodeled spleensdoi.org
  3. How the Non-Essential Spleen Could Regenerate Vital Organs Inside the Body | Discover Magazinediscovermagazine.com
  4. Diabetes (American Diabetes Association): Intrasplenic Transplantation of Islets With a Platelet Shielding System Restores Glycemic Controldoi.org
  5. Paradigm shift: Chinese scientists transform "dispensable" spleen into universal regenerative hub | EurekAlert!eurekalert.org
  6. Intrasplenic Transplantation of Islets With a Platelet Shielding System Restores Glycemic Control - PMCpmc.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Sci Transl Med温州医科大学肖健等利用纳米材料重塑脾脏微环境,将脾脏转化为胰岛生存和发挥胰岛生理功能的器官-动脉橙vbdata.cn
19. Oktober 2026, 7:17 Uhr519 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Ein Team der Wenzhou Medical University, der Nanjing University und der University of Macau, dessen Zusammenarbeit eine Mitteilung auf EurekAlert! beschreibt, transplantierte Inselzellen in umgebaute Milzen von Mäusen und Affen; die Ergebnisse erschienen am 21. Mai 2025 in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine. Wie Discover Magazine berichtete, richtete sich die Studie auf Typ-1-Diabetes, bei dem das Immunsystem die insulinproduzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Studienautoren nennen in ihrer Studie in Science Translational Medicine Immunabstoßung und unzureichende Gefäßversorgung als Hindernisse für das Überleben und die Funktion transplantierter Inselzellen. Die Transplantation von Inselzellen in die Leber gilt zwar als klinisch validiert, doch die sauerstoffarme Umgebung und die Gefäßarchitektur des Organs führen binnen eines Jahres zum Verlust der Wirkung, zeigt eine Studie im Fachjournal Diabetes. Das Team hatte zuvor bereits Mäusemilzen zur Übernahme von Leberfunktionen umprogrammiert und mittels Geneditierung Lebergewebe ohne Zelltransplantation wachsen lassen, wie Discover Magazine berichtete.

Nanopartikel bauen die Milz zur Nische um

Für den Umbau entwickelte das von Lei Dong und Jian Xiao geleitete Team Nanopartikel aus mit Konjak-Glucomannan modifiziertem Siliziumdioxid, sogenannte KSiNPs, die Milz in eine an extrazellulärer Matrix reiche, immunsuppressive Nische verwandeln. Durch verstärkte Unterstützung der extrazellulären Matrix, beschleunigtes Blutgefäßwachstum und die Unterdrückung von Immunangriffen habe sein Team eine ideale Umgebung für transplantierte Zellen geschaffen, erklärte Dong laut einer Mitteilung. Die Injektion der Nanopartikel und die Transplantation der Inselzellen in Milzen von Makaken erwiesen sich unter Ultraschallführung als präklinisch durchführbar.

diabetesforschung

Studie von 2025: Stabile Insulin- und C-Peptid-Sekretion für Wochen bis Monate

In durch das Mittel Streptozotocin ausgelösten Typ-1-Diabetes-Modellen bei Mäusen und Makaken stellten die transplantierten Inselzellen normale Blutzuckerwerte wieder her, mit stabiler Insulin- und C-Peptid-Sekretion, einem Nebenprodukt der Insulinproduktion, über 90 Tage bei Mäusen und über 28 Tage bei Makaken. Bei den Nagetieren gelang das Anwachsen ohne Immunsuppression, bei den Primaten unter unterschiedlich starker Unterdrückung des Immunsystems. Menschliches Inselgewebe reifte zudem in den umprogrammierten Milzen von Javaneraffen heran, was die Mitteilung als Beleg für die Verträglichkeit mit menschlichen und tierischen Zellen wertet.

inselzelltransplantation

Im Vergleich: eine zweite Milzstrategie gegen Diabetes

Laut einer weiteren Mitteilung verfolgte das Team um Lei Dong einen zweiten Ansatz: In der Fachzeitschrift Diabetes beschrieb es 2025 Inselzellkonstrukte, die mit Hepatozyten und Fibroblasten umhüllt werden. Die Hepatozyten senken durch ihre geringe Expression des von-Willebrand-Faktors die unmittelbare blutvermittelte Entzündungsreaktion, während Fibroblasten über die Bildung extrazellulärer Matrix das Überleben der Inselzellen unterstützen. Im Mausversuch hielt dieser Zellschutz den Blutzucker länger als ein Jahr im Normalbereich, bei gleichzeitig 40 Prozent weniger benötigten Spenderzellen. Als Bezugsgröße nennt dieselbe Mitteilung eine Ausfallrate von 60 Prozent für herkömmliche Inselzelltransplantationen in die Leber.

Was vor einer Anwendung beim Menschen noch fehlt

Die Mitteilung selbst verweist darauf, dass klinische Anwendungen eine gründliche Sicherheitsvalidierung erfordern. Discover schätzte am 23. Mai 2025, eine klinische Anwendung liege noch einige Jahre entfernt. Als nächsten Forschungsschritt nennt die Mitteilung die Zucht patientenspezifischer Organe aus induzierten pluripotenten Stammzellen; Dong beschreibt als Zukunftsvision eine minimalinvasive, ultraschallgesteuerte Verabreichung für die Zucht maßgeschneiderter Organe, Xiao eine minimalinvasive Plattform, auf der Patienten eines Tages maßgeschneiderte Organe aus eigenen Zellen heranwachsen lassen könnten. Die Autoren der Studie vom 21. Mai 2025 werten ihren Erfolg im Tierversuch selbst als vielversprechende Strategie gegen Typ-1-Diabetes.

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