Goldenflügel-Hummel: Laut WPC erster ganzer Zuchtzyklus im Labor
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Goldenflügel-Hummel: Laut WPC erster ganzer Zuchtzyklus im Labor

Die kanadische Organisation Wildlife Preservation Canada (WPC) hat die gefährdete Goldenflügel-Hummel (Bombus terricola) nach eigenen Angaben 2024 erstmals über ihren gesamten Lebenszyklus im Labor gezüchtet, möglich durch neue Überwinterungsmethoden. Ziel ist laut WPC, mit einem sich selbst erhaltenden Bestand von Kolonien in menschlicher Obhut Wildpopulationen zu ergänzen.

Quellen (11)
  1. 2024 Impact Report - Wildlife Preservation Canadawildlifepreservation.ca
  2. Inside the Bumble Bee Conservation Lab - Wildlife Preservation Canadawildlifepreservation.ca
  3. Yellow-Banded Bumble Bee - Wildlife Preservation Canadawildlifepreservation.ca
  4. Yellow banded Bumble Bee (Bombus terricola)wildlife-species.canada.ca
  5. This one-of-a-kind lab is breeding bumble bees in an effort to save the species - Cottage Lifecottagelife.com
  6. Big bumble breeding breakthroughs - Wildlife Preservation Canada Blogswildlifepreservation.ca
  7. Bumble Bee Conservation Lab - Wildlife Preservation Canadawildlifepreservation.ca
  8. Breeding native bumble bees in the lab - Wildlife Preservation Canada Blogswildlifepreservation.ca
  9. Bumblebees - African Lion Safarilionsafari.com
  10. COSSARO Candidate V, T, E Species Evaluation Form - Octcossaroagency.ca
  11. Scientists breed bumble bees in first-of-its-kind experimentgoodgoodgood.co
19. Oktober 2026, 7:42 Uhr544 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Die Organisation bezeichnet den Zuchterfolg bei der Goldenflügel-Hummel dank neuer Überwinterungsmethoden als weltweite Premiere für den Hummelschutz. Die Zuchtkolonien der Art brachten laut WPC 2024 1,091 Männchen und 172 neue Königinnen hervor. Das waren laut WPC 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Um den Laborbetrieb aufrechtzuerhalten, sammelte das Team 2024 insgesamt 29 Königinnen der Goldenflügel-Hummel und 20 Königinnen der als „tri-coloured bumble bee" bezeichneten Art in freier Wildbahn.

hummeln

Eine Hummel, deren Bestände seit den 1990er-Jahren zurückgingen

In Kanada gilt die Goldenflügel-Hummel als „Special Concern", also als Art mit Anlass zur Sorge; ihr Bestand ist vor allem im südlichen Teil ihres Verbreitungsgebiets einschließlich Südontario zurückgegangen. Auf einer WPC-Seite mit unklarem Aktualisierungsstand heißt es, ihre Bestände seien seit den 1990er-Jahren drastisch zurückgegangen; in den meisten Teilen ihres US-Verbreitungsgebiets sei sie seit 1999 nicht mehr gesehen worden. Etwa 50 bis 60 Prozent des weltweiten Verbreitungsgebiets der Art liegen laut WPC in Kanada. Das Komitee COSEWIC stufte die Art im Mai 2015 wegen eines starken beobachteten Rückgangs in Südkanada als „Special Concern" ein; im Mai 2018 kam sie in Anhang 1 des Species at Risk Act. Als Hauptbedrohungen nennt die Umweltbehörde Environment and Climate Change Canada die Übertragung von Krankheitserregern aus bewirtschafteten Hummelbeständen in Gewächshäusern, den Einsatz von Pestiziden in Land- und Forstwirtschaft, die Intensivierung der Landwirtschaft sowie den Klimawandel.

So läuft die Zucht im Labor ab

Das kleine Labor verfügt laut WPC über drei Schränke, in denen die Hummelkolonien gehalten werden. Die Tiere vermehren sich laut WPC am besten bei 20 bis 25 Grad und etwa 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Von Ende August bis Anfang Oktober führt das Team neue Königinnen und Männchen zur Paarung zusammen. Laut WPC verbringen Hummelköniginnen in der Natur den Winter unterirdisch, im Labor simuliert ein temperatur- und feuchtigkeitsgeregelter Kühlschrank diese Bedingungen, jede Königin erhält ein eigenes Röhrchen mit sterilisierter Erde.

artenschutz

Wie weit der Fortschritt reicht, zeigt der Vergleich mit der Zuchtsaison 2022: Damals produzierten laut WPC 75 Prozent der Königinnen Eier, der zweithöchste Anteil in den bisherigen Zuchtjahren der Art, doch nur 17 Prozent der Kolonien brachten Arbeiterinnen hervor und eine Kolonie erzeugte Männchen und neue Königinnen. Das war laut WPC dennoch ein Fortschritt: Erstmals seit 2018 entstanden Arbeiterinnen, erstmals seit 2017 Männchen und neue Königinnen. Die bis dahin größte Kolonie zählte 78 Arbeiterinnen. Deutlich mehr Nachwuchs lieferten im Jahr 2024 die Kolonien der „tri-coloured bumble bee“: Sie brachten laut WPC 4,394 Männchen und 223 neue Königinnen hervor. Die Kolonien der gefährdeten Goldenflügel-Hummel kamen im selben Jahr auf 1,091 Männchen und 172 neue Königinnen.

Das langfristige Ziel: eine sich selbst erhaltende Population in menschlicher Obhut

Ziel des Programms ist laut WPC eine sich selbst erhaltende Population von Kolonien in menschlicher Obhut, um Wildpopulationen zu ergänzen. Die Erkenntnisse aus der Arbeit mit der Goldenflügel-Hummel und ihrer häufigeren Verwandten sollen laut WPC künftig auch anderen gefährdeten Hummelarten helfen, einschließlich einer geplanten Wiederansiedlung der Rostflecken-Hummel in Kanada. In einer zeitlich nicht eindeutig zuzuordnenden Zieldefinition nannte WPC als langfristiges Vorhaben, in Erhaltungszucht vermehrte Goldenflügel- und Rostflecken-Hummeln im Pinery Provincial Park wiederanzusiedeln. Parallel verbesserte das Labor laut dem Jahresbericht 2024 seine Diagnostik: Es ergänzte die visuelle Kontrolle zum besseren Nachweis zweier bedeutender Parasiten um genomische Analysen von Hummelkot und testete drei neue, von der Bienenforscherin Dr. Mathilde Tissier entwickelte Pollennahrungen an den neuen Königinnen.

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