
EU-Kommission: Mehr Fischbestände nachhaltig befischt
Quellen (11)
- EU fish populations show signs of recovery, but more efforts needed as key species struggle - Oceans and fisheriesoceans-and-fisheries.ec.europa.eu
- SoMFi 2025 | General Fisheries Commission for the Mediterranean | FAOfao.org
- Mediterranean, Black Sea fish stocks could be turning the corner, GFCM report finds | SeafoodSourceseafoodsource.com
- EU and Mediterranean neighbours commit to new declaration to rebuild fish stocks - Oceans and fisheriesoceans-and-fisheries.ec.europa.eu
- EU and its Mediterranean neighbours to adopt a new declaration in 2027 to rebuild fish stocks | AGENCE EUROPEagenceurope.eu
- Fish stocks start to recover in the Western Mediterranean Sea after five years of EU management plan - Oceans and fisheriesoceans-and-fisheries.ec.europa.eu
- Europeche welcomes push to revise western Med fisheries plan - Undercurrent Newsundercurrentnews.com
- Kommission veröffentlicht Mitteilung zum Stand der Fischerei - Vertretung in Deutschlandgermany.representation.ec.europa.eu
- Mediterranean & Black Sea Stock Assessments - STECF - Scientific, Technical and Economic Committee for Fisheriesstecf.ec.europa.eu
- ISSN 1831-9424 ISSN 2467-0715 SCIENTIFIC, TECHNICAL AND ECONOMICstecf.jrc.ec.europa.eu
- Marine UK, Norway, Faroe Islands and Iceland reach mackerel arrangement - Marineblogs.gov.scot
Mehr Fischbestände der EU-Fischerei werden auf einem nachhaltigen Niveau befischt, wie die EU-Kommission am 6. Juni 2025 mitteilte. Im Mittelmeer und Schwarzen Meer sank der Anteil überfischter bewerteter Bestände laut dem Bericht SoMFi 2025 der Fischereikommission GFCM auf 52 Prozent, den niedrigsten Wert der bisherigen Zeitreihe. Der GFCM-Bericht stellt Daten und Informationen überwiegend bis 2023 dar. Fischereikommissar Costas Kadis erklärte, er freue sich, dass in der EU weniger Bestände überfischt würden, mahnte aber zugleich zur Wachsamkeit angesichts des Klimawandels.
Der GFCM-Bericht SoMFi 2025 schätzt, dass das Verhältnis von tatsächlicher Fangsterblichkeit zum nachhaltigen Niveau zwischen 0,74 und 1,1 liegt; das entspricht einem Rückgang der Überfischungsraten um 48 bis 64 Prozent seit 2013. Die Biomasse der Bestände liegt zwar überwiegend noch unter den Zielwerten, zeigt laut GFCM aber einen deutlichen Aufwärtstrend, weil der Fischereidruck sinkt. Noch im Bericht von 2020 waren laut der Fachseite SeafoodSource 75 Prozent der Bestände im Mittelmeer und Schwarzen Meer von Überfischung betroffen, nachdem dieser Anteil zwischen 2014 und 2018 bereits um mehr als 10 Prozent gesunken war.

Seehecht in der Adria erstmals auf nachhaltigem Niveau
Bei der Ministerkonferenz in Nikosia am 5. Mai 2026 verpflichteten sich die EU und die Mittelmeerstaaten, ihre Zusammenarbeit zum Wiederaufbau der Bestände fortzusetzen und 2027 eine neue MedFish4Ever-Erklärung zu verabschieden. In ihrer Mitteilung vom 5. Mai 2026 berichtete die EU-Kommission, dass seit der ursprünglichen Erklärung von 2017 die Hälfte der Fischbestände im Mittelmeer begonnen habe, sich zu erholen. Am Meeresboden lebende Bestände wie der Seehecht in der Adria hätten dort erstmals den höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrag erreicht. Gebiete mit Fischereibeschränkungen wirkten sich dabei positiv auf angrenzende Gewässer aus und selektive Fanggeräte verringerten den Beifang.
Kommissionsmitteilung von Juni 2025: Nordostatlantik im Schnitt gesund, Ostsee im Rückgang
Im Nordostatlantik liegen die Bestände laut EU-Kommission vom 6. Juni 2025 im Durchschnitt in einem gesunden Bereich, auch wenn mehrere wichtige Bestände unter Druck bleiben, weil der Klimawandel ihre Verteilung und die Ökosysteme zunehmend stört. Für die Ostsee berichtet die Kommission in ihrer Mitteilung vom 6. Juni 2025 dagegen weitere Rückgänge durch verschiedene Belastungen; bestimmte Bestände werden dort nicht mehr gezielt befischt und dürfen nur als Beifang angelandet werden. Mehr als die Hälfte der im Mittelmeer bewerteten Bestände gilt laut EU-Kommission weiterhin als überfischt und illegale Fischerei sowie Überkapazitäten der Flotten belasten den Sektor zusätzlich. Kommissar Kadis nannte die Lage im Mittelmeer laut Agence Europe düster, erklärte aber, der Trend lasse sich umkehren, wenn dringend und gemeinsam gehandelt werde.
Wie die Erholung einzelner Bestände ausfällt, zeigen Beispiele aus dem GFCM-Bericht: Bei der Seezunge in der Adria sank die fischereiliche Sterblichkeit seit 2019 um 42 Prozent, während die Biomasse um 64 Prozent zunahm. Die GFCM selbst führt diese Entwicklung auf ihre Maßnahmen zwischen 2013 und 2023 zurück: In diesem Zeitraum sei der durchschnittliche Fischereidruck in der Region um 50 Prozent gesunken, der Anteil nachhaltig befischter Bestände habe sich verdoppelt und die Biomasse sei um 25 Prozent gestiegen. Auch die GFCM selbst verbindet die Fortschritte mit geringerer Produktion und wirtschaftlichen Belastungen bestimmter Flotten und Gemeinschaften.

Auch regional unterscheidet sich das Bild: Im westlichen Mittelmeer hatten laut einem Bericht der EU-Kommission von 2024 zahlreiche Bestände nach 2019 begonnen, sich zu erholen. Wissenschaftliche Projektionen gingen damals davon aus, dass die Hälfte der Bestände bis 2025 ein nachhaltiges Niveau erreichen könnte.
Kritik aus der Fischereiwirtschaft
Verbandspräsident Javier Garat erklärte, der bestehende Rahmen und seine Umsetzung hätten zum Beschäftigungsrückgang im Sektor beigetragen und forderte die EU-Kommission auf, möglichst bald einen Überarbeitungsvorschlag vorzulegen.
Die offenen Risiken: illegale Fischerei, Klimawandel, Abkehr junger Menschen vom Beruf
Laut EU-Kommission vom 5. Mai 2026 beeinträchtigten illegale Fischerei und Überkapazitäten der Flotten den Sektor weiterhin, der Klimawandel verstärke den Druck und Kleinfischereigemeinschaften gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten, während junge Menschen sich vom Beruf abwendeten. Für die geplante MedFish4Ever-Erklärung von 2027 nannten die Konferenzteilnehmer laut EU-Kommission fünf Prioritäten, von stärkerer Durchsetzung gegen illegale Fischerei bis zu gezielter Unterstützung für Kleinfischer und einem Generationenwechsel im Beruf.
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