Erdbeben der Stärke 7,7 erschüttert Panama
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Erdbeben der Stärke 7,7 erschüttert Panama

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat am 9. Oktober 2026 die zentrale Provinz Herrera in Panama erschüttert, Gebäude in mehreren Provinzen beschädigt und eine inzwischen wieder aufgehobene Tsunamiwarnung für mehrere Pazifikstaaten ausgelöst. Nach Angaben der Behörden gab es mehrere Verletzte, aber bislang keine Todesopfer.

Quellen (9)
  1. Panama struck by 2 powerful earthquakes, U.S. Geological Survey says - CBS Newscbsnews.com
  2. Powerful 7.7-magnitude earthquake strikes Panama, damaging buildings and injuring at least 27 | Euronewseuronews.com
  3. Schweres Erdbeben erschüttert Panama | tagesschau.detagesschau.de
  4. Al menos 27 heridos leves y más de 400 edificaciones afectadas por el terremoto en Panamá - Infobaeinfobae.com
  5. Natural Disaster Alert - U. S. Embassy Panama City, Panama (October 9, 2026) - U.S. Embassy in Panamapa.usembassy.gov
  6. Sismo causa daños en la iglesia y un hotel de Penonomélaestrella.com.pa
  7. Natural Disaster Alert: Tsunami Warning (October 9, 2026) Costa Rica - U.S. Embassy in Costa Ricacr.usembassy.gov
  8. Sinaproc realiza monitoreo tras sismo percibido en Panamá - Sinaprocsinaproc.gob.pa
  9. Mittelamerika - Bislang keine Berichte über Verletzte nach Erdbeben in Panamadeutschlandfunk.de
10. Oktober 2026, 11:25 Uhr722 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Rund zweieinhalb Stunden später folgte ein zweites, schwächeres Beben der Stärke 6,6 mit Epizentrum nahe Río Grande an Panamas Pazifikküste, wie CBS News unter Berufung auf den USGS berichtete.

Rene Garcia, Leiter der Notfalleinsätze im nationalen Zivilschutzsystem SINAPROC, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe bislang keine Todesopfer, aber mindestens 27 Verletzte. Panamas Präsident José Raúl Mulino erklärte laut CBS News am Freitagabend, die Behörden hätten bis dahin niemanden als getötet oder verletzt dokumentiert, warnte jedoch, dies könne sich in den kommenden Stunden oder Tagen ändern. „Nobody was ready, and no one is ever ready for this type of disaster“, zitierte CBS News den Präsidenten. Mulino bezeichnete das Ereignis selbst als „große Katastrophe“ und sprach von Straßen, die „komplett eingestürzt“ seien.

Schäden vor allem in Veraguas, Herrera, Los Santos und Coclé

Zivilschutzsprecher Omar Smith sagte dem Sender Telemetro Reporta, Schäden seien vor allem aus den Provinzen Veraguas, Herrera und Los Santos gemeldet worden, aus der Hauptstadt dagegen nicht. Andere Berichte, darunter von tagesschau zitierte panamaische Medien, nannten zudem schwere Schäden in der Provinz Coclé, wo die Stadt Penonomé liegt. In Penonomé, rund 150 Kilometer westlich von Panama-Stadt, stürzte nach Angaben des Zivilschutzes ein Turm der Kathedrale San Juan Bautista teilweise ein, zudem wurden das Gouverneursgebäude und das Hotel Dos Continentes beschädigt. Der Bischof von Penonomé, Edgardo Cedeño, sagte der Nachrichtenagentur EFE, der Turm sei genau in dem Moment eingestürzt, als er mit mehreren Priestern dort eine Versammlung abhielt. Eine Seite des Gebäudes der Provinzregierung von Coclé stürzte laut einem Bericht von Infobae vollständig ein und legte alle Büros frei, während die andere Seite Risse aufwies. Auch an der Kathedrale von Santiago in der Provinz Veraguas wurden laut tagesschau Schäden gemeldet und in der Provinz Los Santos stürzte laut lokalen Medien die 1938 zum nationalen Kulturerbe erklärte Kirche San Atanasio ein.

Tsunamiwarnung für neun Staaten wieder aufgehoben

Laut tagesschau schwankten in Panama-Stadt Gebäude, Menschen verließen ihre Häuser und versammelten sich auf den Straßen. Auch im benachbarten Kolumbien waren die Erschütterungen spürbar. In mehreren Regionen verließen Menschen vorsorglich Gebäude, Geschäfte und Schulen. Die Regierung setzte zudem den Nachmittagsunterricht landesweit aus. Laut tagesschau galt zunächst eine Tsunamiwarnung für neun Länder entlang der Pazifikküste, zu denen nach Angaben der US-Botschaft in Panama auch Costa Rica, Kolumbien, Mexiko, Ecuador, Peru, Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Panama selbst zählten. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum in Honolulu teilte später mit, die Gefahr gefährlicher Wellen sei vorüber; die Warnung wurde wieder aufgehoben.

Panamakanal läuft weiter, Flughafen Tocumen nimmt Betrieb wieder auf

Der internationale Flughafen Tocumen, einer der verkehrsreichsten der Region mit mehr als 20 Millionen Passagieren im Jahr 2025, stellte den Betrieb nach dem ersten Beben vorübergehend ein und nahm ihn nach Angaben von CBS News am Freitagnachmittag wieder auf. Die Panama Canal Authority erklärte demnach, der Betrieb entlang der Wasserstraße laufe normal weiter, spezialisierte Teams prüften die Anlagen vorsorglich auf mögliche Schäden.

Mulino ruft zur Ruhe auf, Kolumbien bietet Hilfe an

Präsident Mulino rief nach Angaben von CBS News zur Ruhe auf und schrieb in sozialen Medien, das Geschehene solle nicht genutzt werden, um Alarm oder Unordnung zu verursachen. Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella sicherte Panama demnach am Freitagnachmittag Unterstützung zu und schrieb, das Land könne auf Kolumbiens Hilfe zählen. Die US-Botschaft in Panama erklärte außerdem, sie beobachte die Folgen des Bebens genau und kümmere sich um das Wohlergehen amerikanischer Bürger, für die das Land ein bekanntes Ruhestandsziel ist.

Eine der aktivsten Erdbebenregionen der Welt

Panama liegt laut CBS News am sogenannten Ring of Fire, einem rund 25.000 Meilen langen Bogen aus Vulkanen und Verwerfungslinien rund um das Pazifikbecken, an dem die meisten Erdbeben der Welt auftreten. Seismologen der University of Panama registrierten nach dem Hauptbeben mehr als 45 Nachbeben. Das letzte Erdbeben mit vergleichbar großen Schäden in Panama ereignete sich laut CBS News 1991. Es hatte eine Stärke von 7,4, sein Epizentrum lag im benachbarten Costa Rica. Es tötete 23 Menschen und verletzte 559 weitere, wie CBS News schreibt. Im Juni 2026 trafen bereits zwei Erdstöße der Stärke 7,2 und 7,5 den venezolanischen Bundesstaat La Guaira. Sie töteten dort mehr als 6.500 Menschen und machten 17.000 weitere obdachlos. Im August 2026 forderte ein Beben der Stärke 7,4 in Kolumbien mindestens 289 Todesopfer. Nach Angaben von La Estrella müssen die Behörden in Panama die Sicherheit der beschädigten Bauwerke in Penonomé erst noch feststellen und die Risiken für Anwohner bewerten.

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