
E-Bus-Förderung soll von rund 403 auf etwa 130 Millionen sinken
Quellen (10)
- Weniger Geld für E-Busse - Branche warnt vor Folgent-online.de
- Der Weg zum Bundeshaushalt 2027 vom Entwurf zum Beschluss - Deutscher Bundestagbundestag.de
- Branchenverband VDV kritisiert drastische Kürzung der ...verbaende.com
- BMV - Schnieder: Weitere Förderung für rund 1.500 neue Elektrobussebmv.de
- Etat 2027: KTF-Ausgaben steigen auf 38,9 Milliarden Euro - Deutscher Bundestagbundestag.de
- Haushaltsentwurf 2027 zugeleitet - Deutscher Bundestagbundestag.de
- VDV kritisiert drastische Kürzung der E-Bus-Förderungzfk.de
- Weniger Geld für E-Busse - Branche warnt vor Folgen - Wirtschaft - Badische Zeitungbadische-zeitung.de
- Bund veröffentlicht Förderaufruf für E-Busse unter neuen Vorzeichen - electrive.netelectrive.net
- Deutscher Bundestag Drucksache 21/7302 (zu Drucksachen 21/7300, 21/7650, 21/7301) Unterrichtung durch die Bundesregierung Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das dserver.bundestag.de
Die Fördermittel für den Ankauf von E-Bussen sollen 2027 von derzeit rund 403 Millionen Euro auf etwa 130 Millionen Euro sinken, wie aus dem Haushaltsentwurf der Bundesregierung hervorgeht. Die Bundesregierung hatte den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 am 14. August 2026 dem Bundestag zugeleitet; die Verabschiedung ist laut Bundestag für den 27. November 2026 geplant.
Was die Verbandsanalyse zeigt
Nach einer Analyse des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Klima-Allianz Deutschland wären mit der Kürzung die europäischen Vorgaben zur Umrüstung der bestehenden Dieselbusflotten auf emissionsfreie Antriebe nicht zu erreichen, zudem drohe eine Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die Untersuchung hat das Beratungsunternehmen PWC im Auftrag der Verbände erstellt; ihr zufolge profitieren vor allem deutsche und europäische Hersteller von der Förderung. Fast drei Viertel der in Deutschland eingesetzten Elektrobusse stammen demnach von deutschen Produzenten; Daimler Buses und MAN seien dabei klare Marktführer. Am deutschen Markt für E-Stadtbusse hingen laut der Untersuchung bis zu 12.600 Arbeitsplätze; eine Kürzung der Förderung würde nach Einschätzung der Verbände die Wertschöpfungskette schwächen. Sollte die Kürzung wie geplant kommen, könnten Verkehrsunternehmen laut der Analyse ihre Dieselbusflotte länger als geplant betreiben, neue Dieselbusse statt neuer E-Busse kaufen oder Elektrobusse aus Nicht-EU-Ländern beziehen, gemeint ist vor allem China.
Im laufenden Betrieb sind Elektrobusse wegen niedrigerer Energiekosten deutlich günstiger als Dieselfahrzeuge, doch der Mehrbedarf an Fahrzeugen wegen geringerer Reichweiten, der Aufbau der Ladeinfrastruktur und der Preis der Busse selbst führen laut dpa zu erheblich höheren Gesamtkosten.
Wortmann: Der Bund handelt widersprüchlich
Der VDV bewertet die geplante Kürzung in einer Mitteilung als schweren Rückschlag für Investitionen in den öffentlichen Verkehr, für die Planungssicherheit der Unternehmen sowie für deutsche und europäische Bushersteller. VDV-Präsident Ingo Wortmann erklärte, der Bund bremse den Hochlauf der E-Bus-Flotten aus: Wer Verkehrsunternehmen nach langer Unsicherheit wieder in neue Beschaffungen schicke und im nächsten Schritt die Mittel auf ein Drittel zusammenstreiche, handle wirtschaftspolitisch und verkehrspolitisch widersprüchlich. Die Kürzung treffe die Branche in einer Phase, in der viele Verkehrsunternehmen weitere Beschaffungen vorbereiteten; die Umstellung auf emissionsfreie Busflotten umfasse neben Fahrzeugen auch Werkstätten, Betriebshöfe, Netzanschlüsse und Qualifizierung des Personals.
Ministerium kündigte Förderaufruf für 2026 an
Das Bundesverkehrsministerium (BMV) teilte mit, die Förderung von Bussen mit klimafreundlichen Antrieben werde fortgesetzt; geplant sei, die Beschaffung von mindestens 1.500 weiteren Elektrobussen zu unterstützen, wie das Ministerium mitteilte. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erklärte, bereits rund 1,5 Milliarden Euro in mehr als 5.300 klimafreundliche Busse investiert zu haben und mit dem 2026 verfügbaren Haushaltsvolumen weitere 1.500 E-Busse flächendeckend in den Einsatz bringen zu wollen. Dieser Förderaufruf stützt sich laut BMV auf den Bundeshaushalt 2026 und betrifft damit ein anderes Haushaltsjahr als die für 2027 geplante Kürzung; die Einreichfrist für Projektskizzen war der 21. Juli 2026.
Wie weit der Umstieg bislang gediehen ist
Nach Angaben des VDV und der Klima-Allianz Deutschland sind derzeit rund 6.000 emissionsfreie Busse im deutschen Nahverkehr unterwegs, das entspricht etwa zwölf Prozent der bundesweiten Linienbusflotte. Fast jeder zweite neue Linienbus fuhr im vergangenen Jahr demnach elektrisch. Eine kürzlich vorgestellte Auswertung der Deutschen Umwelthilfe zeigt zugleich große Unterschiede zwischen den Städten: Reine Dieselantriebe machen in den 39 größten Städten rund 70 Prozent der Busflotten aus, rechnet man sogenannte Mildhybride ein, bei denen ein E-Motor den Verbrenner etwa beim Anfahren unterstützt, liegt die Quote bei 77 Prozent. Zu Spitzenreitern kürte die Umweltorganisation drei Städte aus Baden-Württemberg: Mannheim führt mit einem batterieelektrischen Flottenanteil von 60,6 Prozent zum Jahreswechsel die Tabelle an, gefolgt von Freiburg mit 51,7 Prozent und Karlsruhe mit 51,6 Prozent.
Schlussabstimmung ist für den 27. November geplant
Über den Förderansatz entscheidet nicht die Verbandsanalyse, sondern der Bundestag: Der Haushaltsausschuss sollte seine Beratungen laut Ablaufdarstellung am 23. September aufnehmen und soll den Einzelplan des Verkehrsministeriums am 4. November beraten. Die abschließende Lesung und die namentliche Schlussabstimmung über das gesamte Haushaltsgesetz sind laut Bundestag für den 27. November 2026 vorgesehen.
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