
Beobachtete Populationen im Schnitt kleiner: Indiens Tiger nahmen zu
Quellen (8)
- Global Wildlife Populations Plummet by 73%, India Shows Conservation Success: WWF Reportdowntoearth.org.in
- India’s tiger numbers are rising. Protecting their pathways is nextnews.mongabay.com
- India’s tiger population likely to jump by 10% in new census. ‘But, running out of space’theprint.in
- National Tiger Conservation Authorityntca.gov.in
- India’s 2026 Tiger Census: Tigers Are Moving Beyond Reserves and Staying | IWNindiawildlifenews.com
- World Earth Day 2026: Chenchu Adivasis Resist Forced Relocation from Telangana’s Amrabad Tiger Reservedowntoearth.org.in
- National Tiger Conservation Authority auf X: „AITE 2026 kicked off with the first Training of Trainers workshop for Central India & Eastern Ghats at @PenchMP. The workshop began with an overview of thx.com
- National Tiger Conservation Authorityntca.gov.in
Der Living Planet Report 2026 wurde von WWF gemeinsam mit der Zoological Society of London erstellt und wertete nach Angaben von Down To Earth Populationstrends von 5.790 Wirbeltierarten aus, wie das Portal am 8. Oktober 2026 berichtete. Besonders stark fiel der Rückgang der durchschnittlichen Bestandsgröße bei Süßwasserarten aus, mit 85 Prozent, gefolgt von Landtieren mit 69 Prozent und Meeresbewohnern mit 59 Prozent. Als Beispiel für erfolgreichen Naturschutz nennt der Bericht laut Down To Earth Indien, wo die Bestände von Tigern, Panzernashörnern, Asiatischen Löwen und weiteren Arten zugenommen haben. Ravi Singh, Generalsekretär und Geschäftsführer von WWF-India, nannte den Bericht laut Down To Earth „eine eindringliche Erinnerung an das Ausmaß der Biodiversitätskrise und eine Botschaft der Hoffnung“. Der Bericht warnt laut Down To Earth zugleich, dass Naturschutzmaßnahmen allein die globalen Biodiversitätsrückgänge nicht umkehren können.
Schätzungen: Mehr als eine Verdopplung seit 1972
Bei der landesweiten Erhebung aus dem Jahr 2022 wurde der Bestand auf 3.682 wild lebende Tiger geschätzt, nach Angaben von Down To Earth vom 8. Oktober 2026. Die Tigererhebung liefert laut Rajnish Kumar Singh, stellvertretendem Direktor des Pench-Tigerreservats, eine statistisch modellierte Schätzung mit Konfidenzintervallen, keine exakte Zählung sämtlicher Tiere, berichtete ThePrint am 11. Januar 2026. Das ist mehr als doppelt so viel wie die ausdrücklich als grob bezeichnete Schätzung von 1.827 Tigern im Jahr 1972, wie Mongabay bereits am 28. Juli 2026 berichtete und dabei für möglich hielt, dass der Wert inzwischen überschritten wurde. Indien beherbergt nach unterschiedlichen Angaben derselben Quelle etwa 70 bis 75 Prozent der weltweit verbliebenen Wildtiger. Gestartet wurde 1973 „Project Tiger“, das laut der National Tiger Conservation Authority eine lebensfähige Tigerpopulation in Indien sichern sollte. Die Zahl der Tigerreservate wuchs seither von neun auf 58, die zusammen rund 84.500 Quadratkilometer bedecken, etwa die Fläche Österreichs, berichtete Mongabay.

Die sechste Erhebung reicht über die Reservate hinaus
Die sechste Ausgabe der landesweiten Erhebung All India Tiger Estimation wurde von der National Tiger Conservation Authority und dem Wildlife Institute of India koordiniert und erstreckte sich laut ThePrint vom 11. Januar 2026 und IWN vom 10. April 2026 auch auf Waldränder, Plantagengürtel und Forstdivisionen außerhalb der 58 Reservate. Der Abschlussbericht wird für Juli 2027 erwartet. Die Ausweitung der Tigererhebung über die Reservate hinaus wurde laut Rajnish Kumar Singh bereits 2006 beschlossen, berichtete ThePrint am 11. Januar 2026. Mehr als 60.000 Forstbedienstete und geschulte Freiwillige waren laut IWN vom 10. April 2026 daran beteiligt, über 40.000 Kamerafallen erfassten einzelne Tiger, die eine KI anhand ihrer individuellen Streifenmuster identifizierte. Quellen im indischen Umweltministerium erwarteten laut ThePrint vom 11. Januar 2026 anhand erster Schätzungen einen Anstieg der Population um mindestens 10 bis 15 Prozent. Viele Reservate waren laut dem Naturschützer YV Jhala bereits weitgehend ausgelastet; zusätzliche Tiger erwartete er überwiegend in Pufferzonen und mehrfach genutzten Gebieten, berichtete ThePrint am 11. Januar 2026.
Im Vergleich: Terai, Tadoba und Amrabad
Die Terai-Arc-Region rund um das Corbett-Reservat, wo „Project Tiger“ 1973 unter der damaligen Premierministerin Indira Gandhi startete, beherbergte laut Mongabay vom 28. Juli 2026 rund 560 Tiger, mehr als dreimal so viele wie vor 20 Jahren. Im Kontext des Tigerreservats Tadoba im Distrikt Chandrapur stieg die Zahl laut Mongabay von 30 bis 40 Tieren im Jahr 2006 auf 220 bis 300 zum Berichtszeitpunkt im Juli 2026. Im Amrabad-Reservat in Telangana deuteten inoffizielle Schätzungen der laufenden Erhebung laut IWN vom 10. April 2026 auf rund 42 Tiger hin, nach 33 im Jahr 2024 und 10 bei der ersten formalen Zählung.

Worauf Kritiker hinweisen
Zunehmende Populationen von Großkatzen und anderen Säugetieren hätten laut dem Wildtierschutzexperten Qamar Qureshi vom Wildlife Institute of India auch zu wachsenden Konflikten zwischen Mensch und Tier beigetragen, die ärmere Gemeinschaften überproportional träfen; Wilderei bleibe daneben ein eigenes Problem. Im Gebiet Chandrapur wurden zwischen 2021 und Mai 2025 insgesamt 150 Menschen von Tigern getötet, im Mai 2026 starb dort eine Tigerin durch einen Güterzug, einer von mindestens 19 auf dieser Strecke binnen drei Jahren getöteten Tigern, berichtete Mongabay. Der Wildtierwissenschaftler YS Jhala sagte laut Down To Earth, Indien sei bei Schutzgebieten erfolgreich, es fehle aber eine Strategie für Tiere wie die Indische Großtrappe oder den Indischen Wolf, die überwiegend außerhalb dieser Gebiete lebten. Im Amrabad-Reservat in Telangana reichten Angehörige der indigenen Chenchu, die fast vollständig von Waldressourcen abhängig sind, im April 2026 Petitionen gegen ihre Umsiedlung ein; Kudumulla Tirupathaiah aus Sarlapalli bezeichnete den Prozess laut Down To Earth vom 22. April 2026 als keineswegs freiwillig, während Regierungsvertreter betonten, niemand werde ohne Zustimmung umgesiedelt.
Wilderei und fehlender Lebensraum als Risiko
Tigerwilderei war laut Mongabay vom 28. Juli 2026 eine anhaltende Bedrohung in Indien und nahm in Maharashtra und Madhya Pradesh zu. Tiger verloren laut Mongabay vom 28. Juli 2026 zudem Lebensraum, selbst innerhalb geschützter Gebiete, von denen viele durch Bergbau und Infrastruktur bedroht waren.
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