Bank of America erhält 1,2 Milliarden Dollar Strafe
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Bank of America erhält 1,2 Milliarden Dollar Strafe

Die US-Finanzaufsicht hat gegen die Bank of America Strafzahlungen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar verhängt. FinCEN wirft dem Institut vor, verdächtige Aktivitäten von mehr als fünf Milliarden Dollar nicht rechtzeitig gemeldet zu haben, darunter Hinweise auf chinesische Geldwäschenetzwerke.

Quellen (12)
  1. FinCEN Assesses $1.2 Billion Penalty against Bank of America | FinCEN.govfincen.gov
  2. U.S. Treasury Announces Record Enforcement Actions Against Bank of America | U.S. Department of the Treasuryhome.treasury.gov
  3. OCC Imposes $750 Million Assessment Against Bank of America for Deficient BSA/AML Compliance | OCCocc.gov
  4. Settlement Agreement between the U.S. Department of the Treasury's Office of Foreign Assets Control and Bank of America, N.A. | Office of Foreign Assets Controlofac.treasury.gov
  5. Bank of America to pay $1.21 billion over sanctions violationsnbcnews.com
  6. BoA Consent Orderfincen.gov
  7. Bank of America fined $1.2 billion over money-laundering violationscnbc.com
  8. Bank of America: Finanzministerium ahndet laxe Geldwäschekontrollen mit Milliardenstrafe - DER SPIEGELspiegel.de
  9. US-Großbank: Über 1,2 Milliarden Dollar Strafe für Bank of Amerikahandelsblatt.com
  10. US fines Bank of America $1.2bn for money laundering, sanctions violations | Banks News | Al Jazeeraaljazeera.com
  11. Geldwäsche-Versäumnisse - Milliardenstrafe gegen Bank of Americadeutschlandfunk.de
  12. US-Finanzbehörde: Milliardenstrafe für Bank of America wegen Geldwäscheversäumnissen - WELTwelt.de
14. Oktober 2026, 3:48 Uhr769 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Die Behörde begründet dies mit dem Versäumnis der Bank, vorrangige nationale Sicherheitsrisiken wie chinesische Geldwäschenetzwerke und illegale Finanzaktivitäten entlang der Südwestgrenze ausreichend zu begrenzen und zu melden.

Laut einer Mitteilung des US-Finanzministeriums belaufen sich die an diesem Tag verhängten Strafen insgesamt auf mehr als 1,21 Milliarden Dollar. Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) verhängte zusätzlich eine zivilrechtliche Geldstrafe von 750 Millionen Dollar wegen eines mangelhaften und unwirksamen Compliance-Programms zur Geldwäschebekämpfung; die Summe gilt laut Behörde als deren höchste Strafe in der Geschichte und wird auf die FinCEN-Strafe angerechnet. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) vereinbarte separat einen Vergleich über 11.662.930 Dollar, nachdem sich die Bank bereit erklärt hatte, ihre mögliche zivilrechtliche Haftung für 475 mutmaßliche Verstöße gegen mehrere Sanktionsprogramme beizulegen, darunter Programme zu Russland, Iran und globalem Terrorismus. OFAC stufte die mutmaßlichen Sanktionsverstöße als nicht schwerwiegend und überwiegend nicht freiwillig selbst angezeigt ein.

Bank of America ist nach einem Bericht von NBC News die zweitgrößte Bank des Landes, hat mehr als 70 Millionen Kunden und verarbeitet jährlich rund 4,5 Billionen Dollar an Zahlungen für Privatkunden.

Mehr als fünf Milliarden Dollar nicht oder verspätet erkannte und gemeldete verdächtige Aktivitäten

Laut der zugrunde liegenden Consent Order von FinCEN erstreckte sich das beschriebene Verhalten, sofern nicht anders angegeben, mindestens vom 1. Januar 2018 bis zum 1. Juli 2025. In dieser Zeit erkannte und meldete die Bank laut FinCEN verdächtige Aktivitäten von mehr als 5 Milliarden Dollar nicht oder verspätet, wovon rund 1 Milliarde Dollar Risiken für die nationale Sicherheit und andere vorrangige Risiken illegaler Finanzierung betrafen, darunter Hinweise auf chinesische Geldwäschenetzwerke und mögliche handelsbasierte Geldwäsche mit Bezug zur Südwestgrenze. Die Mängel erstreckten sich laut FinCEN auch auf die Sorgfaltsprüfung von Kunden, etwa aus der Online-Autoauktionsbranche, was zusätzlich zu unterbliebenen Verdachtsmeldungen beitrug.

Ein bis Dezember 2023 geltender Schwellenwert

Erst nach Gesprächen mit ihren Aufsichtsbehörden senkte die Bank diesen Wert auf 10 oder 12 Punkte, je nach Merkmalen der jeweiligen Warnmeldungsgruppe. Eine anschließende, einmalige und begrenzte rückwirkende Prüfung identifizierte nahezu 4 Milliarden Dollar an verdächtigen Aktivitäten, die unter den zuvor geltenden Schwellenwerten nicht rechtzeitig untersucht worden wären. Die Probleme mit dem System blieben laut FinCEN noch im Juni 2025 ungelöst, wie ein von einer Aufsichtsbehörde verlangter Bericht eines Dritten zeigte, der mehrere auf das System bezogene Feststellungen enthielt, die mit der FinCEN-Untersuchung übereinstimmten. Die Verstöße hielten grundsätzlich während des gesamten Zeitraums an, trotz wiederholter interner Warnungen von Compliance- und Prüfpersonal sowie externer Bedenken von Strafverfolgungsbehörden und anderen Finanzinstituten.

Vorsätzlicher Verstoß mit eingeschränkter Bedeutung

Im Rahmen der Einigung mit FinCEN räumt Bank of America laut FinCEN ein, vorsätzlich ausschließlich im Sinne der zivilrechtlichen BSA-Durchsetzung gegen den Bank Secrecy Act verstoßen zu haben: Sie habe die gesetzlichen Mindestanforderungen an ihr Geldwäschebekämpfungsprogramm nicht erfüllt, Sorgfaltspflichten für Korrespondenzkonten ausländischer Finanzinstitute nicht erfüllt und Verdachtsmeldungen nicht eingereicht. Laut der Consent Order genügt für „willfulness“ auch rücksichtslose Missachtung oder bewusstes Wegsehen; das Eingeständnis belegt daher keinen wissentlich begangenen Gesetzesverstoß.

OCC: Mängel bestehen auch nach der Anordnung von 2024 fort

Die OCC wirft der Bank vor, auch mehr als ein Jahr nach der Unterlassungsanordnung vom Dezember 2024 potenziell verdächtige Aktivitäten weiterhin nicht an Ermittler zur Prüfung weitergeleitet zu haben. Comptroller of the Currency Jonathan V. Gould erklärte, die weiterhin verbreiteten Ausfälle interner Kontrollen im Compliance-Programm der Bank bedrohten die nationale und wirtschaftliche Sicherheit der USA.

Bank verweist auf Investitionen und laufende Abhilfe

Laut einem Bericht von CNBC erklärte Bank of America, sie habe Milliarden in Compliance investiert und sei bei den Abhilfemaßnahmen weit fortgeschritten. Banksprecherin Christa Robinson erklärte, Compliance zur Bekämpfung von Finanzkriminalität sei eine ernste Angelegenheit, für deren korrekte Umsetzung die Bank verantwortlich sei. Die Bank kündigte an, die Strafzahlungen würden ihr Ergebnis für das dritte Quartal mit einer nicht steuerlich absetzbaren Belastung von 1,2 Milliarden Dollar belasten und den Gewinn um etwa 17 Cent je Aktie mindern. Im nachbörslichen Handel verlor die Bankaktie nach der Nachricht rund 2 Prozent.

Externe Prüfer sollen bislang unentdeckte Fälle aufdecken

Die veröffentlichte Consent Order verpflichtet Bank of America laut US-Finanzministerium, zusammen mit einem Dritten eine rückwirkende Prüfung abzuschließen, um wegen der festgestellten Mängel bislang unentdeckte verdächtige Transaktionen zu ermitteln und an FinCEN zu melden. Zusätzlich muss sich die Bank laut US-Finanzministerium einer unabhängigen Prüfung ihrer Überwachung verdächtiger Aktivitäten, ihrer Kundensorgfaltspflichten und ihres Umgangs mit Daten für das Geldwäscheprogramm unterziehen, die gezielt die Wirksamkeit ihres Geldwäscheprogramms im Umgang mit Risiken an der Südwestgrenze sowie gegenüber Iran und Russland bewerten soll. Nach einem im Handelsblatt zitierten Gerichtsdokument wird die Bank zudem externe Prüfer zulassen, die verdächtige Transaktionen analysieren sollen. Ihre Zahlen für das dritte Quartal, die von der Strafzahlung belastet sein werden, wollte Bank of America laut Handelsblatt am Mittwoch veröffentlichen.

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