Australiens Dachsolar erreicht im NEM neuen Leistungsrekord
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Australiens Dachsolar erreicht im NEM neuen Leistungsrekord

Am 11. Oktober 2026 erreichten Australiens Dachsolaranlagen im Stromnetz NEM einen momentanen Leistungsrekord. An diesem Tag deckte Solarenergie zeitweise einen Rekordanteil des Strombedarfs, wie RenewEconomy berichtet. Laut Geoff Eldridge zeigen die Rekorde veränderte Betriebsbedingungen tagsüber.

Quellen (11)
  1. Rooftop solar records continue to tumble, as sunny Spring sets new high for Australia's main gridreneweconomy.com.au
  2. When renewable abundance becomes the story: What a record-breaking weekend reveals about the gridreneweconomy.com.au
  3. Rooftop solar reaches new highs across NEM - pv magazine Australiapv-magazine-australia.com
  4. Rooftop solar helps reshape energy markets: AEMO report - pv magazine Australiapv-magazine-australia.com
  5. Australia’s Rooftop Solar Boom Smashes Grid Recordstechau.com.au
  6. Solar records tumble across the grid, stretches midday gap over coal to nearly 10 GWreneweconomy.com.au
  7. Rooftop solar reaches new highs across Australia - pv magazine Globalpv-magazine.com
  8. October 11, rooftop solar output in Australia’s National Electricity M - Shanghai Metals Market (SMM)news.metal.com
  9. Australia sets a new renewable energy record, with rooftop solar leading the way | The Optimist Dailyoptimistdaily.com
  10. Australia Rooftop Solar Sets New NEM Record of 17,488 MW - News and Statistics - IndexBoxindexbox.io
  11. MMS Data Model Reportvisualisations.aemo.com.au
14. Oktober 2026, 12:48 Uhr644 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, erreichte die Leistung von Dachsolaranlagen im australischen Hauptstromnetz National Electricity Market (NEM) um 12:00 Uhr einen momentanen Rekord von 17.488 MW, wie RenewEconomy berichtet. Die Dachsolarleistung wird laut RenewEconomy geschätzt; Abregelungen hinter dem Zähler lassen sich in der GPE-NEMLog-Auswertung nicht gesondert quantifizieren. Der bisherige Höchstwert von 16.993 MW war erst drei Wochen zuvor, am 20. September, aufgestellt worden. Der Anstieg betrug 495 MW. An diesem Tag erreichte der gemeinsame Anteil von Dach- und Großanlagen-Solarenergie am Stromverbrauch des Netzes laut einer zweiten RenewEconomy-Auswertung zeitweise mit 72,29 Prozent ebenfalls einen Rekordwert, nach 70,80 Prozent am 12. September.

Vier Rekorde in drei Regionen binnen fünf Tagen

Dem Netzrekord ging eine Serie regionaler Höchstwerte voraus: Vom 7. bis 11. Oktober wurden laut RenewEconomy in South Australia, Victoria, New South Wales und im gesamten Netz neue Höchstwerte der geschätzten Dachsolarleistung verzeichnet. New South Wales erreichte laut RenewEconomy am 9. Oktober 6.346 MW gegenüber dem früheren Rekord von 6.106 MW neun Tage zuvor. South Australia verzeichnete am selben Tag laut pv magazine Australia einen neuen Höchstwert von 2.070 MW gegenüber 1.970 MW zwei Wochen zuvor. Geoff Eldridge von Global Power Energy bezeichnete die Serie laut pv magazine Australia als „bemerkenswerten Lauf“ mit vier neuen Rekorden in drei Regionen innerhalb von fünf Tagen. Sonniges Frühlingswetter begünstigte laut RenewEconomy die aktuelle Rekordserie.

solarenergie

Spitzenwert, nicht Tagesbilanz

Eldridge betonte, die neuen Höchstwerte seien Rekorde der momentanen Leistung und keine Rekorde der täglichen Energieproduktion, zeigten aber den wachsenden Beitrag erneuerbarer Energien im Netz. Nach Angaben des Australian Energy Market Operator machten erneuerbare Energien zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 2026 durchschnittlich 44 Prozent der gesamten Stromerzeugung im NEM aus. Rund 4 Millionen australische Haushalte und kleine Unternehmen hatten laut pv magazine Australia vom 12. Oktober 2026 Dachsolaranlagen installiert, 2026 galt dem Bericht zufolge als auf dem Weg zu einem Rekordjahr für Installationen.

Die Kehrseite: Momentane Rekordspitzen bei der Abregelung

Während der hohen Dachsolarproduktion wurde laut RenewEconomy auch Leistung aus großen Solar- und Windanlagen mit momentanen Rekordwerten abgeregelt, also verfügbare, aber nicht eingespeiste Leistung. In Victoria stieg die Abregelung am selben Sonntag um 12:15 Uhr AEST, 15 Minuten nach dem Dachsolarrekord, auf einen geschätzten Spitzenwert von 5.709 MW, 430 MW über dem bisherigen Rekord vom 20. September. Weitere Höchstwerte wurden bei der Windabregelung im Netz mit 6.425 MW, in Victoria mit 4.229 MW und in South Australia mit 1.910 MW sowie bei der Solarabregelung in Victoria mit 1.554 MW erreicht. Die genannten Abregelungsspitzen traten laut RenewEconomy zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf und waren nicht gleichzeitig. Insgesamt wurden am 11. Oktober im gesamten Netz schätzungsweise 82,3 GWh erneuerbare Energie abgeregelt, der fünfthöchste Tageswert der bis 2018 zurückreichenden Datenreihe. RenewEconomy weist jedoch darauf hin, dass Abregelung nicht zwangsläufig ein Beleg für Marktversagen ist und regionale Vergleichsanteile flexibler Stromaufnahme nicht zeigen, welcher Anteil der Abregelung durch zusätzliche Speicher automatisch hätte nutzbar gemacht werden können.

australien

Im Vergleich

Der Oktoberrekord steht nicht isoliert: Schon der Quartalsbericht von AEMO für das zweite Quartal 2026 zeigte, dass die Dach-Photovoltaik im Schnitt auf 2.520 MW stieg, ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und ein Anteil von 10,3 Prozent am Energiemix des Netzes. Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten NEM-Erzeugung erreichte laut pv magazine Australia im selben Quartal mit 42,1 Prozent einen neuen Höchstwert für ein zweites Quartal, nach 37,1 Prozent ein Jahr zuvor.

Die Herausforderung heißt Mindestnachfrage

Mit dem Wachstum der Dachsolarleistung verändert sich auch das Nachfrageprofil des Netzes: Laut techAU entsteht dadurch die operative Herausforderung der „minimalen operativen Nachfrage“, bei der zu wenig Last im System die Stabilität gefährden kann. techAU plädiert für mehr Speicherung zur Mittagszeit, etwa durch Hausbatterien, die überschüssigen Solarstrom für die abendliche Nachfragespitze speichern, sowie für bessere Anreize zur Teilnahme an virtuellen Kraftwerken, in denen tausende Batterien koordiniert entladen werden können. Nach Einschätzung des Mediums verläuft die Energiewende schneller, als regulatorische Rahmenbedingungen und bestehende Infrastruktur bislang mithalten können.

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